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Die Kirche weicht für 50 Wohnungen

Stöckener Markt Die Kirche weicht für 50 Wohnungen

Am Stöckener Markt entstehen in den nächsten Jahren bis zu 50 neue Wohnungen. So lautet das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs für die Bebauung des Geländes der St.-Christophorus-Kirche, den Eigentümer und Stadtverwaltung ausgelobt hatten.

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Diesen Anblick wird es in Zukunft nicht mehr geben: Die St.-Christophorus - Kirche wird abgerissen.

Quelle: Michael Zgoll

Stöcken. Die Wohnungsgenossenschaft Heimatwerk aus der Südstadt wird die St.-Christophorus-Kirche und das Pfarrhaus abreißen lassen, um hier ein mindestens viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichten zu können. „Das ist ein kleiner Meilenstein, aber es liegen noch viele Herausforderungen vor uns“, sagte Heimatwerk-Vorstand Jürgen Kaiser bei der Präsentation der Entwürfe in der Bauverwaltung.

Bis der Abriss beginnt, vergingen daher noch mehrere Monate. „Wir zäunen die Kirche nicht morgen schon ein und lassen sie dann zwei Jahre ungenutzt“, sagte Kaiser. Stattdessen soll die Gemeinde ihre vertrauten Räume noch so lange wie möglich nutzen können. „Erst im letzten Moment stellen wir den Bauzaun auf.“ Bevor die Bauarbeiten überhaupt beginnen können, müssen noch einige entscheidende Vorbereitungen getroffen werden. Die Grundstücksfragen seien im Wesentlichen geklärt. „Jetzt geht es um die Planungen mit der Stadt“, sagte Kaiser. Laut Stadtbaurat Uwe Bodemann soll zunächst festgelegt werden, welcher Wohnungsmix entstehen soll. Außerdem müsse ein neuer Bebauungsplan gezeichnet werden. „Wir haben vereinbart, das parallel zu machen, sodass keine Zeit verloren geht und in zwei, drei Jahren der Grundstein gelegt werden kann“, sagte Bodemann.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

Die Stöckener brauchen jetzt noch eine ganze Weile echtes Stehvermögen, denn das Herzstück ihres Stadtteils wird komplett umgekrempelt. Am Stöckener Markt bleibt kaum ein Stein auf dem anderen, über etliche Jahre wird eine Baustelle die andere ablösen. Wenn der Umbau des Discounters Penny am Ende des Sommers abgeschlossen sein sollte, ist damit erst der erste kleine Schritt geschafft. Nun fällt das alte Freizeitheim mit Getöse. Bis der mutmaßlich schicke neue Nachfolgebau steht, müssen Besucher und Mitarbeiter improvisieren und wohl rund anderthalb Jahre lang mit Ausweichquartieren vorlieb nehmen. Irgendwann steht auch der Abriss der St.-Christophorus-Kirche an, den die Gemeinde lange zu verhindern versucht hat. Ein Haus mit vielen Wohnungen und Geschäften wird an die Stelle treten. Wenn die Marktbeschicker all diese Baustellen halbwegs überstanden haben, steht für sie noch eine besondere Prüfung an. Der Marktplatz selbst soll in mehreren Bauabschnitten neu gestaltet werden. Die Stöckener werden am Ende den Kern ihres Viertels kaum wiedererkennen. Aber die Mühe mit Baulärm und Chaos dürfte sich lohnen. In Herrenhausen ist das zu besichtigen.

Das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Moosbergstraße/Ecke Eichsfelder Straße wird nach den Entwürfen des Architektenbüros Jabusch und Schneider gebaut, die zusammen mit den Freiraumplanern von Lübbe und Spiess Ingenieurgesellschaft den Wettbewerb gewannen. Die Jury lobte unter anderem die einheitliche Fassadengestaltung. „Die viergeschossige Bebauung ist äußerst kompakt und nimmt sich gegenüber den Bestandsgebäuden zurück“, urteilten die Wettbewerbsrichter. Begeistert wurde auch die Idee für ein öffentliches Café im Erdgeschoss aufgenommen. Jurymitglied Bodemann nannte den Siegerentwurf „kraftvoll, mutig und zukunftsorientiert“. Hinter dem U-förmigen Gebäude soll sich ein idyllischer Innenhof anschließen. „Wir haben gemeint, dass der Innenhof für das Funktionieren des Gebäudes genauso wichtig ist wie die Fassade“, sagte Architekt Dirk Jabusch. An manchen Punkten werde sein Büro auf Wunsch des Bauherrn noch nachbessern - vielleicht auch bei der Höhe. „Wir müssen noch mal über die Geschossigkeit nachdenken“, sagte Jabusch. Andere Wettbewerbsbeiträge hatten eine fünf- bis sechsgeschossige Bebauung auf dem 3500 Quadratmeter großen Grundstück vorgeschlagen.

von Christian Link

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Seit Dienstagmorgen wird das 1978 eröffnete Freizeitheim abgerissen.

Ein bisschen wehmütig ist Carmen Müller beim Anblick der Bagger schon zumute. „Der schöne rote Balken“, seufzt die Leiterin des Freizeitheims, als schwere Schaufeln das blaue Gebäude grob in seine Einzelteile zerlegen. Voraussichtlich bis Ende des Sommers dauert der seit Dienstag laufende Rückbau.

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Stöcken in Zahlen
  • Stadtbezirk : Herrenhausen-Stöcken, 12. Stadtbezirk in Hannover 
  • Stadtteile: Burg, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Nordhafen und Stöcken
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 34.664 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Burg (3.725), Herrenhausen (7.660), Ledeburg (5.797), Leinhausen (2.918), Marienwerder (2.461), Nordhafen (128) und Stöcken (11.975)
  • Bevölkerungsdichte : 1.641 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30419
  • Geschichte: Der berühmteste Einwohner Stöckens war wohl Cord Broyhan. Er erfand 1526 ein helles Bier. Das nach ihm benannte obergärige Broyhan-Bier verschaffte der Stadt Hannover einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung und eine bedeutende Stellung auf dem Gebiet der damaligen Braukunst. Aus der Sitte, das Broyhan-Bier zusammen mit Branntwein zu trinken, entstand die Lüttje Lage.
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