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Die Schwarze Heide verliert ihre Kita

Stöcken Die Schwarze Heide verliert ihre Kita

Eltern kämpfen für den Erhalt der städtischen Einrichtung in der Wiedenlohe. Die Verwaltungen macht ihnen aber wenig Hoffnung und sagt: Es fehlen Räume.

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Die Kita in der Schwarzen Heide muss erhalten bleiben, darin sind sich Eltern und Kinder einig.Foto: Moers

Stöcken. Die städtische Kita in der Schwarzen Heide steht vor dem Aus. Wenn der Pachtvertrag im August 2017 ausläuft, steht der Stadt das Gebäude in der Wiedenlohe nicht länger zur Verfügung. Die Kinder aus der Schwarzen Heide sollen dann in anderen Kitas im Stadtgebiet untergebracht werden. Gegen die drohende Schließung haben sich nun Eltern zusammengeschlossen. In der vergangenen Sitzung des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken hielten sie ein engagiertes Plädoyer für die Rettung ihrer Kita.

„Die Schwarze Heide wächst. Da erwarten wir von Politik und Verwaltung eine vorausschauende Planung“, sagt Elternvertreterin Tanja Huremovic. Sie ist aufgewühlt, als sie sich in der Bürgerfragestunde zu Wort meldet. Die VW-Angestellte und Mutter ist mit einigen anderen hergekommen, um bei den Politikern um Unterstützung zu werben. Nachdem es sich herumgesprochen hat, dass die Stadt ihren Mietvertrag für die Kita nicht verlängern kann, sind viele Eltern beunruhigt. Die Antwort, die Stadtbezirksmanagerin Rita Heitsch gibt, lässt wenig Raum für Hoffnung. „Es gibt keine Chance, diese Kita zu erhalten“, sagt Heitsch. Auch den Umzug in ein anderes Gebäude schließt sie aus. In der Schwarzen Heide gibt es keine alternativen Räume, die angemietet werden könnten. Zudem sinke, entsprechend einer Prognose der Stadt, der Bedarf an Kita-Plätzen in der abgelegenen Siedlung ohnehin. Laut statistischer Vorhersage besuchen in diesem Sommer noch 28 Kinder die Kita. Zum Ende des Pachtvertrags 2017 werden es voraussichtlich nur noch 14 sein. „Vermutlich hätte sich auch eine Gruppe gelohnt, aber wir haben einfach keine Räume“, so Heitsch.

„Mir erschließt sich das nicht“, kritisiert Tanja Huremovic die Erklärungen der Verwaltungsvertreterin entschieden als zu kurz gedacht. Tatsächlich zeigen sich auch die Bezirksratsfraktionen unzufrieden mit der alternativlosen Schließung. „Der prognostizierte Bedarf kann sich erfahrungsgemäß schnell ändern“, greift Bezirksbürgermeisterin Marion Diener die Einwände auf. „Es steht uns nicht gut zu Gesicht, wenn wir anstelle eines Ausbaus des Betreuungsangebots eine Verknappung vornehmen“, regt Bezirksratsherr Pierre Rodriguez eine erneute Suche nach neuen Standorten in der Schwarzen Heide an. Sabine Daniels, Vertreterin der Linkspartei, schlägt einen Kita-Container als Ersatz vor. Die CDU-Fraktion begrüßte einen Vorschlag, eine Kita in die seit Jahren geplante Begegnungsstätte zu integrieren. Diskutiert wurden auch Belegplätze für die Kinder der Schwarzen Heide in der Stöckener Kindertagesstätte Bulli-Garten. „Wir haben jetzt ein Jahr Zeit, eine Lösung zu finden“, schloss Holger Diener, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, die leidenschaftlich geführte Unterredung.

Einige Tage nach der Bezirksratssitzung versammelten sich Eltern aus der Siedlung vor der Kita. Auf einem Gruppenfoto halten sie demonstrativ Schilder in die Luft. „Wer Kitas zumacht, denkt nicht weiter“, steht auf einem. „Wir werden kämpfen und planen eine Petition“, erklärt Tanja Huremovic selbstbewusst. Von Mario Moers

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Stöcken in Zahlen
  • Stadtbezirk : Herrenhausen-Stöcken, 12. Stadtbezirk in Hannover 
  • Stadtteile: Burg, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Nordhafen und Stöcken
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 34.664 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Burg (3.725), Herrenhausen (7.660), Ledeburg (5.797), Leinhausen (2.918), Marienwerder (2.461), Nordhafen (128) und Stöcken (11.975)
  • Bevölkerungsdichte : 1.641 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30419
  • Geschichte: Der berühmteste Einwohner Stöckens war wohl Cord Broyhan. Er erfand 1526 ein helles Bier. Das nach ihm benannte obergärige Broyhan-Bier verschaffte der Stadt Hannover einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung und eine bedeutende Stellung auf dem Gebiet der damaligen Braukunst. Aus der Sitte, das Broyhan-Bier zusammen mit Branntwein zu trinken, entstand die Lüttje Lage.
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