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Süd 30 Fehlalarme im Flüchtlingsheim
Hannover Aus den Stadtteilen Süd 30 Fehlalarme im Flüchtlingsheim
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02:15 06.04.2015
Bleibt noch bis 2017 Flüchtlingsunterkunft: Das Gebäude an der Zweibrückener Straße. Quelle: Surrey
Hannover

Die vielen unnötigen Feuerwehreinsätze wurden nach Angaben der Stadt vor allem von Brandmeldern ausgelöst, die ursprünglich in den Küchen installiert waren. „Die Anlage löst automatisch einen Alarm bei der Feuerwehr aus, sobald ein Brandmelder aktiviert wird“, erklärte Stadtbezirksmanager Wolfgang Just während der Sitzung. Mitte 2014 tauschte die Stadt daher die meisten dieser auf Rauch reagierenden Brandmelder gegen thermische Brandmelder aus - mit beschränktem Erfolg. „Teilweise werden auch die Brandmelder in den Fluren durch Wasserdampf aus der Küche aktiviert“, sagte Just. So rückte die Feuerwehr 2015 bislang neunmal vergeblich zur Unterkunft aus, 2014 waren es 21 Fehlalarme.

Nachdem die Stadt das Gebäude voraussichtlich bis 2017 als Flüchtlingsunterkunft nutzen kann, will sie das Problem jetzt richtig angehen und dafür auch Geld investieren. Mit einer Fachfirma werde die Verwaltung prüfen, ob und wie sich die Zahl der Fehlalarme reduzieren lässt. „Denkbar sind etwa zusätzliche Türen oder bessere Entlüftungsmöglichkeiten in der Küche“, sagte Just.

Kosten trägt die Stadt

Die Kosten für die Fehlalarme in der Zweibrückener Straße trägt die Stadt. Wie Rathaussprecher Alexis Demos auf Anfrage des Stadt-Anzeigers berichtete, sei dies vertraglich so geregelt worden. „Aufgrund mangelnder Erfahrungswerte konnte der Betreiber keine realistischen Kosten kalkulieren, oder er hätte hohe Risikozuschläge berücksichtigen müssen“, sagt Demos. Wie teuer die Feuerwehreinsätze im Wohnheim waren, wollte die Stadt nicht mitteilen. Pro Fehlalarm stellt die Feuerwehr normalerweise mehrere hundert Euro in Rechnung.

Die vielen Fehlalarme sind ein spezielles Problem des Kirchröder Flüchtlingsheims. In den neu gebauten Unterkünften sind die technischen Voraussetzung laut Demos ganz andere. Wenn dort ein Brandmelder anschlägt, werde nicht automatisch die Feuerwehr alarmiert. Dies müsse letztlich der Wachdienst oder ein anderer Mitarbeiter übernehmen. „Allerdings kommt es auch bei diesem Verfahren gelegentlich zu Fehlalarmen“, sagte der Stadtsprecher.

Auch der Rettungsdienst rückte in den vergangenen 14 Monaten ziemlich oft ins Flüchtlingsheim aus. Insgesamt 27 Einsätze zählte die Stadt in diesem Zeitraum. „Inwieweit die Notarzteinsätze gerechtfertigt waren, kann die Verwaltung nicht beurteilen“, sagte Demos. Dass die Mediziner ebenfalls falsch alarmiert wurden, glaubt er nicht: „Der Rettungsdienst wird nicht automatisch mit dem Auslösen der Brandmeldeanlage alarmiert, sondern durch Menschen gerufen.“

Verbesserung durch neues Konzept

Die Zustände im Flüchtlingsheim an der Zweibrückener Straße sollen besser werden. Nach einem Gespräch zwischen Stadt und Betreiber, der Firma Fair Facility aus Isernhagen, wurden zahlreiche Probleme besprochen und Verbesserungen vereinbart. Zuvor hatte ein Brief des Unterstützerkreises mehrere Defizite in der Unterkunft und deren Betrieb an die Öffentlichkeit gebracht. Die Helfer bemängelten darin die Sauberkeit sowie den Zustand des Gebäudes, klagten über fehlende Kontinuität beim Personal und berichteten von verschwundenen Sachspenden.

„Alles in allem befindet sich das Flüchtlingsheim jetzt auf einem guten Weg“, sagte Bezirksbürgermeister Bernd Rödel (SPD) in der jüngsten Bezirksratssitzung und berichtete von den Ergebnissen des Gesprächs. Die Heimleitung werde personell verstärkt, es gebe endlich einen Pförtner, mehr Reinigungskräfte, eine Kleiderkammer für den Nachbarschaftsverein und ein grundsätzlich neues Konzept für das Flüchtlingsheim. „Wir werden ein Auge darauf haben, dass es nicht mehr zu solchen Missständen wie bisher kommt“, sagte Rödel im Namen des Bezirksrats.

Trotz der bisherigen Probleme will die Stadt die Zusammenarbeit mit dem Betreiber Fair Facility gerne fortsetzen. Das Unternehmen betreibt bereits mehrere Flüchtlingsheime in Hannover, unter anderem auch auf der Bult und in Anderten. „Bislang waren die Erfahrungen in der Zusammenarbeit gut“, sagt Rathaussprecher Alexis Demos.

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