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Conti in den Wissenschaftspark?

Stöcken Conti in den Wissenschaftspark?

Der Bezirksrat wirbt für Marienwerder als neuen Standort für die Hauptverwaltung der Continental. Das Unternehmen hält sich aber bislang bedeckt zu seinen Plänen für den bevorstehenden Umzug.

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Der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken mit Bezirksbürgermeisterin Marion Diener (großes Bild, Mitte) an der Spitze hofft, dass die Hauptverwaltung der Conti von ihrem jetzigen Sitz in Vahrenwald (kleines Bild) in den Wissenschaftspark nach Marienwerder zieht.Fotos: Moers/Thomas

Stöcken. Noch vor dem Sommer will der Reifenhersteller Continental über den Sitz einer neuen Hauptverwaltung entscheiden. Aus Sicht des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken bietet der Wissenschaftspark Marienwerder die idealen Bedingungen für einen solchen Neubau. Im Wettbewerb um den Verwaltungssitz bezogen die Politiker in der vergangenen Woche mit einem einstimmig verabschiedeten Dringlichkeitsantrag deutlich Position. Darin fordern sie die Stadt Hannover auf, den Standort Wissenschaftspark zu prüfen und gegebenenfalls der Conti anzubieten. Der Bezirksrat reagierte damit auf einen Vorstoß der Nachbarn aus Garbsen, der jüngst für einige Furore sorgte. Deren CDU-Bürgermeister Christian Grahl hatte der Conti ein eigenes Grundstück im Ortskern mit „maßgeschneidertem Baurecht“ schmackhaft gemacht. Um der Nachbarstadt Paroli zu bieten, fordern die Bezirksratspolitiker und Politikerinnen Verwaltung und Rat auf, sich stärker für den Standort Hannover einzusetzen.

„Der Wissenschaftspark Marienwerder ist nur wenige Meter von dem anderen Conti-Standort im Jädekamp entfernt und böte eine noch bessere Infrastruktur, als Garbsen sie bieten kann.“ So lautet das Kernargument des interfraktionellen Antrags, den Bezirksbürgermeisterin Marion Diener als „hervorragend“ lobte. Gleichwohl waren sich alle einig, dass sich nun der Rat ihrer Sache annehmen muss. „Es genügt nicht, wenn wir uns gegenseitig vergewissern. Wir müssen die Angelegenheit in den Rat tragen“, warb CDU-Ratsherrin Georgia Jeschke dafür, das Thema in die Ratsfraktionen zu bringen. Jeschke kritisierte, dass aus Sicht ihrer Partei bislang weder der Oberbürgermeister noch die Verwaltung genügend Einsatz für den Verbleib der Conti-Verwaltung im Stadtgebiet gezeigt hätten. In etwas abgeschwächter Form teilte auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion Holger Diener ihre Einschätzung. „Der Bürgermeister von Garbsen gibt sich in der Sache sehr engagiert. Das fehlt mir manchmal bei der Stadt Hannover“, so Diener. Die Conti-Verwaltung in den Stadtbezirk zu ziehen sei auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung des 2012 gegründeten Wissenschafts- und Technologieparks Marienwerder von großer Bedeutung. Inwiefern die Ratsfraktionen das abgestimmte Vorgehen des Bezirksrats aufgreifen, bleibt vorerst unklar. Bei der SPD-Fraktion gibt es jedenfalls keine Pläne, sich für einen einzelnen Standort einzusetzen. „Ich würde da nicht vorgreifen wollen. Der Stadtbezirk Südstadt-Bult hätte sicher auch Interesse, dass die Conti an den Pferdeturm zieht“, so Marc-Dietrich Ohse, der Geschäftsführer der SPD-Ratsfraktion.

Im November 2015 hatte Elmar Degenhart, der Vorsitzende des Vorstands der Continental AG, bekannt gemacht, dass der derzeitige Hauptsitz der Verwaltung an der Vahrenwalder Straße für das wachsende Unternehmen zu klein geworden ist. Ein neuer Standort für 1200 Beschäftigte soll noch vor dem 150-jährigen Jubiläum des Unternehmens 2021 bezogen sein. Vonseiten der Stadt Hannover und der Region wurde der Conti bereits eine Liste mit freien Grundstücken vorgeschlagen. Über die genaue Anzahl und die Standorte ist allerdings nichts öffentlich bekannt. Stadt und Conti geben in der Sache keine Auskunft gegenüber der Presse. „Die Liste ist größer als zehn, aber kleiner als dreißig“, orakelt Conti-Konzernsprecher Hannes Boekhoff. Inzwischen habe man allerdings eine kleinere Liste erstellt. Ob sich der Standort Wissenschaftspark überhaupt auf einer dieser Listen befindet, ist also völlig unklar. Ungeklärt ist bislang auch, ob das Areal überhaupt ausreichend große Grundstücke und geeignete Bedingungen bietet. Vor diesem Hintergrund erfüllt der Antrag des Bezirksrats durchaus mehrere Zwecke. Er soll dieser Frage nachgehen und den Standort zum Gegenstand der Diskussion machen. Spekuliert wird derzeit unter anderem über möglicherweise geeignete Grundstücke entlang der Hans-Böckler-Allee nahe der Pferdeturm-Kreuzung und eine Fläche an der Vahrenwalder Straße/Ecke Sahlkamp. Konzernsprecher Boeckhoff geht davon aus, dass „zeitnah, vermutlich noch vor diesem Sommer“, eine Entscheidung fällt. Von Mario Moers

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Stöcken in Zahlen
  • Stadtbezirk : Herrenhausen-Stöcken, 12. Stadtbezirk in Hannover 
  • Stadtteile: Burg, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Nordhafen und Stöcken
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 34.664 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Burg (3.725), Herrenhausen (7.660), Ledeburg (5.797), Leinhausen (2.918), Marienwerder (2.461), Nordhafen (128) und Stöcken (11.975)
  • Bevölkerungsdichte : 1.641 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30419
  • Geschichte: Der berühmteste Einwohner Stöckens war wohl Cord Broyhan. Er erfand 1526 ein helles Bier. Das nach ihm benannte obergärige Broyhan-Bier verschaffte der Stadt Hannover einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung und eine bedeutende Stellung auf dem Gebiet der damaligen Braukunst. Aus der Sitte, das Broyhan-Bier zusammen mit Branntwein zu trinken, entstand die Lüttje Lage.
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