Riesengroß, multifunktional und robust – die Grundschule an der Feldbuschwende auf dem Kronsberg hat ein neues Klettergerüst. Eines, das die rund 450 Kinder der Einrichtung jüngst begeistert in Beschlag genommen haben und das in seinen Dimensionen wohl einzigartig ist in Hannover. Immerhin ist die Schule eine sogenannte „bewegte Schule“, legt also großen Wert auf aktive Pausengestaltung. Sie ist aber auch Umweltschule mit etlichen grünen Projekten. Das ist dem Haus gleichsam in die Wiege gelegt, gilt doch der Kronsberg als Ökosiedlung. „Vielleicht ist es so, dass diese Schule mehr Umweltprojekte hat als andere“, sinniert Eckard Lau vom Förderverein der Grundschule, den es seit exakt zehn Jahren gibt.
Lau kennt Schule, Verein und den Kronsberg wie kaum ein anderer. 1999 zog er mit seiner Familie in ein Reihenhaus im frisch errichteten Quartier. Der Kronsberg entstand Ende der neunziger Jahre; die Planungen waren erfüllt vom Expo-Geist „Mensch – Natur – Technik“. „Wir waren so ziemlich die Ersten hier“, erinnert sich Lau, der beim niedersächsischen Finanzministerium arbeitet. „Wir“ – das war die erste Elterngeneration in dem Viertel, das als naturnahe Vorzeigesiedlung gilt. „Aber eigentlich waren wir keine Öko-Menschen“, meint Lau.
Junge Familien zogen auf den Kronsberg, um sich ein neues Leben aufzubauen. Und da war auch die Schule an der Feldbuschwende, gegründet 1998. Beide Kinder der Familie Lau verlebten dort ihre Grundschulzeit. Im Jahre 2000 hoben zwölf Eltern, darunter auch Eckard Lau, den Förderverein aus der Taufe. Heute gehören ihm gut 80 Mitglieder an. „Acht Gründungsmitglieder sind noch immer dabei“, sagt Lau. Er selber gehört dazu, obwohl seine Kinder längst herausgewachsen sind. „Ich bin Verwaltungsmensch und engagiere mich gern“, sagt er.
Lau ist Schatzmeister des Fördervereins, der in seinen zehn Jahren insgesamt 353.900 Euro bewegt hat. „In den Anfangsjahren ging es um neue Beamer und andere kleine Geräte.“ Heute kümmert sich der Verein unter anderem um Sponsoren für Anschaffungen wie das neue Klettergerüst. Dort investierten Stadt und Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode zwar 25.000 Euro, weitere 5000 aber werden aus Spenden finanziert. Und Zuschüsse zu Klassenfahrten, Ferienbetreuung oder sogenannte schulergänzende Maßnahmen – also die Mittagessenversorgung und Nachmittagsbetreuung von inzwischen fast 60 Schülern täglich – zählen zu den wichtigsten Projekten. Denn der Kronsberg präsentiert sich seinen Besuchern zwar als schillerndes Viertel. Aber nicht nur Eigenheimbesitzer wohnen dort.
Knapp 30 Prozent der 7000 Bewohner beziehen Transferleistungen, also staatliche Hilfen. Auch deren Kindern wollen Förderverein und Schule vieles ermöglichen. „Das bedeutet manchmal, dass wir Stiftungen angehen, um bedürftigeren Kindern einen Zuschuss für die Nachmittagsbetreuung zu gewähren“, sagt Lau. Trotz einer jüngst im Spielhaus Krokulino eingerichteten Hortgruppe fehle es an Hortplätzen im Stadtteil. Die Grundschule hat jetzt auch einen Antrag als „Schule im Stadtteil“ gestellt, um die Betreuung ausbauen zu können.
Als Schule in einem schillernden, von ökologischen Themen durchdrungenen Stadtteil sieht auch Rektorin Ellen Albrecht ihr Haus nicht an. „Die gesamte Bandbreite“ an sozialen Hintergründen präge die Schülerschaft, nicht anders als in anderen Schulen auch. Anders sei vielleicht die Lage am Stadtrand mit seinen weiten Landschaften. „Und sicher hat auch die Expo-Idee Spuren hinterlassen“, sagt Albrecht, die in den neunziger Jahren der Planungsgruppe für die neue Grundschule angehörte. „Umwelt war und ist ein Schwerpunktthema.“ Mit dem Anlegen eines Schulgartens soll bald ein neues Projekt mit den Schülern beginnen.
Der Förderverein feiert am Freitag, 10. September, sein zehnjähriges Bestehen. Einen Flohmarkt in der Kronsberger Grundschule gibt es ab 10.15 Uhr; der Erlös soll für Flutopfer in Pakistan gespendet werden. Eine Wiedersehensfeier für ehemalige Mitglieder, Schüler und Lehrer beginnt um 19 Uhr in der Schule an der Oheriedentrift 11.
Marcel Schwarzenberger
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