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Stöcken Islamische Ahmadiyya-Gemeinde predigt Liebe statt Hass
Hannover Aus den Stadtteilen Stöcken Islamische Ahmadiyya-Gemeinde predigt Liebe statt Hass
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00:15 14.08.2017
In seinem Büro empfängt Imam Munawar Hussain Gemeindemitglieder für klärende Gespräche. Quelle: Tomma Petersen
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Hannover

Seit mehr als einem Jahr lebt Munawar Hussain, den in der Gemeinde alle „Herrn Toor“ nennen, in Hannover. Seitdem ist er der Imam und Theologe der Sami-Moschee und der muslimischen Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde. „Ich leite die täglichen Gebete“, erklärt Hussain. Seine Hauptaufgabe sei es, die Gemeindemitglieder zu unterrichten. „Dann bringe ich ihnen Gebete bei und helfe auch bei Schwierigkeiten. Wenn es Streit gibt, versuche ich zu vermitteln“, sagt er. Die Imame würden von der Ahmadiyya-Gemeinde in regelmäßigen Abständen in anderen Städten eingesetzt. „Der Imam hat auch viele gesellschaftliche Aufgaben.“ So sei der 62-Jährige bei großen Aktionen der Gemeinde wie dem Neujahrsputz oder der Essensausgabe für Obdachlose dabei.

In der religiösen Welt spielte die Ahmadiyya Muslim Jamaat eine ungewöhnliche Rolle, sagt er. „Es gibt unsere Gemeinde in über 200 Ländern – 1889 wurde sie in Indien gegründet“, erklärt Hussain, während er in seinem Büro in der Moschee sitzt. Hinter ihm türmen sich Schriften und Bücher bis zur Decke auf. Trotz der weltweit zehn Millionen Mitglieder sei die Gemeinschaft in den einzelnen muslimischen Staaten eine Minderheit.

Friedlich, offen und konservativ

Seit mehr als 100 Jahren wird sie von einem spirituellen und sogenannten Khilafat geleitet. „Der Begriff Khilafat oder Kalifat wird im Namen des Terrors mittlerweile missbraucht“, sagt Hussain. Allerdings bezeichne das Khilafat nur das Amt des Kalifen der Gemeinde. Das wichtigste muslimische Oberhaupt sei der fünfte Kalif Hadhrat Mirza Masroor Ahmadatba, der in London im Exil lebe. „Für uns ist er wie der Papst für die Katholiken“, erklärt Imam Hussain und muss ein bisschen lachen. Ernst fügt er dann wieder hinzu, das sei auch der Grund, weshalb die Ahmadiyya Muslim Jamaat von anderen muslimischen Gemeinden abgelehnt würde. „In Pakistan, wo ich auch geboren wurde, werden wir regelrecht verfolgt“, erzählt Hussain.

Die Gemeinde sei friedlich und vor allem offen, dennoch etwas konservativ. Hussain schüttelt zum Beispiel Frauen nicht die Hand. Und das Kopftuch sei Gebot im Koran und diene dem „Schutz und der Erkennung der würdevollen Frau“, sagt er. Es diene der Aufrechterhaltung einer friedlichen sozialen Gesellschaft. „Auch Männer sollten eine Kopfbedeckung tragen“, sagt Hussain. Auf die Frauen in der Gemeinde ist er stolz. „Darunter sind Ärztinnen und Richterinnen. Natürlich soll jede Frau studieren, wenn sie möchte“, betont der Imam.

In Zeiten des Terrors distanziert sich die Ahmadiyya-Gemeinde deutlich von Extremisten. „Wir wollen nicht nur die Bevölkerung über unsere friedliche, islamische Lehre informieren, sondern auch Jugendliche aufklären und vor religiösem Fanatismus bewahren“, sagt Hussain. Deshalb habe die Gemeinde die deutschlandweite Kampagne „Wir sind alle Deutschland“ gestartet. Heimatliebe sei Teil des Glaubens. „Und wir fühlen uns alle in Deutschland heimisch“, sagt Hussain. Das Motto der Gemeinde, das auch in großen Buchstaben an der Moschee in Stöcken steht, laute deshalb „Liebe für alle, Hass für keinen“.

Von Tomma Petersen

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