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Stöcken Abschied vom Leckerhaus
Hannover Aus den Stadtteilen Stöcken Abschied vom Leckerhaus
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02:15 02.04.2016
Annette Meinecke (Mitte) übergibt die Leitung des Leckerhauses anAtiye Tekdal (links) und Angelika Fleck (rechts). Für gute Leistungen erhalten dieLeckerhaus-Kinder Sterne (unten). Täglich essen rund 35 Kinder wie die sechsjährige Alya (rechts) im Leckerhaus, bevor sie ihre Hausaufgaben machen.Fotos: Moers (3)
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Hannover

Eigentlich war ihre Stelle auf ein Jahr begrenzt. Als Annette Meinecke 2002 im neu gegründeten Leckerhaus begann, sollte die sozialpädagogische Nachmittagsbetreuung die Grundschulen während der Umstellung auf den Ganztagsbetrieb entlasten. Weil dieser Prozess bekanntlich bis heute nicht abgeschlossen ist, wurde aus der Übergangslösung eine feste Institution. Und Annette Meinecke blieb „mit Herz und Seele“ Leiterin des Leckerhauses.

Im Herzen des späteren Sanierungsgebiets gelegen, entwickelte sich das Leckerhaus seitdem zu einer zentralen Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien. Mit dem Umbau des Stöckener Freizeitheims bricht im kommenden Jahr auch für das Leckerhaus ein neues Kapitel an. Die Einrichtung, in der täglich rund 35 Kinder und Jugendliche ein warmes Essen und Hausaufgabenhilfe erhalten, zieht aus der Moorhoffstraße in den Neubau um. Mit dem Neustart verabschiedet sich die langjährige Leiterin Meinecke - nicht ohne zuvor die Nachfolge geregelt zu haben.

„Ich werd’ dich vermissen, Annette“, sagt die sechsjährige Alya, die nach der Schule im Leckerhaus Kartoffelbrei mit Würstchen isst. Ein Junge, der sich als Arzt verkleidet hat und gerade zur Hausaufgabenbetreuung gekommen ist, umarmt die 49-Jährige lange und herzlich, bevor er sich sein Mittagessen holt. Annette Meinecke hat viele Kinder aus dem benachbarten Brennpunkt im Leckerhaus groß werden sehen. Manche kommen nach Jahren wieder vorbei, wenn etwa eine schwere Prüfung in der Schule oder Ausbildung bevorsteht. „Einige Kinder der ersten Stunde habe ich noch gut in Erinnerung“, erzählt Meinecke lächelnd.

Für 50 Kinder zwischen sechs und 16 Jahren hat das Leckerhaus ein Angebot, das die hiesigen Schulen angesichts der hohen Anforderungen an die notwendige Unterstützung nicht leisten können. 98 Prozent der jungen Leckerhaus-Gäste haben einen Migrationshintergrund. Viele kommen auf Empfehlung ihrer Grundschullehrer in die Moorhoffstraße. „Wenn Lehrer anrufen, versuchen wir, die Kinder sofort aufzunehmen“, sagt Meinecke. Wartelisten zeigen, wie groß der Bedarf ist. Außer dem Kindertisch und der Hausaufgabenbetreuung leistet das Leckerhaus wichtige Nachbarschaftsarbeit. Bei Problemen mit Ämtern oder bei anderen Nöten wenden sich viele Anwohner westlich der Hogrefestraße zuerst an die Mitarbeiterinnen der Einrichtung.

Die zentrale Lage im Brennpunkt hält Meinecke für einen wichtigen Faktor. Den bevorstehenden Umzug in das Freizeitheim sieht sie daher mit gemischten Gefühlen. Aus diesem Grund plant das Leckerhaus-Team in Zusammenarbeit mit einer Stiftung der Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH), den angestammten Standort auch nach dem Umzug zu erhalten. „Der Bedarf ist so hoch, dass ein zweites Haus benötigt wird“, meint Meinecke. Eine Kooperationsrunde mit den Stöckener Schulen soll klären, in welcher Form das Leckerhaus die fehlenden Kapazitäten am sinnvollsten auffüllen kann.

Was 2002 als Nachmittagsbetreuung für eine Handvoll Kinder in einer Wohnung begann, ist heute im System sozialer Einrichtungen im Stadtteil Stöcken unverzichtbar geworden. Als Leiterin hat Annette Meinecke einen großen Teil dazu beigetragen. Künftig wird sie in ihrer Heimatstadt Bockenem eine Wohngruppe für Familien leiten. Die Geschicke des Leckerhauses hat sie zwei erfahrenen Mitarbeiterinnen anvertraut. Mit Angelika Fleck und Atiye Tekdal übernehmen zwei erfahrene Erzieherinnen aus dem Leckerhaus ihre Stelle. „Es ist wichtig hier genauso weiterzuarbeiten wie bisher. Das geht am besten mit Menschen, die das Leckerhaus gut kennen“, sagt Meinecke zufrieden.

Von Mario Moers

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