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Süd Ein Garten voller Abenteuer
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Ein Garten voller Abenteuer
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20:03 15.10.2013
Von Margret Jans-Lottmann
Andreas Tangen von Janun und etliche Helfer haben das verwahrloste Gelände in den vergangenen Wochen kräftig aufgeräumt. Quelle: Philipp von Ditfurth
Kirchrode

Das Projekt verspricht spannende und lehrreiche Erlebnisse in der Natur: Der Jugendumweltverband Janun will auf einem verlassenen und verwahrlosten Kleingärtengelände der Kolonie Tiergartenstraße in Kirchrode einen Abenteuer-Natur-Garten anlegen - mit Blumenwiese, Teich, Obst-, Kräuter- und Schattengarten, Bienenstock, Lehmbackofen, Weidenbauplatz und Experimentierwerkstatt. Dort sollen Kinder spielerisch die heimische Tier- und Pflanzenwelt erkunden und die Produkte aus der Natur verarbeiten können. In der Stadt hätten Kinder immer weniger Möglichkeiten, in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung Zugang zur Natur zu finden, sagte Initiator Andreas Tangen vom Vereinsvorstand als er das Projekt nun dem Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode vorstellte.

Die zusammen rund 2400 Quadratmeter großen fünf verlassenen Parzellen, die im östlichen Teil der Kleingartenkolonie zwischen Albert-Schweitzer-Hof und Tiergartenstraße liegen, hatten in der Vergangenheit schon Politik und Verwaltung beschäftigt. Nachdem die SPD-Bezirksratsfraktion die Stadt auf Beschwerden von Einwohnern über das verwahrloste Gelände hingewiesen hatte, erwog die Verwaltung, die Fläche in das benachbarte Landschaftsschutzgebiet „Mardalwiese“ einzugliedern. Dafür aber hätte sie diese von der Eigentümerin, der evangelischen Jakobi-Kirche in Kirchrode, kaufen müssen, was aber frühesten mit dem Ende des Pachtvertrags 2015 möglich gewesen wäre.

Mit dem angestrebten Abenteuer-Natur-Garten zeichnet sich nun eine Lösung ab, die auch ganz im Sinne der verbliebenen sechs Pächter der Kolonie ist. „Das ist eine optimale Lösung“, sagte Kleingartensprecher Stefan Dörner auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers. Das Vorhaben entspreche eins zu eins den eigenen Vorstellungen und berücksichtige auch die Belange des Naturschutzes. Nach den Angaben Tangens wird der Bezirksverband der Kleingärtner Janun das Grundstück für zehn Jahre kostenlos zur Verfügung stellen. Zudem strebt Tangen eine Zusammenarbeit mit Vereinen und Einrichten aus der Umgebung wie der Schülerfirma des Taubblindenzentrums und der Flüchtlingsunterkunft in der Zweibrückener Straße an.

Der geplante Abenteuer-Natur-Garten könnte sich zu einem attraktiven Ausflugsziel entwickeln. Gegen Zahlung eines Kostenbeitrags sollen Besucher dort unter anderem Vögel und Insekten beobachten können, aus Weidenruten Hütten bauen, Stoffe mit Pflanzenfarbe färben, aus Kräutern und Gewürzen Tee und Salben herstellen, Obst zu Marmelade verarbeiten und vieles mehr. Das Gelände biete sich für Ausflüge und Aktionen von Kindergärten und Schulen an, sagte Tangen. Ebenso sei es möglich, den Garten für die Ferienbetreuung und für Kindergeburtstage zu nutzen. Denkbar sei auch, dass er sich zu einem Treffpunkt für die Bewohner des Stadtteils entwickele.

Die größten Aufräumarbeiten auf dem Gelände seien bereits erledigt, berichtete Tangen, der als Landschaftsplaner der Fachmann für das Projekt ist. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern und Kräften, die der städtische Fachbereich Soziales organisierte, hatte er dort in den vergangenen Monaten ordentlich aufgeräumt. Der auf dem Gelände verstreute Müll verschwand ebenso wie die Reste alter Lauben, wildwachsendes Gras und Gestrüpp. Innerhalb des ersten Jahres will Janun die Fläche nun einfrieden und mit Toilette, Lehmofen, Kräuterbeeten, Teich und Blumenwiese gestalten. Parallel dazu sollen Pädagogen Konzepte für Angebote und Aktionen entwickeln. Im zweiten Jahr soll ein Bienenstock hinzukommen, die Bepflanzung vervollständigt werden. Langfristig fasst der Verein den Bau einer Hütte mit überdachter Werkstatt ins Auge, sie soll eine noch vorhandene alte Gartenhütte ersetzen. Erstes Ziel sei es, im Herbst ein Apfelfest zu feiern, kündigte Tangen an.

Wann und wie schnell es weitergeht, hängt allerdings auch von der Unterstützung ab, die Janun für das Projekt erhält. „Ich würde gerne Ende Mai damit anfangen, das Gelände schrittweise umzugestalten“, sagte Tangen. Spenden hat Janun unter anderem bei der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und der Heidehof-Stiftung beantragt. „Und ich hoffe, dass auch die Stadt sich beteiligen wird“, fügte er hinzu.

Wer das Projekt mit Sach- oder Geldspenden unterstützen will, kann sich über die Internetadresse www.janun-hannover.de an den Verein wenden.

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