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Seelhorster Garten geht in die Endphase

Kirchrode Seelhorster Garten geht in die Endphase

Die Zeichen deuten auf Vollendung: Bis 2018 könnten die letzten Baulücken im Wohngebiet Seelhorster Garten geschlossen werden. Gut 16 Jahre nach dem ersten Spatenstich auf dem Gelände von 1999 geht der Bau eine der größten Wohnungsbauinitiativen Hannovers in die Endphase.

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Nur noch wenige Grundstücke sind im Seelhorster Garten verfügbar: Die meisten von ihnen sind für eine gewerbliche Nutzung gedacht.

Quelle: Marcel Schwarzenberger

Kirchrode. Rund 640 Wohneinheiten könnten es am Ende sein. Derzeit schicken sich die Baufirmen an, die letzten großen Grundstücke zu bebauen. „Es ist fast nichts mehr frei“, sagte Hanno Haccius, Immobilienmanager bei der von Nordeck-Gruppe, dem Stadt-Anzeiger. Die aus der Aufspaltung des Bahlsen-Konzerns hervorgegangene Firmengruppe von Nordeck vermarktet das rund 160 000 Quadratmeter große Wohngebiet beiderseits der Bemeroder Straße.

Drei Bauvorhaben werden in Kürze konkret. Die Laatzener Firma Fischer-Bau will am Aronstabweg / Ecke Goldrutenweg zehn Einfamilien-Reihenhäuser bauen. Der Aronstabweg verläuft parallel zur Bemeroder Straße mit ihren Gleisen der Stadtbahnlinie 6. Die Schlafräume werden deshalb nach Südwesten hin ausgerichtet - weg vom Verkehrslärm. Zwei Vollgeschosse und darüber ein sogenanntes Staffelgeschoss sind geplant. Die Dächer werden begrünt, die Fassaden mit für das Wohngebiet typischen Klinkersteinen versehen. Der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode stimmte dem Projekt bereits im vergangenen Dezember zu. Gebaut wird voraussichtlich noch in diesem Jahr. „Möglicherweise auch 2016. Die notwendigen Zustimmungen der Stadt liegen noch nicht vor“, sagte Haccius.

Die von Nordeck-Gruppe verkauft nicht nur; sie baut auch selbst im Seelhorster Garten. An der Straße Döhrbruch, gleich neben dem Madsack-Pressehaus, errichtet das Unternehmen zwei Gebäuderiegel. Beide sollen jeweils 22 Mietwohnungen Platz bieten. Eines der beiden Häuser ist fast fertig, in ihm will von Nordeck auch 800 Quadratmeter Bürofläche vermieten. Im Nachbargebäude sind außer den Wohnungen noch rund 650 Quadratmeter für Büronutzung eingeplant. Mit den Bauarbeiten dafür soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Zwischen Döhrbruch und der südlich davon liegenden Kohnestraße gibt es weitere Baufelder. Eines davon will die Firma Baugrund noch in diesem Jahr mit einem Mehrfamilienhaus bebauen. Darin sind 18 Eigentumswohnungen vorgesehen. Östlich davon hat von Nordeck ein großes Baugrundstück an Investoren verkauft, die in den kommenden Jahren Büros und weitere Mietwohnungen errichten wollen. Die Planungen dafür liefen derzeit, sagte Haccius. Er schätze den Umfang auf etwa 80 Wohnungen und insgesamt 1500 Quadratmeter Bürofläche.

Noch nicht verkauft und verplant sind nur noch wenige Grundstücke im Seelhorster Garten. Eine Fläche neben dem Baugrund-Areal gehört dazu, auf der ein weiteres Mehrfamilienhaus mit bis zu 26 Wohneinheiten denkbar ist. Ansonsten seien nur noch einige kleinere Flächen am Döhrbruch und an der Bemeroder Straße frei, sagte Haccius. Die seien für gewerbliche Nutzungen oder auch für eine Mischung aus Wohnen und Bürofläche gedacht. Auch für diese Grundstücke hofft Haccius, bis 2018 Investoren zu finden. „Es wird aber nicht so leicht werden, Nutzer für diese kleinteiligen Flächen mit Gewerbeauflagen zu finden.“ Der Seelhorster Garten profitierte in den vergangenen Jahren vor allem vom Bauboom auf dem freien Wohnungsmarkt. Die Stadt Hannover sucht händeringend nach Bauflächen, auf denen Familien ihre Eigenheime bauen können. Das Baugebiet befindet sich neben dem Seelhorster Wald in bester Lage.

Das Wohngebiet im Quittengarten

Ende der neunziger Jahre geriet das Firmenimperium der Familie Bahlsen in die Krise. Interne Zwistigkeiten mündeten schließlich in einer Aufteilung des Erbes in drei Linien: die hannoversche Firma Bahlsen, die Lorenz Bahlsen Snack-World GmbH in Neu-Isenburg und die Firmengruppe der Familie von Nordeck. Letztere verwaltet etliche Liegenschaften. Am Seelhorster Forst baute die Bahlsen-Familie einst Quitten und Äpfel an – und dort entwickelt die Firmengruppe seit 1998 den Seelhorster Garten als Wohngebiet. Damals wurden die ersten Baugrundstücke verkauft und ein Jahr später bebaut. Die ersten Einfamilienhäuser entstanden südlich der Bemeroder Straße. Die Stadt hatte sich für die Nutzungsänderung eingesetzt. Allein in den ersten 15 Jahren zog das Baugebiet mehr als 1000 neue Bewohner an. Auch der Johanniterorden baute dort: 2014 stellte er ein Wohnprojekt mit 57 seniorengerechten Apartments für elf Millionen Euro fertig.

Von Marcel Schwarzenberger

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