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An der Brabeckstraße warten Fahrgäste zwischen Taubenkot und Müll

Stadtbahn An der Brabeckstraße warten Fahrgäste zwischen Taubenkot und Müll

Hier hält sich niemand mehr länger auf, als unbedingt notwendig: Die Haltestelle Brabeckstraße ist vermüllt und übersät mit Taubenkot. Die Vögel sitzen auf den Fahrstühlen, der Bahnanzeige und nisten sogar auf der Gleisüberdachung. Jetzt sollen Maßnahmen gegen die „Taubenplage“ ergriffen werden.

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Sauberkeit und Zustand der Haltestelle Brabeckstraße lassen stark zu wünschen übrig. Vor allem die zahlreichen Tauben an der Station verärgern die Fahrgäste.

Quelle: Becker

Bemerode. An der Stadtbahnhaltestelle Brabeckstraße gurrt es. Nicht leise und vereinzelt, sondern laut und von allen Seiten. Die Station hat ein Taubenproblem, man hört und sieht es sofort. Schon auf den Stufen, die am Haupteingang der Haltestelle Brabeckstraße zum Bahnsteig führen, fallen die Hinterlassenschaften der Vögel auf. Die Stufen sind übersäht mit schwarz-weißem Taubendreck. „Das sieht scheußlich aus“, sagt eine Seniorin aus Linden, die hier in den Bus umsteigt. Und auch Passantin Regina Klippe verzieht das Gesicht. „Das sieht wirklich schlimm aus“, sagt sie. Da müsse man aufpassen, wo man hintrete. „Und das ist hier schon lange so“, sagt die Stadtbahnfahrerin.

Die Tauben haben die Station Brabeckstraße erobert. Sie sitzen auf den Fahrstühlen, auf dem Geländer, auf der Bahnanzeige – und sie haben sich Plätze zum Nisten gesucht: Auf der Überdachung der Gleise, unterhalb der Treppe am Haupteingang, sitzen gleich mehrere Vögel und brüten.

Der Taubendreck ist nicht das einzige Problem der Station: Für Unmut bei den Pendlern sorgt auch der Müll, der in großen Mengen an der Haltestelle herumliegt: Dosen, Flaschen, Tetrapacks und Zigarettenschachteln – und dazwischen immer wieder Tauben. Auf der Zwischenebene der Station geht es mit alten Handschuhen, einem Schraubenzieher und einem kaputten Regenschirm weiter. Die Spur des Drecks zieht sich die Treppen hinab bis zu den Gleisen.

Verweilen tut an der Haltestelle scheinbar niemand gerne: „Das fällt unangenehm auf“, sagt Marina Cernina, die wie die meisten anderen Fahrgäste schnell die Station verlässt. Auch der SPD-Fraktion im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode ist der schlechte Zustand der Haltestelle ein Dorn im Auge. Schon im August 2010 fragte sie bei der Stadtverwaltung nach, welche Maßnahmen diese gegen die „Taubenplage“ ergreifen wolle. Das erste „Taubenabwehrsystem“ wurde daraufhin noch im Sommer 2010 eingerichtet: An einigen Stellen wurden Stahldornen angebracht, um die Vögel abzuhalten. Diese suchten sich daraufhin aber einfach andere Landeplätze.

Darum hat die Infra in dieser Woche begonnen, weitere „Taubenvergrämungs-Maßnahmen“ einzurichten. „Das Ziel ist es, das Nisten der Tauben zu unterbinden“, sagt Wolfang Ehelebe von der Infra. Dazu würden verschiedene Hilfsmittel angebracht werden: Netze, Elektrodrähte und Metallschrägen. „Die Tauben sind jedoch sehr aufdringlich. Wir müssen beobachten, ob unsere Maßnahmen von Erfolg gekrönt sind und gegebenenfalls nachbessern“, sagt der Infra-Mitarbeiter.

Am 13. November 1999 wurde die neue Bahnstation, damals noch unter dem Namen „Bemerode/Mitte“ das erste Mal von einem „Silberpfeil“ angefahren. Ehrengäste durchschnitten rot-weiße Baustellenbänder, im Hintergrund spielte die Feuerwehrkappelle, und Bürgermeister Bernd Strauch sagte: „Wenn es künftig auch in der Straßenbahn Musik gibt, ist der Service perfekt.“

Mittlerweile ist die Station nicht nur wegen der Tauben und des Mülls auf der Überdachung und den Gleisen in einem schlechten Zustand. „Zwölf Jahre nach Fertigstellung der Stadtbahnanlagen hat der Zahn der Zeit erhebliche Spuren hinterlassen – ein ungewöhnlich kurzer Zeitraum für manche Schäden“, sagt SPD-Bezirksratsherr Fritz-Joachim Konietzny. Er habe unter anderem Rostspuren, eine undichte Regenrinne und kaputte Steinplatten entdeckt. Die Infra, die das Stadtbahnnetz Hannover verwaltet, will die Mängel beheben: „Es gibt derzeit Planungen, um im nächsten Jahr umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Haltestelle durchzuführen“, sagt Üstra-Sprecher Iwannek.

Im Christentum steht die Taube für Hoffnung und Frieden. In der Brabeckstraße hoffen die Fahrgäste und Anwohner, dass Ruhe und Frieden einkehren – und zwar ohne Tauben. Dazu müssen nach Ansicht der Infra aber alle mithelfen. „Die Tauben nisten und halten sich dort auf, wo sie durch Passanten gefüttert werden“, schreibt das Unternehmen in einer Stellungnahme an den Bezirksrat. Nach Beobachtungen der Infra geschehe dies im Bereich des an die Haltestelle angrenzenden Altenheimes.

Manuel Becker und Christian Link

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