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Stöcken Bauarbeiter finden Zeitkapsel
Hannover Aus den Stadtteilen Stöcken Bauarbeiter finden Zeitkapsel
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00:15 17.09.2016
Nachrichten aus der Vergangenheit: Antonia Klingemann (v. l.), Freizeitheimleiterin Carmen Müller und Bezirksrätin Heidi Stolzenwald zeigen den Inhalt der Zeitkapsel. Quelle: Moers
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Hannover

Ein wenig verbeult, die verschweißte Kupferhülle etwas korrodiert, lag sie im Schutt des Freizeitheims. Dass sie schon nach 39 Jahren gehoben würde, damit dürfte der damalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg bei der Grundsteinlegung wohl kaum gerechnet haben. Doch was befand sich nun in dem metallischen Gruß aus der Vergangenheit? Auf dem Stöckener Stadtteilfest im Hof der IGS Stöcken wurde das Geheimnis gelüftet.

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Bei dem Abriss des Freizeitheims am Stöckener Markt hoben Bauarbeiter einen kleinen Schatz. Im Fundament des 1977 errichteten Gebäudes war eine Zeitkapsel eingemauert.

"Schlechte Finanzlage der Stadt" war schuld

„Heute, am Mittwoch, dem 11. Mai 1977, 14 Uhr, wurde der Grundstein für den ersten Teilabschnitt des Freizeitheims Stöcken gelegt“, beginnt der Text auf einer riesenhaften Urkunde, die zusammengerollt in der Zeitkapsel steckte. Sie beschreibt den langen Kampf, dessen es damals bedurfte, um das achte Freizeitheim der Stadt durch die politischen Gremien zu boxen. Auf einen Ratsbeschluss 1969 hin dauerte es stolze acht Jahre, bis der Bau beginnen konnte. Die „schlechte Finanzlage der Stadt“ war schuld, so die Urkunde. Soweit also nichts Neues aus der Vergangenheit. Neben der Urkunde zogen Freizeitheimleiterin Carmen Müller und SPD-Bezirksrätin Heidi Stolzenwald noch mehr aus der Kapsel. Etwa die Originalbaupläne, die obligatorischen Tageszeitungen, Münzen im Wert von 5,67 DM und einen Prospekt „Hannover Woche - Bundesbahn Kurztouristik Programme DB-Pauschal- und DB-Städtetouren“. Welche Themen die Stadt vor 39 Jahren beschäftigten? Da wäre einmal ein Streik der Medizinstudenten. Diese hatten am Vortag der Freizeitheimgrundsteinlegung einen Hörsaal gestürmt, um mehr Gehalt im praktischen Jahr zu fordern. Der Aufreger: Die Demonstranten waren mitten in einen Vortrag über und mit Schlaganfall-Patienten im kritischen Zustand geplatzt. „Der Professor war empört“, so der Bericht in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Erfreuliches gab es damals aus Herrenhausen zu berichten. Die „Aktion Herrenhausen“ hatte seit ihrer Gründung 1973 über eine Million DM Spenden für die Sanierung des Großen Gartens gesammelt. Die Bürgerinitiative kündigte in der „Neuen Presse“ an „weiterzumachen, bis alle Schäden in den königlichen Gärten behoben sind“. Unter anderem plante man „ein großes Gartenfest“. Was daraus geworden ist, ist wohl jedem Hannoveraner bekannt.

Alle Relikte und die Zeitkapsel selbst sollen künftig in einer Vitrine des neuen Freizeitheims ausgestellt werden. „Bei der Grundsteinlegung werden wir eine neue Kapsel versenken“, kündigte Leiterin Carmen Müller an. Dieses Mal sollen neben den üblichen Artefakten Briefe von Kindern in die Zukunft geschickt werden.

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