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Süd Denkmalgeschütztes Pissoir wird wieder hübsch gemacht
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Denkmalgeschütztes Pissoir wird wieder hübsch gemacht
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14:19 12.05.2011
Von Michael Zgoll
Der Abort an der Hildesheimer Straße in Höhe der St.-Michael-Kirche steht unter Denkmalschutz. Quelle: Zgoll

Außen hui, innen pfui – diese Redewendung wird jedem Passanten, den es in das Pissoir in Wülfel verschlägt, unverzüglich durch den Kopf schießen. Von außen sieht das denkmalgeschützte Häuschen, direkt neben der Stadtbahn-Station Wiehbergstraße an der Hildesheimer Straße gelegen, mit seinen Gittern und verschnörkelten Säulen recht passabel aus. Innen dagegen lassen die graffitiverschmierten Wände, die verdreckten Rinnen und der dazu passende Gestank den Aufenthalt zu einer Herausforderung werden. Nun hatte die SPD-Fraktion im Bezirksrat Döhren-Wülfel jüngst per Anfrage wissen wollen, ob vielleicht bald eine Sanierung der Anlage anstehe oder ob es die Möglichkeit gebe, hier eine Wasserspülung zu installieren. Immerhin werde das Pissoir oft benutzt, auch von Kindern, die sich auf dem neu gestalteten Spielplatz am Marahrensweg tummeln. Laut Antwort der Verwaltung ist das Unternehmen „Deutsche Städte Medien“ (DSM) laut Toilettenvertrag aus dem Jahre 1999 für die Unterhaltung des Wülfeler Häuschens zuständig. Die Stadt werde die Firma auf die Mängel hinweisen und deren Beseitigung einfordern. Tatsächlich will die DSM nun in den nächsten Wochen aktiv werden, wie eine Nachfrage in der Unternehmenszentrale ergab.

Eine grundlegende Sanierung des Pissoirs ist aus Sicht der Verwaltung bis zum Ende der Vertragslaufzeit – Ende 2014 – nicht zu erwarten; kleinere Mängel dagegen könnten mit relativ geringem Aufwand beseitigt werden. In Hinblick auf die Wasserspülung ist die Stadt der Ansicht, dass man eine solche theoretisch durchaus installieren könne, dies laut Vertrag allerdings nicht vorgesehen ist; insofern könne man von der Deutsche Städte Medien auch keinen Einbau verlangen. Kommunales Geld stehe für eine Wasserspülung ebenso wenig zur Verfügung. Immerhin werde die Anlage an der Hildesheimer Straße zweimal täglich gereinigt, was nach Einschätzung des Unternehmens und der Stadtverwaltung ausreichend sei.

Diese Behauptung stieß bei einigen Bezirksratspolitikern auf heftigen Protest. „Seit Wochen liegt der Dreck in dem Häuschen an der gleichen Stelle, da ist schon seit langer Zeit nicht mehr gereinigt worden“, kritisierte WfH-Bezirksratsherr Heinrich Mix. Auch sei der Gestank im Pissoir unerträglich. Dirk Hämke (CDU) verwies darauf, dass man die graffitiverschmierten Wände im Inneren unbedingt einmal „in Augenschein nehmen“ müsse. Sein Fraktionskollege Günter Porsiel machte darauf aufmerksam, dass dieses Häuschen das einzige seiner Art in ganz Hannover sei. Diskutiere man ernsthaft über eine grundlegende Sanierung oder Modernisierung, habe er allerdings Angst, dass das WC in seiner jetzigen Form möglicherweise ganz verschwinde. Hier hatte Stadtbezirksmanager Wolfgang Prauser einen schwachen Trost parat: Die Substanz des Pissoirs sei noch gut, ein Abriss nicht geplant.

Die „Deutsche Städte Medien“ wird nun in den nächsten Wochen einige der außenliegenden Holzplatten austauschen und den Innenraum frisch streichen. Nach Auskunft von Stefan Karpenstein aus der Unternehmenskommunikation des Mutterhauses Ströer in Köln hole man derzeit Angebote ein; die Firma hoffe, die Arbeiten bis Ende des Monats Mai abschließen zu können. „Auch der Graffitischutz außen und innen wird erneuert“, versprach Karpenstein. Der Einbau einer Wasserspülung in dem außergewöhnlichen Klohäuschen sei allerdings kein Thema – in erster Linie aus Kostengründen.

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