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Dies beschäftigt die Südstädter auch 2011

Südstadt Dies beschäftigt die Südstädter auch 2011

2010 ist vorbei und das Jahr 2011 liegt vor uns. Doch viele Themen aus 2010 werden die hannoverschen Südstädter auch 2011 noch beschäftigen.

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Auch die Citypost hat es bei diesen Verhältnissen derzeit schwer.

Quelle: Christian Burkert

Die Bauarbeiten nehmen kein Ende

2010: Manche Südstädter können sich vielleicht gar nicht mehr daran erinnern, doch es gab Zeiten, in denen es in ihrem Stadtteil nahezu keine Baustellen gab. Dafür kam’s in diesem Jahr knüppeldick, in keinem hannoverschen Stadtteil wurde in 2010 so viel gebuddelt wie in der Südstadt. Flächendeckend werden Gas-, Wasser- und Stromleitungen erneuert, die Stadtwerke verlegen unterirdisch eine 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung vom Heizkraftwerk Linden zum Knotenpunkt Anderten, der Stephansplatz und einige umliegende Straßen werden neu gestaltet, am Südbahnhof formte die Stadt die Einmündung in die Marienstraße um, der Rechtsabbieger der Stresemannallee in den Altenbekener Damm wurde zurückgebaut, am Bertha-von-Suttner-Platz entstanden neue Übergänge für Schulkinder – und nebenher gab es etliche kleinere Baustellen, deren vollständige Aufzählung hier einfach zu weit führen würde. Für die Anwohner bedeutete das häufig den Wegfall kostbarer Parkplätze, längere Wege durch Umleitungen und mehr Verkehr in ehedem ruhigen Anliegerstraßen.

2011: Eigentlich sollten viele Baustellen schon gar keine mehr sein. Eigentlich. Weil das Wetter nun aber ist, wie es ist, wagen Stadt und Stadtwerke auch keine Prognosen mehr, wann welches Projekt genau abgeschlossen sein wird. Sicher ist nur: In der ersten Jahreshälfte müssen sich die Südstädter weiterhin mit etlichen Baugruben arrangieren.

Das Eis nervt schon wieder

2010: Kurz nach dem Jahreswechsel vor einem Jahr hatte es massive Kritik an eisglatten Straßen und Wegen gegeben, im Bezirksrat Südstadt-Bult ebenso wie in anderen politischen Gremien. Nebenstraßen würden vollkommen vernachlässigt, Kreuzungsbereiche ebenso wie Fuß- und Radwege seien oft katastrophal geräumt, für Menschen mit Rollatoren, Rollstuhl oder Kinderwagen sei die Situation besonders schwierig. In der Kritik standen der städtische Winterdienst, auch private Fußwegreiniger und Privatleute, die die Wege vor ihren Häusern allzu schlecht räumten oder streuten.

Auch die Leser, die wir um eine Einschätzung baten, formulierten ihren Protest meist sehr drastisch, kritisierten vor allem das Salzstreu-Verbot oder den späteren Salzmangel. Im Dezember des neuen Winters hatte man lange Zeit das Gefühl, dass die Stadt ihre Lektion gelernt hat und die Bürger besser mit der Situation umgehen können, doch die Stimmung scheint schon wieder zu kippen.

2011: Je länger der Winter dauert, desto lauter wird der Chor der Bürger, die ihren Unmut über spiegelglatte Straßen und Wege artikulieren. Mit frischem Schnee auf trockenem Untergrund waren die Anwohner noch einigermaßen zurechtgekommen, doch ist der Boden nach Eisregen und kurzzeitigem Antauen erst mal eisgepanzert, gibt es kein Halten mehr. Was fehlt, sind wenigstens ein paar wärmere Tauwetter-Tage zwischendurch, um die glatte Kruste wegzuschmelzen – vielleicht klappt es ja jetzt.

Südbahnhof kommt aufs Gleis

2010: Die Bebauung des südlichen Teils des Südbahnhof-Areals in der Südstadt ist in den Medien seit Jahren ein Dauerbrenner, der allmählich zum Glühen kommt. Die Pläne für die Ansiedlung von Fachmärkten auf dem ehemaligem Kertess-Gelände sowie der Bau einer Erschließungstrasse zwischen den Straßen Am Südbahnhof und An der Weide wurden endlich abgesegnet. Nachdem die ehemalige Bahntochter Aurelis vor gut drei Jahren vom Baukonzern Hochtief und einem US-Finanzinvestor übernommen worden war, hatten die Verhandlungen zwischen Immobilienfirma und Stadt Fahrt aufgenommen. Auch die politischen Gremien haben dem im Frühjahr vorgelegten Vertrag inzwischen zugestimmt.

2011: Baubeginn auf dem Areal der früheren Chemiefirma Kertess soll im Frühjahr 2011 sein; Aurelis hat sich verpflichtet, die Bebauung innerhalb von dreieinhalb Jahren abzuschließen. Unter anderem wollen sich hier der Hagebaumarkt und Edeka niederlassen. Zu den Veränderungen im Stadtbild wird der Umbau der Kreuzung Jordanstraße – An der Weide – Heinrich-Heine-Straße zählen: Hier soll ein kleiner Kreisel entstehen. Nicht durchdringen konnte der Bezirksrat mit seiner Forderung, die Jordanstraße vom Schwerlastverkehr zu befreien und eine Tempo-30-Zone einzurichten – die Stadtverwaltung fürchtet, dass dann andere Südstädter Straßen unter verstärktem Verkehr leiden müssten.

Viel Wirbel um „ falsche" Namen

2010: Nach einem vier Jahren dauernden Hin und Her um die Umbenennung der Elkartallee in der Südstadt drückte der Bezirksrat Südstadt-Bult Anfang des Jahres auf die Tube, beschloss den neuen Namen Hilde-Schneider-Allee. Die heftigen Proteste der Anwohner inklusive Unterschriftenlisten nutzten nichts, die Vorwürfe von Bevormundung und Profilierungssucht der Politiker fruchteten wenig.

Die Mehrheit des Stadtteilgremiums wollte den ehemaligen Stadtbaurat Karl Elkart nicht mehr mit einem Straßennamen geehrt sehen, hatte dieser als Mitglied der Waffen-SS doch die Arbeitseinsätze von Zwangsarbeitern mitorganisiert und geholfen, dass die Stadt billig an jüdische Immobilien kam. Die Krankenschwester Hilde Schneider stand auf der anderen Seite: Als angehende Diakonisse des Henriettenstifts mit jüdischen Großeltern litt sie in zwei Konzentrationslagern und wurde nach dem Krieg Gefängnispastorin. Andere Straßenumbenennungen in der Südstadt wurden vergleichsweise lautlos abgewickelt, fanden sich für Wißmann und Nachtigal doch alternative Namensgeber fernab einer schmählichen Vergangenheit als Kolonialherren.

2011: Zum Jahreswechsel hing die „Elkartallee“ immer noch an ihrem Platz – aus gutem Grund. Die Stadt will abwarten, wie ein Gerichtsverfahren ausgeht, mit dem ein Anwohner aus Badenstedt die Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Allee in Namibia-Allee zu verhindern versucht. Spannend dürfte in den nächsten Wochen auch die Debatte um eine Umbenennung der Peter-Petersen-Schule werden; der Reformpädagoge Petersen stand der Ideologie der Nationalsozialisten in Teilen durchaus wohlwollend gegenüber. Derzeit sind sich Bezirksrat und Schulvorstand aber noch uneins, wie der alternative Name lauten soll; mit dem Vorschlag „Südstadtschule“ einschließlich dem Zusatz „PPS: Persönlich. Partnerschaftlich. Sozial“ des Schulvorstands können sich die Politiker jedenfalls nicht anfreunden.

Altenhilfe schließt eine ewige Lücke

2010: Seit sechs Jahren existiert an der Hildesheimer Straße gegenüber der Einmündung der Orli-Wald-Allee eine Baugrube mit einem halbfertigen Fundament, in dessen Betonritzen inzwischen einige Bäumchen Wurzeln geschlagen haben. Die Bauherrengemeinschaft, die am südlichen Ende der Südstadt ein Wohn- und Bürohaus plante, hatte Zahlungsschwierigkeiten, die Eigentumsverhältnisse waren kompliziert, und schließlich scheiterten mehrere Versuche einer Zwangsversteigerung des Grundstücks. Doch nun soll alles gut werden, denn die Gemeinschaft Deutsche Altenhilfe (GDA) hat verkündet, dass sie hier ein neues Verwaltungsgebäude errichten möchte – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wohnstift Waldhausen.

2011: Die Baugenehmigung für das dreigeschossige Haus liegt bereits vor, im Frühjahr soll Baubeginn für das 2,5 Millionen Euro teure Projekt sein. Schon im Dezember möchte die Altenhilfe ihre Deutschland-Zentrale aus dem Zooviertel in die Südstadt verlagern.

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