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Der Verein Montessori baut Kinderhaus und Schule

Eltern helfen tatkräftig mit Der Verein Montessori baut Kinderhaus und Schule

Alles verläuft nach Plan: Rund 200 Eltern des Montessori-Vereins Region Hannover sind derzeit mit dem Umzug von Kinderhaus und Schule in das ehemalige Gebäude der Grundschule Bonner Straße in der Südstadt beschäftigt.

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Sechs Lastwagenladungen mit Mobiliar und Kartons haben die 200 Eltern vom Heideviertel in die Turnhalle an der Bonner Straße geschafft.

Südstadt. Bis zum 15. August soll das ehrgeizige Projekt abgeschlossen sein, das für die Elterninitiative mit enorm viel Eigenarbeit verbunden ist. Am vergangenen Sonnabend gingen die Arbeiten im neuen Schulgebäude los, sechs Lastwagenladungen mit Mobiliar und vielen Kisten und Kartons wurden von der Montessori-Grundschule aus dem Heideviertel in die Südstadt transportiert.

„Wir machen alles selbst, was wir selber erledigen können“, erzählt Elternkoordinatorin Julika Seifert. Sie stimmt die vielen Arbeitsgruppen miteinander ab, die sich um die verschiedenen Aufgabenbereiche des Umzugs kümmern. Dabei machen Malern, Putzen und Auspacken den Großteil der Arbeit aus. Aber auch die Installation der Informationstechnik im Gebäude oder der Einkauf von neuen Möbeln wird von den Eltern in Eigenregie erledigt. „Die Beteiligung ist riesig“, freut sich Seifert. Manche Mütter und Väter würden sogar ihren Urlaub unterbrechen, um bei der Renovierung zu helfen. Motivationsprobleme gebe es dabei keine: „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man für sein Kind eine Schule aufbauen darf.“

Allerdings können die Eltern nicht alles selbst renovieren. Vor allem die umfangreichen Sanitär- und Elektroarbeiten im sanierungsbedürftigen Schulgebäude müssen von professionellen Handwerkern erledigt werden. Geschäftsfüh- rer Axel Oertel rechnet daher auch mit Kosten von etwa 800 000 Euro für den ersten Bauabschnitt, die in erster Linie über Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert werden. „Der technische Stand des Gebäudes ist etwa der eines Einfamilienhauses“, sagt Oertel. Besonders kostspielig seien das Ersetzen der Bleirohre der Wasserversorgung und das Einsetzen neuer Fenster, denn die alte Einfach-Verglasung verursache entschieden zu hohe Heizkosten.

Der erste Bauabschnitt sieht die Renovierung des äußersten Gebäudeflügels in Richtung Hannoverscher Tennis-Verein (HTV) vor, hier werden 125 Schul- und 40 Kita-Kinder unterkommen. Bis 2015 sollen die anderen Gebäudetrakte folgen. „Wir renovieren im Zug der Sanierung immer nur das, was wir auch wirklich nutzen“, erläutert Oertel. Alles andere wäre weder bezahlbar noch innerhalb kurzer Zeit durchzuführen. Immerhin werden die Räumlichkeiten auch nach dem pädagogischen Konzept des Montessori-Vereins modernisiert.

Dabei springt sofort die Öffnung der Klassenräume ins Auge: Hier werden große Durchgänge zum Flur aufgebrochen, zwischen den Räumen entstehen Fenster. „Wir lassen den geschlossenen Klassenverband hinter uns“, erläutert Montessori-Sprecher Christian Kolletzki. Die Schüler der einzelnen Klassen sollen miteinander in Kontakt treten und gemeinsam lernen. Dazu werden im gemeinsamen Flur Arbeitsplätze eingerichtet, an denen sich die Schüler im Rahmen des selbstbestimmten Lernens treffen können, das zum Wesen des Montessori-Konzepts gehört.

Das Resultat der Umbauarbeiten will der Montessori-Verein am Freitag, 26. August, im Rahmen eines Festes präsentieren. Die offizielle Eröffnungsfeier beginnt um 16 Uhr auf dem Schulgelände an der Bonner Straße 10. Neben der Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen, gibt es ein Festprogramm mit Bühne. Bei schlechtem Wetter wird die Feier in die Turnhalle verlegt. Diese wird übrigens trotz des Mieterwechsels auch in Zukunft für die Südstadter Vereine offen stehen. „Für den Stadtteil ändert sich nichts, die Sporthalle bleibt unangetastet“, beruhigt Oertel.

Christian Link

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