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Sahlkamp Neuer Anbau löst Raumnot nicht
Hannover Aus den Stadtteilen Sahlkamp Neuer Anbau löst Raumnot nicht
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09:27 29.10.2016
Der Grundschule Tegelweg im Sahlkamp steht das Wasser bis zum Hals: Für 13 Klassen gibt es nur 12 reguläre Unterrichtsräume. Quelle: Christian Link
Hannover

Zu diesem Zweck erhält die Schule im äußersten Norden des Stadtteils einen 3,2 Millionen Euro teuren Anbau. Das einstöckige Gebäude wird eine Mensa, einen Freizeitbereich und ein Büro enthalten - nicht aber neue Unterrichtsräume, die am Tegelweg dringend gebraucht werden.

„Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Schulleiterin Karen Hauschildt-Behrens. In ihrer Grundschule werden derzeit 13 Klassen unterrichtet, obwohl es am Tegelweg nur zwölf reguläre Unterrichtsräume gibt. Weil der neue Anbau keinen neuen Unterrichtsraum enthalten wird, wünscht sich die Grundschule zumindest ein paar Unterrichtscontainer. Wie groß die Modulanlage am Tegelweg sein wird, steht jedoch bislang noch nicht fest.

Bücherei zieht in den Musikraum

Der Raumnot an der Grundschule ist der einzige Differenzierungsraum zum Opfer gefallen. Der Multifunktionsraum musste zum Schuljahresbeginn umgestaltet werden, weshalb die Schulbücherei und das Elterncafé in den Musikraum umziehen mussten. Die Sprachförderung und der herkunftssprachliche Unterricht finden seit der Umgestaltung im Computerraum statt. Die 20 Desktop-Computer wurden deswegen abgebaut. „Glücklicherweise besitzen wir Laptops, sonst könnten wir unser Medienkonzept gar nicht umsetzen“, sagt Hauschildt-Behrens.

Eigentlich gibt es in Hannover eindeutige Richtlinien dazu, wie viele Räume einer Grundschule zustehen. Am Tegelweg nimmt es die Stadtverwaltung damit aber offenbar nicht so genau. „Das Standardraumprogramm wird hier nicht erfüllt“, bestätigt die Schulleiterin auf Anfrage des Stadt-Anzeigers. Neben einem großen Differenzierungsraum müsste es eigentlich auch noch mindestens vier kleine Mehrzweckräume geben. „Unsere Förderschullehrkräfte haben deswegen nicht die Möglichkeit, mit einer Gruppe in einen getrennten Bereich zu gehen“, bedauert Hauschildt-Behrens. Dabei gibt es an der Grundschule viel Bedarf für solchen Extraunterricht.

"Mangelndes Sprachvermögen zu beobachten"

Von den 280 Schülern haben 155 Mädchen und Jungen einen Migrationshintergrund, ihre Eltern stammen aus 19 unterschiedlichen Staaten. 31 Mädchen und Jungen haben keine deutsche Staatsangehörigkeit. Insgesamt nehmen 42 Schüler an einem Deutsch-Intensivkurs teil.

„In den letzten Jahren ist ein mangelndes Sprachvermögen bei Kindern nicht deutscher Herkunft (obwohl die Eltern aus der zweiten Generation mit Migrationshintergrund stammen) sowie auch bei Kindern deutscher Herkunft zu beobachten“, ist im Konzept der Grundschule Tegelweg für die offene Ganztagsschule zu lesen. Die Pädagogen hoffen darauf, dass die Ganztagsbetreuung beim Erlernen der deutschen Sprache helfen wird. „Den Kindern nicht deutscher Herkunftssprache werden im Ganztagsbereich weitere Möglichkeiten geboten, den Wortschatz aufzubauen und zu erweitern“, heißt es weiter.

Lange Verzögerung

Der Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide hat in seiner jüngsten Sitzung die Einführung des Ganztagsschulbetriebs einstimmig beschlossen. Dieser Schritt ist nach Ansicht vieler Eltern längst überfällig, denn die Grundschule hatte den entsprechenden Antrag bereits im April 2011 gestellt. Schulleitung und Eltern wurden seitdem von der Stadtverwaltung immer wieder vertröstet.

Dabei plante die Stadt den Ausbau ursprünglich bereits für das Schuljahr 2013/2014. Dann wurden aber die Rosa-Parks-Schule (List) und die Wilhelm-Busch-Schule (Ricklingen) vorgezogen, die in der Prioritätenlisten eigentlich hinter der Grundschule Tegelweg standen. Weil eine Mensa fehlte, gab es weitere Verzögerungen.

Seit April befindet sich der eingeschossige Erweiterungsflügel im Bau, der im Sommer 2017 fertig werden soll. Das Ganztagsangebot wird nach Berechnungen der Stadt pro Jahr laufende Kosten von etwa einer viertel Million Euro verursachen.

Von Christian Link

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