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Sahlkamp Grundschule Tegelweg wird zur Ganztagsschule
Hannover Aus den Stadtteilen Sahlkamp Grundschule Tegelweg wird zur Ganztagsschule
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16:30 21.07.2017
Von Saskia Döhner
An der Grundschule Tegelweg waren bisher die Pfadfinder für die Ganztagsangebote zuständig. Künftig werden es die Johanniter sein. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Die Platznot an der Grundschule Tegelweg bleibt groß – auch weil sie nach den Sommerferien auf Ganztagsbetrieb umgestellt wird. Für die 314 Schüler gibt es bislang nur einen Differenzierungsraum, in dem Sprachunterricht, Elterngespräche und Besprechungen stattfinden. Die Bibliothek ist hier auch noch untergebracht. Oft wird der Raum von mehreren Gruppen zeitgleich genutzt. Eigentlich war dies einmal der Computerraum, aber die PCs sind seit einem Jahr eingelagert – sie müssen noch auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Anfang August soll zumindest die Mensa fertig sein, der Freizeitbereich fehlt zunächst. Die Container, die eine Zwischenlösung sein sollen, können erst im Herbst aufgestellt werden, weil noch unklar ist, ob in der Erde vielleicht Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern. Inklusion findet derweil weiter auf den Fluren und in einem anderen kleinen Raum statt.

Es gebe bereits 130 Anmeldungen für die Ganztagsbetreuung – und noch hätten sich nicht alle Familien zurückgemeldet, sagt Schulleiterin Karen Hauschildt-Behrens. Kooperationspartner für die Nachmittagsbetreuung werden die Johanniter sein. Die Pfadfinder, die bisher rund um den Bauwagen Angebote für die Kinder gemacht haben, haben sich kurz vor den Ferien noch mit einem Sommerfest verabschiedet. Das Mittagessen wird von der Firma Sodexo kommen.

Stadtplaner haben sich getäuscht

Platz zum Toben werden die vielen Kinder auf dem Schulhof in den kommenden Monaten wegen der Bauarbeiten nicht haben. Die Grundschule Tegelweg ist in den vergangenen Jahren beständig gewachsen – und jetzt nahezu fünfzügig. „Die Familien wollen im Stadtteil bleiben und nicht aufs Land ziehen, wie Stadtplaner vor ein paar Jahren noch vermutet hatten“, sagt die Rektorin. Existenzängste braucht sie für ihre Schule daher nicht zu haben. Anders sieht es bei manchem Hort aus: Die Stadt hat grundsätzlich die Zusammenführung von Grundschulen und Horten beschlossen, so sollen bis zu 10 Millionen Euro eingespart werden. „Es macht keinen Sinn, dass es Gebäude wie Schulen gibt, die nachmittags leer stehen“, betont Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski. Und ebenso wenig sei es sinnvoll, dass andere – nämlich die Horte – erst ab dem Nachmittag belegt seien.

Für Adam Wolf (Piratenpartei), den Vorsitzenden des Bildungsausschusses der Stadt, bedeutet der ganze Plan „ein großes Sparprogramm“. Er plädiert dafür, die Horte zu erhalten. Viele Kinder wollten nicht den ganzen Tag in der Schule bleiben. Im Hort träfen die Schüler zudem noch andere Kinder aus dem Stadtteil, möglicherweise auch aus anderen sozialen Schichten.

"Die Stadt wird keinen Hort schließen"

Die Verwaltung hat ermittelt, wie die Ganztagsversorgung für Grundschulkinder sich in Zahlen darstellt. Danach waren im Schuljahr 2015/16 insgesamt 61,1 Prozent der Kinder in der Ganztagsbetreuung, davon 34,3 Prozent (gut 6000 Kinder) an Ganztagsschulen und 23 Prozent (4000) im Hort. Gut die Hälfte der Grundschulen hat mittlerweile auf Ganztagsbetrieb umgestellt, bislang sind dies meist offene Angebote.

Im kommenden Schuljahr unterstützt die Stadt die Horte mit 16 Millionen, die Ganztagsgrundschulen mit 9 Millionen Euro. Das Land beteiligt sich an den Kosten für eine Ganztagsschule mit 75 Prozent, bezogen auf die Anzahl der Teilnehmer an vier Tagen in der Woche, den fünften Tag und die übrigen 25 Prozent übernimmt die Kommune. Bei den Horten schießt das Land 20 Prozent der Kosten für das pädagogische Gruppenpersonal zu.

„Die Stadt wird keinen Hort schließen“, sagt Dezernentin Rzyski. Es könne aber sein, dass sich Horte in Kitas oder Krippen umwandelten, wenn die Anmeldezahlen zurückgingen. Dass dies so kommt, glaubt auch Helmut Meffert, Leiter der Grundschule Stammestraße. Schließlich seien die Ganztagsschulen für Eltern im Gegensatz zur Hortbetreuung kostenlos.

Betreuung nach Bedarf

Das Thema Ganztagsbetreuung für Grundschüler wird immer mehr von der Theorie in die Praxis umgesetzt. Meist handelt es sich um ein freiwilliges Angebot, Schüler und Eltern haben also die Wahl. Das ist sehr komfortabel, denn nicht alle wünschen die Ganztagsbetreuung, viele berufstätige Eltern aber benötigen sie dringend. Horte haben bisher als Alternative gut funktioniert, allerdings waren hier meist die Wartelisten lang, außerdem kostet die Unterbringung im Hort nicht gerade wenig Geld. Es ist daher grundsätzlich eine gute Idee, langfristig jede Grundschule mit einem Ganztagsangebot auszustatten – auch wenn das manche Eltern, aber auch manche Grundschulen nicht so richtig anpacken wollen. Dabei geht es nicht allein um nachvollziehbare Platzprobleme, sondern auch um zusätzlichen Organisationsaufwand. Und in manchen Stadtbezirken ziehen Eltern es vor, ihre Kinder am Mittag selbst zu empfangen. Dies bleibt ihnen allerdings auch beim Ganztagsmodell überlassen. Zudem sollte es auch künftig einige Horte geben, da sie mit einem anderen Betreuungsansatz für manche Familien alternativlos bleiben.

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