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Süd Elsa-Brändström-Schule – weite Wege in endlosen Gängen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Elsa-Brändström-Schule – weite Wege in endlosen Gängen
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11:21 19.02.2009
Hier läuft schon alles rund:Die Caféteria in der ehemaligen Pädagogischen Hochschule gehört zu den Lieblingsplätzen der Schüler. Quelle: Krings

Einladend sieht es im neuen Heim der Elsa-Brändström-Schule an der Bismarckstraße noch nicht aus: Dunkle Böden, kahle weiße Wände, nirgendwo ist bislang ein buntes, fröhliches Bild oder ein von Kinderhänden geformtes Kunstwerk zu sehen. In der hohen Eingangshalle der ehemaligen Pädagogischen Hochschule (PH) in der Südstadt steht eine Leiter herum, leere Umzugskisten lehnen an der Wand, ein breiter Besen steht verloren daneben.

An einer Säule hängen angeheftete Wegweiser: „Sekretariat“ steht da etwa oder „Schulleiter“. Schnell fällt der Blick auf eine breite Feuerschutztür aus Stahl – „Lehrerzimmer B“ steht dort auf einem weißen, eingeschweißten Zettel. Eine Lehrerin kommt vorbeigehastet. „Ja ja, wir rennen hier viel, das ist schon anstrengend“, sagt sie im Vorübergehen und verschwindet schnell hinter der schweren Tür.

In der Tat: Der Blick in den links vom Eingangsbereich abzweigenden engen Gang geht scheinbar ins Endlose. Links sind Fenster, rechts Türen, Türen, Türen. Dahinter verbirgt sich ein Teil der hellen, halbrunden Klassenzimmer des Südstädter Gymnasiums, das kürzlich wegen der Renovierung des alten Schulgebäudes für mindestens eineinhalb Jahre in die leer stehenden Räume der Leibniz-Universität umgezogen ist. Im benachbarten Gebäudetrakt sind unter anderem Studenten der Naturwissenschaften und der Philosophie untergebracht, auch das Studienkolleg residiert nebenan.

Irgendwann öffnet sich eine der vielen Türen, Schüler strömen heraus. Pause? Ein Schulgong war nicht zu hören. „Nein, einen Gong gibt es hier nicht, die Lehrer müssen schon selbst auf die Zeit achten“, erklärt Konrektor Rudolf Stenzel. Sein kleines Büro liegt zwischen zwei Klassenräumen, und manchmal kann er auf der einen Seite den Deutsch- und auf der anderen den Englischunterricht verfolgen. „Die Schallisolierung ist noch nicht optimal, aber das wird bald gemacht“, erzählt er zuversichtlich.

Etwas zu spät geht die Tür der Klasse 9 S II auf. Die Schüler müssen zur nächsten Stunde, Biologie, in ein anderes Zimmer. In einen Fachraum, in dem eigentlich hin und wieder etwas anderes stattfinden soll als der „ganz normale“ Unterricht. Doch viel ist da nicht möglich. „Wir können gar keine Experimente machen, sondern nur manchmal Filme angucken, das ist ziemlich langweilig“, bemängelt der 14-jährige Lajos Nolte. Die Räume der PH sind nicht für derartige spezielle Zwecke ausgelegt und die für die Studenten ausgestatteten Lehrräume im anderen Gebäudeteil darf die Schule nicht benutzen.

Auch so manch anderes Zimmer, das sich – oft leer – hinter einer der Türen versteckt, würde dringend gebraucht. Die Oberstufe etwa, die in der umgebauten Bibliothek untergebracht ist, benötigt noch Abstellplätze für Fachmittel, damit die Lehrer diese nicht immer wieder durch die langen Gänge schleppen müssen. Schließlich stoßen die Pädagogen auch wegen der weiten Entfernungen im Hochschulgebäude an ihre Belastungsgrenzen und kommen häufig zu spät in den Unterricht, lässt Personalratsvorsitzender Wolfgang Scholz wissen. Aber das Gebäude gehört der Region Hannover. Sie hat es an den Schulträger – die Stadt Hannover – vermietet, und jeder Raum kostet extra Geld.

„Die Cafeteria ist richtig toll“, schwärmt Jessica Dobrzinsky. Sie macht sich mit ihren Freunden gerade auf den Weg in die Pausenhalle. Dort mischen sich ungezwungen Schüler sowie Studenten der Uni und Absolventen des Studienkollegs. Manchmal allerdings ist die Zeit zu kurz, um bis dahin zu gelangen. „Dann ist die Pause schon zu Ende und man hat sein Brötchen gerade erst in der Hand“, berichtet Constantin Griese. Darin aber sind sich alle Schüler einig: Weil das alte Gebäude der Elsa-Brändström-Schule an der Elkartallee bald in neuem Glanz erstrahlen wird, lässt sich so manches Übel leichter ertragen. Und aufregend ist das neue Domizil allemal – und hat auch seinen eigenen Reiz.

Von Sigrid Krings

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