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Aus den Stadtteilen So sollen die Straßen im Üstra-Wohngebiet heißen
Hannover Aus den Stadtteilen So sollen die Straßen im Üstra-Wohngebiet heißen
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00:15 15.01.2018
Der Fundamente der Üstra-Siedlung in Vahrenwald sind bereits zu erkennen. Nun wurden auch die Straßennamen beschlossen. Quelle: Foto: Körner
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Vahrenwald

  Im Zuge der Bauarbeiten für das neue Üstra-Quartier in Vahrenwald werden auch neue Straßen angelegt. Ausnahmsweise sind deren Namen nicht ausschließlich weiblich. Die neuen Straßennamen ehren zudem nicht nur in Hannover lebende Menschen, sondern stellen allesamt einen Bezug zum Unternehmen Üstra sowie zu der Neubausiedlung dar. 

Die nördliche private Wohnstraße, die in Verlängerung der Alvenslebenstraße in das Wohngebiet führt, wird Anna-Klähn-Straße heißen;  die mittlere, die in westliche Richtung von der Wedelstraße abzweigt, Elsa-Kruse-Straße. Bei der südlichen privaten Wohnstraße,  die in westliche Richtung von der Wedelstraße abgeht, kommt Eduardo Vargas zum Zuge. 

Vargas wurde 1933 in Valparaiso (Chile) geboren und ist 1996 verstorben. Er studierte Architektur zunächst in Chile und Ende der Fünfzigerjahre zusätzlich an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. 1969 kehrte er mit seiner deutschen Frau Cornelia Koch, ebenfalls Architektin, nach Valparaiso zurück. Gemeinsam engagierte sich das Paar dort in einer Vielzahl von Projekten des sozialen Wohnungsbaus. Ab 1964 war Eduardo Vargas auch als Professor in der Architekturausbildung tätig. 1969 wurde Vargas Direktor des Fernsehkanals der Universidat Catolica in Valparaiso. Der Militärputsch und die nachfolgende Diktatur führten zu seiner Entlassung aus der Direktion der Fernsehanstalt. Um vor weiteren offensichtlichen Bedrohungen Schutz zu suchen, ging er mit seiner Frau und den sieben Kindern 1975 nach Hannover ins deutsche Exil. An der Universität Hannover erhielt er zunächst eine Gast- und später eine ordentliche Professur. Als Professor für Architektur lehrte und publizierte er seine Lehre von einer sozialen und auf den Menschen bezogenen Architektur. Mit seiner Haltung prägte er eine Vielzahl erfolgreicher Architekten, darunter die Gründer des Büros Mosaik, die Architekten des jetzt entstehenden Wohngebietes.

Die ersten Frauen bei der Üstra

Anna Klähn trat 1914 als Ersatz für in den Krieg gezogene Männer bei der Üstra ein. Sie wurde als Schaffnerin eingesetzt und blieb dies auch nach Ende des Ersten Weltkrieges, da die Personalnot durch das Fehlen der gefallenen Üstra-Mitarbeiter groß war. 1920 beteiligte sie sich, wie viele andere Mitarbeiter des Fahrdienstes, am großen Streik der hannoverschen Straßenbahner. Die Mitarbeiter traten für Verbesserungen im Sozialwesen sowie für bessere Bezahlung ein. Nachdem der Streik erfolglos beendet war, änderte sich Anna Klähns Tätigkeit, sie wurde Büroschaffnerin. Ihre Aufgaben bestanden fortan darin, Schreibarbeiten und ähnliche Tätigkeiten für den Betriebshofdienst zu übernehmen. 1939 feierte sie ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Das Schicksal von Anna Klähn steht exemplarisch für das Leben, wie es nicht wenige Üstra-Mitarbeiter in Zeiten der Weltkriege führen mussten.

Elsa Kruse, verheiratete Gruner-Kruse, geboren 1898 in Hannover, wurde 1915 als Kontoristin eingestellt. Im Dezember 1932 wurde sie zur Leiterin der kaufmännischen Abteilung ernannt. 1933 erhielt Elsa Kruse als erste Frau Handlungsvollmacht und 1948 Prokura bei der Üstra. 

Von Susanna Bauch

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