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Süd Molotowcocktails in der Südstadt
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Molotowcocktails in der Südstadt
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13:15 23.01.2014
Quelle: dpa
Hannover

Zwischen 2 und 8 Uhr warfen die Täter zwei Molotowcocktails durch die Fensterscheiben der Geschäftsräume an der Seilerstraße.Die beiden 0,5-Liter-Bierflaschen, die offenbar mit einem Benzin-Öl-Gemisch gefüllt waren, explodierten glücklicherweise nicht.

„Ich nehme an, dass die Täter zwar die Stofffetzen angezündet haben, die sie vorher oben in die Flaschen gestopft  hatten, diese aber bei dem Wurf durch die Scheibe wieder erloschen“, sagte Mark Bindert, der das Büro von Janun leitet. Er wurde am Sonntagmorgen von der Polizei über den Anschlag informiert. „Ein Nachbar berichtete mir, dass er gegen zwei Uhr nach Hause kam und zu diesem Zeitpunkt noch alles okay war“, sagte Bindert.

Neben der eingeworfenen Scheibe gingen in den Geschäftsräumen noch einige Gläser zu Bruch. Bindert schätzt den Schaden auf etwa 1500 Euro. Er zeigte sich schockiert über das Vorgehen der Täter. „Sachbeschädigung ist eine Sache, aber einen Molotowcocktail in ein Haus zu werfen, in dem zwölf Wohnungen sind, in denen Menschen nachts schlafen, ist eine neue Eskalationsstufe“, so Bindert.

Der Anschlag in der Nacht auf Sonntag ist die mittlerweile dritte Attacke gegen die Umweltschutzorganisation Janun in diesem Jahr. Bereits im Frühjahr und Sommer hatten Unbekannte die Scheiben des Büros in der Südstadt mit Pflastersteinen eingeworfen. In der vergangenen Woche hatte es zwei Anschläge auf die Parteibüros der Grünen und der FDP gegeben. In der Nacht zu Mittwoch warfen Unbekannte ebenfalls mit Pflastersteinen die Scheiben der FDP-Geschäftsräume an der Walter-Gieseking-Straße (FDP) in der Südstadt ein. Später, in derselben Nacht, wurde das Grünen-Büro im Senior-Blumenberg-Gang in der Innenstadt attackiert. Hier wurden sechs Fenster zerstört.

Ende November waren auch die Naturfreunde Hannover Opfer eines Anschlages geworden. Drei vermummte Täter warfen damals die Scheiben an dem Büro des Vereins in der Stresemannallee ein. Der Vorsitzende Erich Rickmann vermutete Anhänger der rechtsextremen Szene hinter der Tat vor sieben Wochen.

In diese Richtung gehen auch die Befürchtungen von Mark Bindert nach der Attacke gegen Janun. „Wir haben zwar noch kein Bekennerschreiben oder etwas Ähnliches bekommen“, sagte er, „aber da wir uns schon häufiger gegen antidemokratisches Gedankengut ausgesprochen haben, könnte ich mir vorstellen, dass die Täter aus der rechten Szene stammen.“

Die Polizei hat bereits am Sonntag die Spuren am Tatort gesichert und ermittelt nun wegen Sachbeschädigung.

Jörn Kießler

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