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Süd Der Döhrener Turm kann wieder besichtigt werden
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Der Döhrener Turm kann wieder besichtigt werden
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11:04 16.10.2009
Von Juliane Kaune
Almuth Wiedemann macht den alten Turm wieder für Besucher zugänglich. Quelle: Nico Herzog

Wer im südlichen Teil der Hildesheimer Straße unterwegs ist, kommt stets an ihm vorbei. Die wenigsten aber wissen, dass der Döhrener Turm nicht nur von außen ein Schmuckstück ist. Auch sein Innenleben ist überaus sehenswert: Mitten in dem alten Bauwerk gibt es vier urgemütliche Räume, perfekt eingerichtet samt Kamin und Mobiliar. Besucher, die schon einmal über die steile Wendeltreppe auf Entdeckungsreise gegangen sind, schwärmen von dem hinreißenden Ambiente, das die frühere Waldheimerin Christel Wiedemann dort geschaffen hat. Doch nach deren Tod vor einem Jahr war der Turm für die Öffentlichkeit zunächst nicht mehr zugänglich. Das ändert sich nun: Die Töchter der „Turmherrin“ führen deren Vermächtnis fort – und laden wieder Gäste in die historischen Mauern ein.

Los geht es bereits am kommenden Wochenende, dann gibt es zwei Nachmittage mit öffentlichen Führungen. „Wir stehen weiterhin voll hinter dem, was unsere Mutter begonnen hat“, sagt Almuth Wiedemann, die in Berlin lebt und wegen des Turms zurzeit regelmäßig in Hannover ist. Sie und ihre Schwester Barbara, die ein Familienunternehmern in Sarstedt führt, wollen den trutzigen Rundbau aus dem 14. Jahrhundert auf Wunsch auch wieder kostenfrei für Schulklassen, Seminare und andere Kleingruppen zur Verfügung stellen. Damit das ehrgeizige Projekt aber „auf ein paar mehr Schultern verteilt ist“, habe man einen Verein gegründet, sagt Almuth Wiedemann. 16 Mitglieder zählen dazu, darunter die Döhrener Bezirksbürgermeisterin Christine Ranke-Heck. Weitere Förderer – und auch Spender – sind willkommen.

Zunächst haben die Schwestern investiert und die Heizungsanlage für rund 10 000 Euro erneuert, auch Elektrik- und Sanitäranlagen müssen ausgetauscht werden. Schließlich liegt die grundlegende Sanierung des Turms, die Christel Wiedemann in Angriff genommen hatte, bereits mehr als 30 Jahre zurück. Seinerzeit hatte die engagierte Waldheimerin das marode Bauwerk vor dem Abriss bewahrt. Als Gegenleistung für die grundlegende Renovierung auf eigene Kosten erhielt sie von der Stadt einen langfristigen Pachtvertrag – so kam es zu der bis heute gültigen Rechtslage, dass der Turm ein öffentliches Gebäude ist, aber von privater Seite gepflegt und betrieben wird.

Für die Wiedemanns ist es ein Gebäude, in dem sie Stadtgeschichte lebendig machen wollen. Bei den zusammen mit dem Heimatbund organisierten Führungen nehmen die Schwestern die Besucher mit in die Vergangenheit des Turms, der 1355 als Teil des äußeren Verteidigungsrings rund um Hannover errichtet wurde und während der Hildesheimer Stiftsfehde 1486 völlig ausbrannte. 1888 wurde die oberste Fachwerketage aufgestockt, nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die Stadt 1949 zumindest die schlimmsten Bombenschäden beseitigen. Und 1975 nahm schließlich Christel Wiedemann das Bauwerk in ihre Obhut.

Die Führungen laufen am Sonnabend, 17. Oktober, von 14 bis 16.30 Uhr und am Sonntag, 18. Oktober, von 11 bis 14 Uhr. Informationen können per E-Mail angefordert werden.

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