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Stöcken Stöckener Bad schließt ab Mai für viereinhalb Monate
Hannover Aus den Stadtteilen Stöcken Stöckener Bad schließt ab Mai für viereinhalb Monate
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Von Bernd Haase
Der Badespaß im Stöckener Bad muss für mehrere Monate unterbrochen werden. Quelle: Archiv
Stöcken

Die Stadt will das Stöckener Bad im kommenden Jahr vom 30. April an für viereinhalb Monate wegen Reparatur- und Wartungsarbeiten schließen. Das trifft sowohl Freizeitnutzer als auch die Schwimmabteilung vom Turnerbund (TB) Stöcken. „Wir haben viele Kinder unter unseren Mitgliedern, die bei uns Schwimmen lernen. Wenn sie so lange Pause machen müssen, verlernen sie doch alles wieder“, beklagt die Vorsitzende Ursula Sievert.

Sievert und auch Brigitte Flicek, die Stammgast im Stöckener Bad ist, haben bei der Sitzung des Sportausschusses am Montag verärgert auf die Situation reagiert. „Unser Bad wird häufiger geschlossen als andere“, sagt Flicek, die über die Schließzeiten Buch geführt hat. So blieben in Stöcken im vergangenen Jahr mehr als sieben Wochen die Türen geschlossen, 2015 waren es fast zehn Wochen. Im kommenden Jahr hat Stöcken die längste Sommerschließzeit von allen städtischen Hallenbädern.

Sportdezernentin Konstanze Beckedorf sagte im Ausschuss, die Arbeiten müssten in einem Rutsch durchgeführt werden, seien daher nicht zu stückeln und auch nicht auf die Wochenenden zu konzentrieren. Sievert wiederum vermutet noch einen anderen Grund: „Die Schwimmmeister wechseln während der Sommermonate in die Freibäder. Die Stadt will nicht zusätzliches Personal einsetzen.“

„Wir bieten dem Verein Hilfe an, Alternativen in anderen Bädern zu suchen“, erklärte Beckedorf. Nächstgelegene Möglichkeit für den Turnerbund mit seinen rund 150 organisierten Schwimmern wäre das RSV-Freibad in Leinhausen. Dies aber würden viele meiden, weil es nicht beheizt sei. „Wir dürften Mitglieder verlieren“, befürchtet Sievert. Wie schwierig es ist, in Hannovers Bädern noch zusätzlichen Platz für Vereine zu schaffen, musste in der Vergangenheit die SG Misburg erfahren. Seit das Hallenbad im Osten Hannovers wegen Einsturzgefahr trockengelegt ist, haben sind die Mitgliederzahlen dort merkbar gesunken.

Flicek hegt den Verdacht, dass die Stadt das Stöckener Bad den nichtorganisierten Schwimmern madig machen will. Sie verweist auf das städtische Bäderkonzept, laut dem die Halle als Gruppenbad ausgelegt ist. Schule und Vereine bekommen bei den Nutzungszeiten Vorrang gegenüber der allgemeinen Öffentlichkeit.

Im zweiten Masterplan für die Bäder, dem Sanierungsplan, ist Stöcken erst für das Jahr 2025 eingereiht. Allerdings ist noch gar nicht klar, was genau dort passiert. Gutachter prüfen, ob sich angesichts des Zustandes eine Sanierung noch lohnt oder ob ein Neubau wirtschaftlicher ist.