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Süd Als Liebesbriefe korrigiert wurden
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Als Liebesbriefe korrigiert wurden
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11:51 25.11.2013
Von Heike Schmidt
Erste Reihe von links: Gerhad-Dietrich Thies, Helmut Heidenreich, Dieter Voigt, Klaus Rempe, Hubert Rahnke,  zweite Reihe von links: Ernst-Günter Winkelmann, Horst Stahlhut, Jurgen Krause, Hans-Albert Falte, Wilfried Lücke, Heinrich Oelsen, dritte Reihe von links: Werner Erdner, Dieter Fahrenbach, Günther Bosse. Quelle: Moritz Küstner
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Schließlich war es verboten, zu den Mädchen der benachbarten Schule Kontakt aufzunehmen - oder ihnen gar mehr oder minder schlüpfrige Liebesbriefe zu schreiben. „Dabei hatte Herr Höft schon die aus dem Verkehr gezogen, die unter der Gürtellinie waren“, erinnert sich Wilfried Lücke.

Aber das wussten die Jungs natürlich nicht. Daran erinnern sich aber alle noch lebhaft: Nach 60 Jahren haben sich 17 der ehemals 41 Absolventen der Knaben-Mittelschule 1 im Gartensaal des Neuen Rathauses wieder getroffen. Seit nunmehr 27 Jahren treffen sich die Schüler von einst, die inzwischen stattliche Herren geworden sind, am ersten Freitag im November. Organisiert hat das Treffen wir in jedem Jahr Jürgen Krause. Sicher, zu den ersten Treffen die ehemaligen Klassenkameraden zusammenzubekommen, sei schon sehr schwer gewesen. Aber inzwischen hat er zu denen, die noch leben, regelmäßig Kontakt. Horst Beyer jedenfalls, wird auf jeden Fall wieder dabei sein, obwohl er derjenige ist, der die längste Anfahrt hat. Beyer wohnt inzwischen in der Nähe des Bodensees. Aber auch diejenigen, die nicht dabei sein können, bleiben nicht uninformiert. Krause wird auch wieder diejenigen anrufen, die den Nachmittag, aus welchen Gründen auch immer,im Gartensaal nicht mit verbringen. „Ich werde natürlich ausführlich berichten“, erklärt Krause, der auch mit jedem einzelnen vor dem eigentlichen Treffen telefoniert, um zu fragen, wie es denn so stünde.

Im Laufe der Zeit sind leider schon einige ehemalige Mitschüler verstorben. „Wir sind ja alle in den Jahrgängen zwischen 1933 und 1937 geboren“, erklärt Werner Erdner. Da es in den Kriegsjahren kaum Unterricht gab, waren die Jungen damals schon älter, als sie zur Schule gingen. „Wir haben mit 17 Jahren Abschluss gemacht“, erinnert sich Lücke. Normalerweise wären sie bei Schulabschluss 14 Jahre alt gewesen. Da sie oft schon junge Männer waren, interessierten sie sich eben auch schon ernsthafter für die Mädchen von nebenan. Und so kam es dann eben auch zu dem versuchten Briefwechsel. Doch die Schriftstücke kamen bei den Empfängerinnen nicht an. Die Lehrer fingen sie ab. Und dann stand Herr Höft mit einem Packen Liebesbriefe in der Hand vor seinen Jungs, las einen der Briefe an und meinte: „Also echt, damit wollt ihr ein Mädchen beeindrucken? Da ist ein Kommafehler, da ist ein Rechtschreibfehler ...“

„So ging es die ganze Zeit. Vier Stunden lang. Er hatte sich wirklich die Mühe gemacht, jeden einzelnen Brief zu korrigieren“, erinnert sich Lücke. Und noch heute erinnern sich die Jungs von einst gerne an diesen Lehrer, der ihnen viel beibrachte - nicht nur in Sachen Orthographie oder Kommasetzung.

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