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Urbanes Imkern liegt im Trend

Tag der offenen Tür lockt Besucher Urbanes Imkern liegt im Trend

Es summt und brummt im Sahlkamp. Mehr als eine halbe Million Bienen leben in der Gemeinschaftslaube des Vereins „Internationale Stadtteilgärten“. Zum Tag der offenen Tür informierten sich mehr als hundert Besucher über das Angebot der Imker und natürlich auch über das Leben der emsigen Honigsammler.

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200 Kilogramm Honig produzieren die Bienen im Internationalen Stadtteilgarten jährlich.

Quelle: Moers

Hannover. Seit acht Jahren ermöglicht das Gartenprojekt Imkerei Interessierten unter fachkundiger Anleitung den Einstieg in die Bienenhaltung. Urbanes Imkern ist angesagt. Der Bienen-Garten will helfen, Fehler zu vermeiden.

„Viele Leute kaufen sich zurzeit Bienen. Hier bekommen sie eine Chance zu lernen, wie man mit den Tieren umgeht“, erklärt Adolf Noack, Bienen-Obmann im Stadtteilgarten. Mit einem „Smoker“, der Imkerpfeife, im Mundwinkel, kniet er sich neben einen kleinen Styroporkasten. Der kleine Anfänger-Bienenstock beherbergt eins von insgesamt zwölf Völkern, um die sich das gute Dutzend Hobby-Imker gemeinsam kümmert. Der kleine Kasten gehört dem Jüngsten von ihnen. Paul Osinskij ist gerade neun Jahre alt. Angst hat er nicht vor den vielen Bienen.

Sahlkamp-Imker tragen keine Schutzkleidung

Hier im Bienen-Garten tragen die Imker in der Regel keine Schutzkleidung. Ohne das Netz vor den Augen und die großen Handschuhe lassen sich die Insekten viel besser beobachten, finden sie. Eine Biene nach der anderen krabbelt aus dem Stock. Dann steigen sie über der wild wuchernden Blumenwiese auf, um an der Linde im Nachbargarten Pollen zu sammeln. „Das Volk muss erst in Schwung kommen, in diesem Jahr wird es noch keinen Honig geben“, erzählt Paul. Früher hat er Käfer gesammelt, dann half er auf dem Stadtteilbauernhof, der gegenüber dem Bienen-Garten liegt, die Tiere zu füttern. „Irgendwann habe ich dann hier reingeguckt und die Bienen gesehen“, schildert er seinen ersten Kontakt mit den Bienen-Gärtnern.

So ähnlich ging es auch Götz Gandenberger, dem 47-jährigen Sprecher des Projekts. Der Verwaltungsangestellte besuchte vor drei Jahren selbst einen Tag der offenen Tür. Durch die vielen Berichte über das Bienensterben und die neue Begeisterung für „Urban Gardening“ und vergleichbare sich der Natur wieder annähernde Hobbys entstehen auch in Hannover immer mehr Bienenprojekte. Das Bildungswerk Kronsberg etwa bietet Schulen und pädagogischen Einrichtungen Hilfestellung bei dem Aufbau eigener Bienen-Projekte. Auch Gemeinschaftsgärten wie der Internationale Stadtteilgarten im Sahlkamp halten immer häufiger Bienen.

Imker treffen sich jeden Freitag

Jeden Freitag treffen sich die Imker, um im Bienen-Garten nach dem Rechten zu sehen. „Zwei bis drei Stunden bin ich in der Woche mit den Bienen beschäftigt“, erzählt Götz Gandenberger. Wenn es keine Zwischenfälle gibt, ist der Zeitaufwand überschaubar. „Aktuell achten wir darauf, dass sich kein neuer Schwarm bildet“, berichtet er. Dazu sehen sie regelmäßig nach, ob irgendwo in den Waben eine neue Königinnenlarve wächst. Ist das der Fall, wird sie umgebracht, bevor sie sich mit der Hälfte des Volks auf den Weg in einen anderen Garten macht. „Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal selbstständig einen Schwarm gefangen“, erzählt Gandenberger stolz von seinen Lernfortschritten. „Bienen sind faszinierend. Je mehr man sich mit ihnen beschäftigt, desto mehr erfährt man von ihnen“, sagt er begeistert.

Um das Bienen-Projekt weiter ausbauen zu können, vergibt der Verein jetzt auch Bienen-Patenschaften. Für 50 Euro im Jahr erhalten Unterstützer jeden Frühling und Sommer ein großes Glas Sahlkamp-Honig. Dazu gibt es ein Päckchen Saatgut für die eigene Bienennährwiese. Wer Interesse hat, Bienenpate zu werden, oder selbst beim Imkern helfen möchte, ist den Imkern jederzeit willkommen. Noch bis Ende September trifft sich die Gruppe jeden Freitag von 15 bis 17 Uhr im Internationalen Stadtteilgarten, gegenüber dem Stadtteilbauernhof im Heinzelmännchenweg.

Von Mario Moers

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Sahlkamp in Zahlen
  • Stadtbezirk : Bothfeld-Vahrenheide, 3. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 47.534
  • Einwohner je Stadtteil: Bothfeld (20.376 Einwohner), Sahlkamp (13.623 Einwohner), Vahrenheide (9.090 Einwohner), Isernhagen-Süd (2.729 Einwohner) und Lahe (1.716 Einwohner) (Stand 2011).
  • Bevölkerungsdichte : 1.549 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30657, 30659
  • Markantes aus der Geschichte: Sahlkamp ist überwiegend geprägt durch in den 1950er und 1960er Jahren errichtete Einfamilienhäuser. Daneben gibt es an den Straßen Hägewiesen und General-Wever-Straße Hochhäuser aus den 1970er Jahren.
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