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Stöcken Stadt will nicht über Kraftwerkemissionen reden
Hannover Aus den Stadtteilen Stöcken Stadt will nicht über Kraftwerkemissionen reden
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00:15 18.07.2016
Einblick ins Heizkraftwerk Stöcken. Quelle: Behrens (Archiv)
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Hannover

Bereits im Januar hatte das Gremium auf SPD-Antrag einstimmig folgenden Beschluss gefasst: „Die Verwaltung wird gebeten, in einer der nächsten Bezirksratssitzungen einen Bericht zu den Emissionen und dem Quecksilberausstoß des Heizkraftwerkes in Stöcken zu geben.“ In der Antragsbegründung verwies der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Diener darauf, dass die Verwaltung vor einigen Jahren regelmäßig über den Schadstoffausstoß des Kraftwerks berichtet hatte.

Fachbereich hält Bericht für "überflüssig"

Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün hält einen ausführlichen Bericht allerdings für „überflüssig“. „Die Daten zu den Emissionsfrachten des Heizkraftwerks Stöcken sind öffentlich zugänglich“, schreibt die Behörde nun in einer Entscheidung und lehnt den Bezirksratsantrag ab. Stattdessen verweist sie auf den jährlich erscheinenden Enercity-Report und die Internetseite des Europäischen Schadstoffregisters PRTR. Immerhin nennt das städtische Umweltamt dem Bezirksrat die Emissionswerte für 2015, die laut Stadtwerken wie folgt lauten: 795 184 Kilogramm Schwefeldioxid, 937 458 Kilogramm Stickstoffoxide, 23 371 Kilogramm Staub und 151 010 Kilogramm Kohlenmonoxid. „Aus dem Kohleeinsatz kann über spezifische Emissionen in konservativer Vorgehensweise eine Quecksilberemission von 14 Kilogramm pro Jahr abgeschätzt werden“, heißt es weiter.

Laut Umweltbundesamt sind Quecksilber und seine Verbindungen für Lebewesen teilweise sehr giftig - insbesondere Methylquecksilber. „Diese Verbindung reichert sich besonders in Fischen und Schalentieren an und gelangt so auch in unsere Nahrungskette“, teilt das Bundesamt auf seiner Internetseite mit. Jeder Kraftwerksbetreiber, der mehr als zehn Kilogramm Quecksilber pro Jahr verursacht, ist daher berichtspflichtig. In Deutschland sind rund 50 Kraftwerke von dieser Berichtspflicht betroffen. Das Heizkraftwerk Stöcken stößt dabei vergleichsweise wenig Quecksilber aus. Eine aktuelle Studie, die die Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben hat, geht allerdings davon aus, dass durch bessere Technologien der Quecksilberausstoß in Hannover um 72,1 Prozent reduziert werden könnte. Durch den Einsatz von „quecksilberspezifischen Techniken“ könne der Ausstoß auf fünf Kilogramm pro Jahr reduziert werden, schreiben die Gutachter.

Von Christian Link

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