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Süd Diese Kritik gibt es an den Plänen für das Sportgelände
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Diese Kritik gibt es an den Plänen für das Sportgelände
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16:01 25.05.2018
Muss bis Ende 2019 möglicherweise Sportplätzen weichen: Der Kletterturm Kronsberg Life Tower an der Oheriedentrift. Quelle: Samantha Franson
Bemerode

Für ihre Planungen rund um die Bezirkssportanlage Bemerode erntet die Stadt Hannover Kritik. Besonders der Verein Kronsberg ­Life Tower muss um seine Existenz fürchten, wenn das Konzept so umgesetzt wird, wie es die Verwaltung Anfang des Jahres vorgestellt hat. Demnach soll das 14 500 Quadratmeter große Gelände mit dem Kletterturm an der Oheriedentrift weiteren Sportplätzen und einem Beachvolleyballfeld für den TSV Bemerode weichen.

Auch den Standort Blaue Schule will die Stadt aufgeben: Während die Nebenstelle der IGS und die Grundschule Kronsberg zurück an den IGS-Hauptstandort am Kattenbrookstift ziehen sollen, sind eine neue Grundschule und eine Kita auf dem Gelände Bemerode-Ost geplant.

Der Vertrag zwischen dem Kronsberg Life Tower und der Stadt sieht vor, dass der Verein einen Großteil seines Geländes bis Ende des Jahres räumt. Den nördlichen Teil, auf dem der Turm steht, muss der Verein bis Ende 2019 verlassen. „Unser größter Wunsch wäre es, 4000 Quadratmeter zu behalten“, sagt der Vereinsvorsitzende Torsten Heidenblut. Unterstützung bekommt er nicht nur von den Kindern, die das Kletterangebot nutzen und bisher gut 600 Unterschriften für den Erhalt des Geländes gesammelt haben, sondern auch aus dem Bezirksrat.

Anträge zurückgezogen

Zwei Anfragen zum Thema hatten die Politiker in der vergangenen Bezirksratssitzung gestellt. Weil die Verwaltung jedoch nicht fristgerecht antwortete, zogen die Politiker daraus resultierende Anträge zurück. Diese werden in der kommenden Sitzung im Juni wieder auf der Tagesordnung stehen. In den nachgereichten Antworten teilt die Verwaltung nun mit, dass der Verein Kronsberg Life Tower davon ausgehe, den Turm an anderer Stelle wieder aufbauen zu können. Die Finanzierung trage der Verein, im städtischen Haushalt seien keine Mittel dafür vorgesehen. Ob eine Verlegung des Turms tatsächlich so einfach möglich ist, wisse er aber nicht, sagt dagegen Heidenblut. Leisten könne sich das der Verein ohnehin nicht. „Wir wären pleite, wenn wir die Kosten für den Umzug tragen müssten“, sagt der Vorsitzende. „Dann wäre das Projekt tot.“

Kritik löst auch der geplante Standort der neuen Grundschule an der Ecke Wil­helm-Göhrs-/Wülferoder Straße aus. Grund ist nicht nur das hohe Verkehrsaufkommen, sondern auch, dass für den Schulneubau die Tennisplätze des TSV umziehen müssten. Zu möglichen Alternativen äußert sich die Verwaltung in der nachgereichten Antwort nicht. Die wachsende Sorge aus der Tennissparte, eine Zeit lang ohne Plätze dazustehen, versteht TSV-Vorsitzender Manfred Duttke allerdings nicht. „Natürlich verschwinden die alten Plätze erst, wenn es neue gibt“, sagt er. Der Verein befürworte das Konzept der Stadt.

Kommentar: Die Stadt muss besser informieren

Natürlich möchte der Verein Kronsberg Life Tower sein Gelände behalten. Natürlich braucht der TSV Bemerode weitere Plätze – nach den Angaben des Vorsitzenden Manfred Duttke muss die Fußballsparte des Vereins jedes Jahr mehr als 50 Kinder wieder nach Hause schicken, weil die Anlage einfach zu klein ist. Und natürlich braucht der Stadtteil eine neue Grundschule, wenn mit dem Baugebiet Kronsberg-Süd in den kommenden Jahren Tausende neue Bewohner nach Bemerode kommen. Die Interessen vom Fachbereich Sport und Bäder und dem Fachbereich Schule, von den Vereinen und deren Mitgliedern, den Politikern und Anwohnern prallen aufeinander – all diese zu vereinen ist schwierig. Das überrascht wohl niemanden.

Hilfreich wäre es da aber, wenn die Verwaltung Fragen zu einem für den Bezirk so wichtigen Thema fristgerecht beantworten würde. Zusätzlich zu zwei Anfragen zum Thema Bemerode-Ost blieben zwei weitere Anfragen in der vergangenen Sitzung unbeantwortet, weshalb die Politiker mehrere Anträge wieder zur Beratung in die Fraktion ziehen mussten. Das sorgte berechtigterweise für Unmut im Bezirksrat.

Die Stadt Hannover sollte sich also gerade bei einem so komplexen Thema mit vielen Beteiligten um eine bessere Informationspolitik bemühen.

Von Johanna Stein

Von Johanna Stein

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