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00:18 04.12.2015
Sport verbindet – Unter diesem Motto stand das Benefizfußballturnier der Jusos NordWest in der IGS Stöcken am Sonntag.
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Stöcken

„Ich wollte arbeiten, aber ich habe noch keine Erlaubnis bekommen. Seitdem gehe ich zum Fußballtraining, damit mir nicht langweilig wird.“ Ibrahim Kresnik ist 21 Jahre alt und kommt aus dem Kosovo. Seit einem Jahr lebt er in Hannover in einer Flüchtlingsunterkunft in Anderten. Am Sonnabend, auf dem Benefizturnier der Juso AG NordWest in der Turnhalle der IGS Stöcken, ist er einer der Leistungsträger im Team der „Refugees Fuhesestraße“. In der bunten Truppe spielen Flüchtlinge aus der benachbarten Containersiedlung und aus Wohnheimen im ganzen Stadtbezirk. „Ein Freund, der in der Fuhsestraße wohnt, hat mich gefragt, ob ich mitmachen will“, erzählt Kresnik. Fußball sei nicht nur für ihn, sondern auch für viele andere Flüchtlinge stets eine willkommene Abwechslung vom drögen Alltag in den Unterkünften, berichtet er. Die Mannschaft aus der Fuhsestraße ist eine von zwei Flüchtlingsmannschaften, die bei dem Spaßturnier antreten. Eine andere Gruppe ist extra mit dem Bus angereist. Die „Refugees Seevetal“ haben bereits einheitliche grüne Trikots. Sie sind eine Art „Allstar“-Mannschaft, die sich aus Spielern unterschiedlicher Fußballprojekte um den Ort in der Nähe von Harburg rekrutiert. Gerade sind die Betreuer, ehrenamtliche Unterstützer, dabei, einen eigenen Verein für die Flüchtlinge zu gründen. Die bislang lose organisierten Fußballprojekte sollen institutionalisiert werden. Die Spieler der Fuhsestraße tragen noch ihre privaten T-Shirts. Die Aufdrucke auf dem Rücken lassen vermuten, dass einige aus den zahlreichen Kleiderspenden stammen, die es inzwischen in den meisten Unterkünften gibt. „1. FC Brelingen - Fleischerei und Partyservice Grimsehl“ steht darauf oder „NiedersachsenMetall“.

„Sport verbindet, das wissen wir alle“, eröffnete SPD-Ratsherr Lars Kelich gegen 11 Uhr das Benefizturnier der Juso AG NordWest. Die Jungpolitiker wollen damit auch ein Zeichen setzen, dass Flüchtlinge im Stadtbezirk Herrenhausen-Stöcken willkommen sind. Der Fußballplatz ist oft der erste Ort, an dem Flüchtlinge mit dem Alltag in Deutschland in Berührung kommen. In einer kurzen Ansprache betonte auch Bürgermeister Thomas Hermann die Wichtigkeit solcher Unterstützerprojekte. Viele namenhafte Unternehmen und eine große Zahl an Sponsoren beteiligten sich durch Spenden oder die Teilnahme mit eigenen Mannschaften an dem Benefizturnier. So wurden etwa in einer großen Tombola Karten für Spiele von Hannover 96 gegen Bayern München oder VIP-Plätze für ein Spiel gegen den FSV Mainz verlost.

Den ersten Platz sichert sich das Team des Reiseveranstalters Thomas Cook. Die Flüchtlinge Fuhsestraße treffen gleich im Auftaktspiel auf einen harten Gegner. Die „Hannoveraner Leinejungs“ von der DHL machen gleich von Beginn viel Druck und gewinnen am Ende 2:1. Für ihr erstes Spiel, ohne jemals miteinander trainiert zu haben, schlugen sich die Flüchtlinge wacker. Einige Spieler hoffen, dass sie in Zukunft häufiger die Fußballschuhe schnüren könne. „Ich hätte schon Lust in einer Mannschaft zu spielen“, zeigt sich der Schütze des Ehrentreffers, Sabahudin Badzovic, motiviert. Sein Mitspieler und Freund Ibrahim Kresnik hat bereits eine neue sportliche Heimat gefunden. Seit einigen Monaten trainiert er bei der SV Arminia.

r.

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