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Süd Jugendwohneinrichtung in Döhren eröffnet
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Jugendwohneinrichtung in Döhren eröffnet
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10:00 28.09.2018
Carola Bau, Doris Schröder-Köpf und Anke Knapp vor der Wohneinrichtung STEPin in Döhren. Quelle: Moritz Frankenberg
Döhren

Über dem Bett hängen Poster, neben dem Schrank der Schal eines Fußballclubs. Kais Zimmer sieht aus wie ein ganz normales Jugendzimmer – allerdings wohnt der 16-Jährige nicht mehr bei seinen Eltern. Im August haben sechs Jugendliche die betreute Wohneinrichtung Stepin in der Grazer Straße bezogen. Nach ersten Wochen der Eingewöhnung hat das Team der Jugendhilfeorganisation Step nun eine Einweihungsfeier veranstaltet. Im Hof des grün bewachsenen Hauses sind Nachbarn, Step-Mitarbeiter und Jugendliche zusammengekommen. Auch Kais Brüder sind da. Der 16-Jährige freut sich über seinen Besuch. Seit langer Zeit haben sie sich nicht gesehen.

„Die Gemeinschaft im Stepin ist ein Familienersatz“, erklärt Carola Bau, stellvertretende Geschäftsführerin von Step, den Einweihungsgästen. Gemeinsam sollen die jungen Erwachsenen hier psychisch und körperlich gesunden. Sie alle blicken auf eine schwierige Vergangenheit zurück: Manche hatten Suchtprobleme, mussten mit Gewalt kämpfen oder wuchsen in zerütteten Familenverhältnissen auf. Das trifft auch auf Kai zu. Seit er acht ist, lebt er in betreuten Wohneinrichtungen. „Ich habe drei Schwestern und zwei Brüder. Das war irgendwann zu viel für meine Mutter.“ Im Stepin hat er einen geregelten Alltag, geht zur Schule und kocht abends oft zusammen mit den anderen Jugendlichen. „Ich fühle mich hier zu Hause.“

Ein Zuhause für Menschen in problematischen Lebenssituationen ist nicht immer leicht in eine Nachbarschaft zu integrieren. Oft begegnen Anwohner sozialen Wohneinrichtungen mit Skepsis. Die Step-Mitarbeiter haben daher schon mit vielen der Nachbarn gesprochen, Fragen beantwortet und Befürchtungen ausgeräumt. „Wir möchten, dass die Einrichtung in diesem Viertel gesellschaftlich akzeptiert wird“, wirbt Schirmherrin Doris Schröder-Köpf in der Eröffnungsrede der Einweihungsfeier.

In Döhren scheint das allerdings kaum ein Problem zu sein. Von den Gästen der Einweihungsfeier wohnen viele nicht weit entfernt. Sie mischen sich unter die jugendlichen Hausbewohner und die Step-Mitarbeiter, essen Bratwurst und plaudern miteinander. Eine 90-jährige Nachbarin freut sich darüber, dass Jugendliche in der Grazer Straße nun die Chance auf Gesundung haben. „Die Gegend ist ein guter Ort dafür – hier kennen sich die Menschen noch persönlich und grüßen auf der Straße.“ Das merkt auch Kai. Er und die anderen Jugendlichen scherzen gern mit der kleinen Tochter der Hausnachbarn.

Am späten Nachmittag sitzt das Mädchen dann mit seinen Eltern, Kai und den anderen Jugendlichen im Garten des Hauses. Die Bratwürstchen sind alle, die Feier klingt langsam aus. „Heute stand einfach nur das Beisammensein im Vordergrund. Es gab tolle Gespräche und niemand hat Bedenken geäußert – genau so haben wir uns das vorgestellt“, resümiert Wohngruppenleiterin Anke Knapp. Sie freut sich darauf, weiterhin mit den Jugendlichen zusammenzuarbeiten und zu -wohnen. Fast wie eine richtige Familie.

Von Jacqueline Hadasch

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