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Süd Alt-Katholiken bauen eine neue Kirche
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Alt-Katholiken bauen eine neue Kirche
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15:08 15.04.2009
Das neue Gotteshaus an der Brabeckstraße – hier in einer Fotomontage – soll 100 Gläubigen Platz bieten. Quelle: Handout

Viele Glaubensgemeinschaften unterliegen einem großen Spardruck: Gemeinden sollen zusammengelegt, Kirchen entwidmet, Stellen nicht neu besetzt werden. Umso bemerkenswerter ist es, dass eine Kirchengemeinde im großen Umfang investieren will: Die Alt-Katholiken planen an der Brabeckstraße in Kirchrode in Höhe der Ostfeldstraße ein neues Kirchengebäude und den Umbau der bisherigen Räumlichkeiten. Insgesamt sind dafür rund 500.000 Euro vorgesehen. Die Kosten werden vom Bistum Deutschland getragen, zu dem rund 30.000 Mitglieder gehören.

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bereits im vergangenen Jahr beginnen. Allerdings liegt der Verwaltung erst jetzt ein entsprechender Bauantrag vor. Pastor Oliver Kaiser rechnet damit, dass in diesem Sommer mit dem Abriss einer alten Garage begonnen werden kann. An dieser Stelle soll später eine Kirche mit einer getreppten Fassade aufragen, die etwa 130 Quadratmeter groß ist und Platz für bis zu 100 Gläubige bietet. Das Gebäude soll eindeutig als katholische Kirche erkennbar sein, betont Kaiser. Zudem werde sich die Kirche in die denkmalgeschützte Nachbarschaft einfügen.

Der Altar soll im östlichen Teil des Gebäudes stehen, im westlichen Teil wird sich ein großes Taufbecken befinden, das nach dem Betreten der Kirche durchschritten werden kann. „Wir wollen den Taufritus an Erwachsene anpassen“, erklärt Kaiser die Größe des Beckens. Immer wieder komme es vor, dass neue Gemeindemitglieder nicht getauft seien. Während Kirchen anderer Konfessionen zunehmend Mitglieder verlieren, verzeichnen die Alt-Katholiken laut Kaiser leichten Zulauf: „Wir sind ganz bunt gemischt. Zu uns kommen Menschen, die noch nie einer Kirche angehörten, aber auch Menschen, die aus anderen Kirchen ausgetreten sind.“

Die bisherigen Räumlichkeiten der Alt-Katholiken, die sie 2003 erwarben, sind seit einiger Zeit nicht mehr ausreichend für die etwa 1700 Gemeindemitglieder, die aus ganz Niedersachsen zu den Gottesdiensten und Kirchenfesten anreisen. Für sie sollen auch Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden. Bisher mussten die Gottesdienste in anderen, zumeist evangelischen, Kirchen abgehalten werden. Der Neubau trägt nun dem Wunsch vieler Gemeindemitglieder nach einer eigenen Identität Rechnung. Daher kam für die Alt-Katholiken auch nicht die Übernahme einer nicht mehr genutzten Kirche in Frage. Außerdem seien diese Gebäude in der Regel zu groß und stark sanierungsbedürftig, erläutert Kaiser.

Die Alt-Katholiken hatten sich von der römisch-katholischen Kirche abgespalten, nachdem ein Konzil in Rom 1870 die Unfehlbarkeit und die absolute Leitungsgewalt des Papstes erklärt hatte. Wegen ihres Widerspruchs wurden damals viele Gläubige exkommuniziert, die sich später in einer eigenen Gemeinde zusammenfanden. Bei den Alt-Katholiken besteht für die Priester kein Zölibatszwang. Außerdem können Frauen jedes Amt bekleiden. Jeder Erwachsene darf zudem über die Belange der Gemeinde mitbestimmen.

von Sebastian Hoff

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