Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Stöcken Die Schwarze Heide verliert ihre Kita
Hannover Aus den Stadtteilen Stöcken Die Schwarze Heide verliert ihre Kita
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:17 18.05.2016
Die Kita in der Schwarzen Heide muss erhalten bleiben, darin sind sich Eltern und Kinder einig.Foto: Moers
Anzeige
Stöcken

Die städtische Kita in der Schwarzen Heide steht vor dem Aus. Wenn der Pachtvertrag im August 2017 ausläuft, steht der Stadt das Gebäude in der Wiedenlohe nicht länger zur Verfügung. Die Kinder aus der Schwarzen Heide sollen dann in anderen Kitas im Stadtgebiet untergebracht werden. Gegen die drohende Schließung haben sich nun Eltern zusammengeschlossen. In der vergangenen Sitzung des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken hielten sie ein engagiertes Plädoyer für die Rettung ihrer Kita.

„Die Schwarze Heide wächst. Da erwarten wir von Politik und Verwaltung eine vorausschauende Planung“, sagt Elternvertreterin Tanja Huremovic. Sie ist aufgewühlt, als sie sich in der Bürgerfragestunde zu Wort meldet. Die VW-Angestellte und Mutter ist mit einigen anderen hergekommen, um bei den Politikern um Unterstützung zu werben. Nachdem es sich herumgesprochen hat, dass die Stadt ihren Mietvertrag für die Kita nicht verlängern kann, sind viele Eltern beunruhigt. Die Antwort, die Stadtbezirksmanagerin Rita Heitsch gibt, lässt wenig Raum für Hoffnung. „Es gibt keine Chance, diese Kita zu erhalten“, sagt Heitsch. Auch den Umzug in ein anderes Gebäude schließt sie aus. In der Schwarzen Heide gibt es keine alternativen Räume, die angemietet werden könnten. Zudem sinke, entsprechend einer Prognose der Stadt, der Bedarf an Kita-Plätzen in der abgelegenen Siedlung ohnehin. Laut statistischer Vorhersage besuchen in diesem Sommer noch 28 Kinder die Kita. Zum Ende des Pachtvertrags 2017 werden es voraussichtlich nur noch 14 sein. „Vermutlich hätte sich auch eine Gruppe gelohnt, aber wir haben einfach keine Räume“, so Heitsch.

„Mir erschließt sich das nicht“, kritisiert Tanja Huremovic die Erklärungen der Verwaltungsvertreterin entschieden als zu kurz gedacht. Tatsächlich zeigen sich auch die Bezirksratsfraktionen unzufrieden mit der alternativlosen Schließung. „Der prognostizierte Bedarf kann sich erfahrungsgemäß schnell ändern“, greift Bezirksbürgermeisterin Marion Diener die Einwände auf. „Es steht uns nicht gut zu Gesicht, wenn wir anstelle eines Ausbaus des Betreuungsangebots eine Verknappung vornehmen“, regt Bezirksratsherr Pierre Rodriguez eine erneute Suche nach neuen Standorten in der Schwarzen Heide an. Sabine Daniels, Vertreterin der Linkspartei, schlägt einen Kita-Container als Ersatz vor. Die CDU-Fraktion begrüßte einen Vorschlag, eine Kita in die seit Jahren geplante Begegnungsstätte zu integrieren. Diskutiert wurden auch Belegplätze für die Kinder der Schwarzen Heide in der Stöckener Kindertagesstätte Bulli-Garten. „Wir haben jetzt ein Jahr Zeit, eine Lösung zu finden“, schloss Holger Diener, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, die leidenschaftlich geführte Unterredung.

Einige Tage nach der Bezirksratssitzung versammelten sich Eltern aus der Siedlung vor der Kita. Auf einem Gruppenfoto halten sie demonstrativ Schilder in die Luft. „Wer Kitas zumacht, denkt nicht weiter“, steht auf einem. „Wir werden kämpfen und planen eine Petition“, erklärt Tanja Huremovic selbstbewusst. Von Mario Moers

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einer neuen Masche haben Trickbetrüger in Stöcken einer 88-Jährigen 18 000 Euro abgenommen. Die Täter kontaktierten die Seniorin per Telefon und gaben sich als Kriminalbeamter und als Staatsanwalt aus.

Tobias Morchner 03.05.2016

Die Sanierungskommission bespricht die Neugestaltung des Stöckener Markts und nimmt eine Urkunde entgegen. Zuerst aber wird das Freizeitheim neu gestaltet.

03.05.2016
Stöcken Unternehmen als Integrationsbetrieb - Café Anna Blume startet am Friedhof Stöcken

Trainiert hat das Café-Team seit vier Wochen, am Sonnabend geht das Café Anna Blume am Stöckener Friedhof in den Normalbetrieb. Als eine der ersten Gastronomien in Hannover läuft das kleine Unternehmen als Integrationsbetrieb: Das Café beschäftigt Behinderte, die bisher Schwierigkeiten bei der Jobsuche hatten, regulär auf dem ersten Arbeitsmarkt.

30.04.2016
Anzeige