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Süd Anglerhosen gehören zum Inventar
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Anglerhosen gehören zum Inventar
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12:57 27.08.2010
Schmucke Häuschen mit hübschen Details finden sich an vielen Ecken der Kolonie. Quelle: Karin Vera Schmidt

Die Döhrener Kleingärtner sind individuelle Häuslebauer, das sieht man gleich. Aber ein Motto gilt für jedes Häuschen, wenn alle Jahre wieder die Gartensaison zu Ende geht: Alles hochstellen, was nicht nass werden soll. Darin sind die Kleingärtner Profis, denn schon seit 50 Jahren geht das so. Am kommenden Wochenende feiert der Verein „Döhrener Masch“ daher ein Jubiläumsfest am Vereinshaus, das hier Vereinscenter genannt wird, am Gartenweg „Mühlenhube“. Dieses Heim wurde 2005 in Eigenleistung errichtet und finanziert.

Genau genommen gibt es viele der insgesamt knapp 218 Gärten schon deutlich länger als 50 Jahre. Bereits in den dreißiger Jahren bauten Menschen in der Döhrener Masch Blumen, Obst und Gemüse an. Es ist zu vermuten, dass sie sich in ihren Gärten auch vom Alltag in der Stadt erholten, so wie sie es heute noch tun. Viele Lauben dienten während und nach dem Krieg auch als Behelfswohnheime. Und abgesehen von den regelmäßigen Bedrohungen durch Hochwasser war es auch die Stadt, die die Kleingärten einmal bedrohte. In den fünfziger Jahren gab es Pläne, die Gärten zugunsten öffentlicher Freizeitflächen zu beseitigen. Da machten sich die Gärtner stark und gründeten am 9. April 1960 einen Verein. Inzwischen sind die Gärten durch einen Bebauungsplan in ihrem Bestand gesichert.

Um ein Haar hätte die Kolonie gar nicht „Döhrener Masch“, sondern „Willmershausen“ geheißen. Das sollte daran erinnern, dass viele Gärten bereits seit 1954 als Grabeland vom Willmerschen Rittergut verpachtet wurden. Der Urgroßvater des heutigen Verpächters Carl-Willmer Graf von Hardenberg hatte das Gebiet als Reserveland für den Abbau von Ton gekauft. Den benötigte er für seine Ziegelei an der Willmerstraße und konnte jederzeit die Räumung eines Gartens verlangen, wenn er dort Ton oder Kies abbauen wollte. Während ihrer Gründungsversammlung entschieden sich die 43 Gründungsmitglieder dann aber doch für den Namen „Döhrener Masch“.

Mittlerweile gibt es im Verein deutlich mehr Mitglieder. Die Gärten verteilen sich auf insgesamt zwölf Hektar Fläche, es sind etwa vier Kilometer öffentlich zugänglicher Wege für beschauliche Spaziergänge angelegt. 270 Mitglieder zählt der Verein, denn im September 1966 wurde die Kolonie Wilkenburger Straße in den Verein aufgenommen und bald darauf auch die Kolonie Stichkamp. Dank einer vereinseigenen Stromgemeinschaft werden fast alle Gärten mit Elektrizität versorgt. Diese Gemeinschaft besteht seit den achtziger Jahren und kümmert sich um notwendige Reparaturen und Wartungen des Stromnetzes.

Um den Hochwasserschutz muss sich hingegen jeder Gartenpächter selbst kümmern. Nicht wenige haben daher Anglerhosen im Hausinventar oder sogar Boote, um im Hochwasserfall ins Haus oder aus dem Haus zu kommen. Ab 5,10 Meter Leinewasserstand heißt es für die Kleingärtner „Land unter“. Am schlimmsten war es im März 1981, als von vielen Häusern praktisch nur noch das Dach zu sehen war. Das letzte große Hochwasser wurde Anfang Januar 2003 registriert. Aber davon wird am Wochenende wohl kaum gesprochen werden – es ist Sommerzeit und Erntezeit.

Die Geburtstagsfeier startet am Sonnabend, 28. August, um 11 Uhr mit Ansprachen und Musik. Ab 14 Uhr gibt es Kinderprogramm mit Mitmachzirkus, Ponyreiten und Spielen. Abends wird die Hannoversche Funkengarde HFG mit Showeinlagen erwartet. Am Sonntag, 29. August, empfangen die Kleingärtner um 11 Uhr andere Vereine der Arbeitsgemeinschaft Döhrener Vereine und den „Überraschungsgast“ Tommi Baake. Um 12 Uhr treten die Majoretten der HFG auf.

Karin Vera Schmidt

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