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Sahlkamp 200 Herschelschüler inszenieren "Jekyll und Hyde"
Hannover Aus den Stadtteilen Sahlkamp 200 Herschelschüler inszenieren "Jekyll und Hyde"
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10:00 01.07.2017
Wirkungsvoll in Szene gesetzt: Der Chor der Herschelschule beim Musical „Jekyll und Hyde“. Quelle: Sonja Steiner
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Hannover

„Fassade, alles ist nur Fassade“, singt der Chor der Herschelschule. Die Sänger halten sich dabei Masken vor das Gesicht. Die Masken sind eine von vielen fantasievollen Ideen bei der Inszenierung des Musicals „Jekyll and Hyde“ von Frank Wildhorn und Leslie Bricusse.

In der Vorlage, dem Horror-Klassiker von „Schatzinsel“-Autor Louis Stevenson aus dem Jahr 1886, geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse, Fortschrittsglaube und Aberglaube, um Liebe und Hass. Dr. Jekyll, ein angesehener Arzt in London, glaubt, ein Mittel gefunden zu haben, das die gute von der bösen Seite im Menschen zu trennen vermag. Er probiert es an sich selbst aus und wird damit zu Mr. Hyde, einem Mörder und wollüstig-zügellosen Mann.

Das 1990 uraufgeführte erfolgreiche Broadway-Musical auf Deutsch von Schülern singen und spielen zu lassen, ist ein ambitioniertes Vorhaben. Anlass für das neue „Herschel-Musical“ sei das 20-jährige Bestehen der Bläserklasse, aus der mittlerweile der Musikzweig hervorgegangen ist, berichtet Schulleiterin Ute Kamlah bei ihrer Begrüßung des Premierenpublikums.

Über ein Jahr haben unter Leitung von Daniel Derscheid und Johannes Gruber 200 junge Leute aus der Herschelschule zusammen mit 20 Lehrern an dem zweistündigen Stück gearbeitet. Herausgekommen ist eine Inszenierung, die sich mit professionellen Aufführungen in vieler Hinsicht messen kann: Eine durchkomponierte Choreografie, sehr gut eingestimmte und auf den Punkt exakte Musiker – das alles ist ein Ohren- und Augenschmaus.

Eindrucksvolles Bühnenbild

Ebenso eindrucksvoll ist das Bühnenbild. Es besteht aus fünf beweglichen und drehbaren Elementen, einfach, aber genial für die Darstellung der verschiedenen Szenen wie dem Arbeitszimmer Dr. Jekylls, der Bar, der nächtlichen Londoner Straße. Gut einstudiert sind die Umbauten, die geräuschlos und schnell vonstatten gehen. Konzentriert und mit viel Spiellust agieren die jungen Darsteller auf der Bühne, eingetaucht in immer wechselndes und sehr wirkungsvolles Licht.

Bei der Qualität des Tons ist hingegen noch viel Luft nach oben. Einige Szenen sind akustisch nur schwer verständlich. Die singenden Schauspieler haben kaum Hänger im Text, dafür aber einige in den Höhen – kein Wunder bei zum Teil sehr anspruchsvollen Solo-Partien. Doch sie singen furchtlos weiter und lassen sich nicht aus dem Konzept bringen – das ist dann wieder professionell. Am Ende gibt es verdienten Applaus von 350 Gästen für zwei Stunden gute Unterhaltung.

Von Sonja Steiner

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