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Süd Müll auf Plätzen und Spielflächen stört Anwohner
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Müll auf Plätzen und Spielflächen stört Anwohner
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00:24 03.06.2018
Die Mitglieder des Vereins GeMit sind sauer, dass aus ihren Pflanzkübeln am Rübezahlplatz schon wieder Blumen gestohlen wurden. Quelle: Michael Zgoll
Döhren-Wülfel

Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum: Das war vergangenen Donnerstag das Thema einer Sondersitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel. Sigrid Promann, Schulleiterin der Grundschule Beuthener Straße (Mittelfeld), hatte auch gleich eine kleine Liste kritikwürdiger Punkte mitgebracht, zusammengestellt von Mitgliedern des Schülerparlaments und der Demokratie-AG. Die auf dem Rübezahlplatz und an Haltestellen herumlungernden Trinker stören die Kinder ebenso wie der von externen Nutzern stammende Müll auf ihrem Schulhof, leere Bierflaschen auf Spielplätzen missfallen ihnen und freilaufende Hunde ängstigen sie. Die spannende Frage, die den Abend bestimmte, war: In welchem Maße können die Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes – den die Stadt künftig erheblich ausweiten will – zu einem Plus an Sicherheit und Ordnung in Döhren-Wülfel beitragen?

Prominenter Gast in der Bezirksratssitzung war Finanz- und Ordnungsdezernent Axel von der Ohe, seit Wochen auf Rundreise durch die hannoverschen Stadtbezirke unterwegs. Eingeladen zu den jeweils zweistufigen Diskussionsrunden auf Bezirksratsebene waren und sind neben den Politikern alle Anwohner aus den Stadtteilen; sie sollen ihre Erwartungen und Wünsche zu Sicherheit und Ordnung in ihrer Nachbarschaft formulieren. Doch die Resonanz in Bezug auf die Sondersitzung im Freizeitheim Döhren war enttäuschend: Im Zuschauerraum saßen fast ausschließlich Funktionsträger aus Schulen, Kirchengemeinden, Gemeinwesenarbeit oder Vereinen. Nichtsdestotrotz kamen etliche Kritikpunkte zur Sprache, die zahlreiche Bürger interessieren dürften.

Störender Müll

Müll. Die Verwaltung hatte schon vorab drei neuralgische Punkte benannt: Den Rübezahlplatz (Mittelfeld), das Brückenhaus auf der Leineinsel (Döhren) und die Ecke Landwehr-/Abelmannstraße (Döhren). Eine Mitarbeiterin des Nachbarschaftstreffs Mittelfeld wusste zu berichten, dass die „supernetten“ Jugendlichen aus der Nachbarschaft häufig Müll und Kippen auf dem nahegelegenen Spielplatz zurücklassen. Ähnliches beklagte Michael Kellner, Mitglied des Kirchenvorstands von St. Bernward aus Döhren. Jüngst hätte sich ein Jugendlicher nach einem Gelage auf dem benachbarten Spielplatz sogar auf den Treppenstufen des Gotteshauses übergeben. Ein Polizeibeamter wies darauf hin, dass man die Jugendlichen daraufhin „eingenordet“ habe.

Auf eine Problematik, die auch vielen Bezirksratspolitikern noch unbekannt war, wies Theresia Stenzel von der Gemeinwesenarbeit Mittelfeld hin. So gebe es am Rübezahlplatz und im Amerikaviertel mehrere Häuser, die Vermieter ausschließlich an Arbeiter vermieten. Diese Immobilien seien nur von montags bis freitags bewohnt, in diesen Phasen komme es immer wieder vor, dass die Mieter in starkem Maße Alkohol trinken und Lärm veranstalten. Auf den Anwesen liege manchmal so viel Müll herum, dass dieser sicher auch Ratten anziehe, meinte Stenzel. Illegal abgeladenen Müll, so ergänzte ein Döhrener, könne man auch immer wieder in der Willmerstraße finden.

Sicherheit und Ordnung in Döhren-Wülfel

Dezernent von der Ohe wies darauf hin, dass die Stadt den Abfallwirtschaftsbetrieb aha personell verstärken will. So soll es mehr Teams geben, die störenden Müll schneller beseitigen; die Verwaltung will aber auch die Abfallfahndung intensivieren, um Müllsünder identifizieren und bestrafen zu können.

Trinker nerven

Trinker. Bereits bekannt sind der Verwaltung drei Problem-Plätze, auf denen sich häufig exzessiv Alkohol konsumierende Menschen aufhalten und die Anlieger nerven: Lehrter Platz (Mittelfeld), Fiedelerplatz (Döhren) und Marahrensweg (Wülfel). In der Bezirksratssitzung wurde von verschiedenen Seiten angemerkt, dass auch so mancher Spielplatz eine große Anziehungskraft auf Gruppen ausübt, die gerne in Gemeinschaft trinken.

Falschparker. Von mehreren Besuchern der Bezirksratssitzung wurde Kritik an Autofahrern laut, die ihre Wagen – insbesondere über Nacht – so nah an Straßenkreuzungen parken, dass mobilitätseingeschränkte Passanten oder Eltern mit Kinderwagen nicht mehr die abgesenkten Bordsteine der Bürgersteige nutzen können. Dies betrifft insbesondere die dicht besiedelten Wohngebiete von Döhren. Wie Axel von der Ohe erläuterte, dürfen die Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes Parkverstöße ahnden, also „Knöllchen“ verteilen oder einen Abschleppwagen bestellen. Die städtischen Ordnungskräfte seien – ganz nach Bedarf – per Auto, E-Bike oder zu Fuß unterwegs.

Im Regelfall sind Falschparker keine Angelegenheit, um die sich die Polizei kümmern muss, stellte Polizeioberrätin Ilka Kreye fest. Doch wenn Gefahr im Verzug oder die Sache aus anderen Gründen dringlich sei, merkte die neue Leiterin der Polizeieiinspektion Süd an, kümmere sich die Polizei selbstverständlich auch um Verstöße im ruhenden Verkehr.

Schwerpunktmäßige Einsätze

Personelle Kontinuität. Von mehreren Seiten wurden die Kontaktbeamten Klaus-Dieter Teune (zuständig für Döhren, Wülfel, Waldhausen, Waldheim) und Stefan Weddig-Bangert (Mittelfeld, Seelhorst) gelobt: Sie seien in den Stadtteilen bekannt und als zuverlässige Helfer und Gesprächspartner anerkannt. Doch dem Wunsch von Rektorin Promann, auch im kommunalen Ordnungsdienst eine solche personelle Kontinuität sicherzustellen, erteilte der Dezernent eine Absage.

Von den 50 Mitarbeitern des Ordnungsdienstes, die die Stadt bis zum Sommer vollständig rekrutiert haben will, ist die Hälfte für den Einsatz in den rund 50 hannoverschen Stadtteilen außerhalb der Innenstadt vorgesehen. Eine ständige Präsenz vor Ort könnten diese Kräfte nicht gewährleisten, erklärte von der Ohe, könnten nicht die Rolle zusätzlicher Kontaktbeamter übernehmen. Stattdessen sollen diese Ordnungskräfte flexibel und auf Grundlage lokaler Notwendigkeiten schwerpunktmäßig eingesetzt werden. Wie oft die kommunalen Mitarbeiter dann im Stadtbezirk Döhren-Wülfel auftauchen, hängt auch davon ab, inwieweit sie von Anliegern über Missstände informiert werden.

Es hört sich widersprüchlich an: Bei Umfragen sagen 95 Prozent der befragten Hannoveraner, dass sie sich in ihrer Stadt „eher sicher“ oder sogar „sehr sicher“ fühlen. Und trotzdem, darauf wies Ordnungsdezernent Axel von der Ohe in der Sondersitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel hin, stehe bei den Befragten ein Wunsch an erster Stelle: Die Stadt solle noch stärker für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit sorgen. Die wesentlichen Problemfelder, die in anderen deutschen Städten ähnlich oft benannt werden, sind aggressives Betteln, Vandalismus, Lärmbelästigung, Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen und mangelnde Sauberkeit in Parks. Darum stockt die Stadt Hannover die Zahl der Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes nun von 10 auf 50 auf.

Die Hälfte dieser Mitarbeiter will die Verwaltung in der Innenstadt einsetzen. Dort sollen sie sich schwerpunktmäßig darum kümmern, organisiertes Betteln – auch mithilfe von Kindern – zu unterbinden, die neuen – anliegerfreundlichen – Regeln für Straßenmusiker durchzusetzen oder Problemzonen wie Weißekreuzplatz und Raschplatz zu kontrollieren. Auch auf dauerhaft abgestellte Schrotträder, Verunreinigungen durch Hundekot oder verbotenes Taubenfüttern werden sie ihr Augenmerk richten.

Die Einsatzzeiten des kommunalen Ordnungsdienstes bewegen sich zwischen 8 und 22 Uhr. Bislang, erläuterte der Dezernent in der Bezirksratssitzung, habe man knapp 30 Stellen besetzen können. Rund 200 Bewerbungen seien bislang eingegangen, doch stelle die Verwaltung bei der Auswahl durchaus hohe Anforderungen. „Wir brauchen keine schwarzen Sheriffs, sondern Mitarbeiter, die kommunikativ sind und in Streitfällen deeskalierend wirken können“, sagte von der Ohe. Den Vorsatz, die Stellen gleichberechtigt nach Geschlecht zu vergeben, könne man aber leider nicht einhalten: Nur ein Fünftel der bislang auserkorenen Ordnungskräfte sei weiblich.

Auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Jens Schade erklärte der Dezernent, dass sechs der bislang zwölf amtierenden Parkranger in den kommunalen Ordnungsdienst integriert werden. Die übrigen sechs Ranger patrouillieren weiter durch die hannoverschen Grünanlagen. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Jakob schlug vor, die Einsatzzeiten der Ordnungsdienst-Mitarbeiter eher nach hinten zu verlegen, etwa auf 9 bis 23 Uhr, weil doch frühmorgens alles friedlich sei. Diese Zeiten seien nicht in Stein gemeißelt, entgegnete von der Ohe, aber die Stadt müsse erst einmal Erfahrungen sammeln, wie der Ordnungsdienst angenommen werde und wie er am besten funktioniere.

Von Michael Zgoll

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