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Ein hängender Garten in der Südstadt

Pilotprojekt Ein hängender Garten in der Südstadt

Begrünte Dächer und Fassaden sehen nicht nur gut aus, sie verbessern auch das Kleinklima, binden Feinstaub, dämpfen den Lärm und leisten durch ihre Pufferwirkung einen Beitrag zur Energieeinsparung.

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Mit automatischer Bewässerung: Grünfassade Auf dem Emmerberge.

Quelle: Akbaba

Hannover. Das Bauunternehmen Gundlach geht in puncto Fassadengrün jetzt experimentelle Wege: Im Zuge einer energetischen Sanierung erhielt ein Mehrfamilienhaus Auf dem Emmerberge (Südstadt) einen Fassadengarten – eine Premiere in Hannover.

Gundlach ist nicht das einzige Unternehmen, das experimentiert. Gartenheim-Chef Günter Haese hat jüngst eine Moosmaschine konstruiert, die das flauschige Grün auf Fassaden zaubert. Bei Gundlach dagegen beginnt es jetzt zu blühen: An dem 70 Quadratmeter großen, vorgehängten Wandgarten wachsen Gräser und Stauden wie Frauenmantel, Fette Henne, Erdbeeren und Zwergmispeln. In zwei, drei Jahren sollen sich die Pflänzchen zu einem üppigen, vielfältigen vertikalen Beet entwickelt haben.

„Wir wollten dem Haus nicht nur einen Pullover anziehen, indem Dach und Wände gedämmt und Fenster erneuert werden, sondern auch einen positiven Beitrag zum Stadtbild leisten“, sagt der Gundlach-Ökobeauftragte Franz-Josef Gerbens. Man habe Lust gehabt, Neues auszuprobieren. So wurden vorgefertigte, mit Substrat gefüllte Gitterelemente oberhalb der Garagen vor zwei Seiten der Hausfassade gehängt – in Verbindung mit einer Wärmedämmung. In extra dafür vorgesehene Aussparungen wurden Töpfe mit vorgezogenen Pflanzen gesetzt. Bei Trockenheit wird der vertikale Garten mithilfe einer im Keller untergebrachten Anlage bewässert; auch das Düngen der Pflanzen geschieht über dieses Schlauchsystem.  

„Wir haben festgestellt, dass man mindestens eine Vegetationsphase braucht, um solch ein System zum Laufen zu bringen“, sagt Gerbens. Anfangs kam unter den Fensterbänken zu wenig Wasser an, sodass Pflanzen verkümmerten. Dann entdeckten Vögel den Wandgarten und zupften frisches Grün heraus. Inzwischen wurde nachgepflanzt. Doch Beispiele aus Städten wie Wittenberge in Brandenburg oder Dillingen im Saarland zeigen, dass Fassadengärten bestens funktionieren. Nur sind sie nicht gerade preiswert: Gundlach beziffert einen Quadratmeter mit 1000 Euro.

Das Geld soll dennoch gut angelegt sein. Modellrechnungen zeigen, dass sich die Zahl extrem heißer Tage in Hannover bis zum Ende des Jahrhunderts verdoppeln soll. Durch die erhöhte Luftbefeuchtung bringen begrünte Fassaden Entlastung – gerade in stark versiegelten Stadtbereichen. Wie hoch die Energieeinsparung sein wird, kann erst in einigen Jahren ermittelt werden.  

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