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Süd Gemeindezentrum bleibt Treffpunkt
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Gemeindezentrum bleibt Treffpunkt
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15:00 18.06.2015
Von Margret Jans-Lottmann
Wird umgebaut: Das Gemeindezentrum an der Böhmerstraße. Quelle: Ulf Remmers
Hannover

Südstadt. Große Erleichterung und Freude beim Uhu-Theater, Kulturbüro, Haus der Religionen und bei Lokalpolitikern: Die Nachricht, dass der künftige Eigentümer des Gemeindezentrums der Südstadtkirchengemeinde den langjährigen Nutzergruppen zusichert, dort dauerhaft bleiben zu können, hat durchweg positive Reaktionen ausgelöst. „Wir sind überglücklich, dass wir bleiben dürfen“, sagte Hubert Korén, der seit rund 15 Jahren mit Ulrich Reutlinger das Uhu-Theater führt und für die Vorstellungen Saal, Foyer und Küche im Untergeschoss des Gebäudes an der Böhmerstraße nutzt. Hätten sie das Gebäude verlassen müssen, wäre dies wohl das Ende des renommierten Verzehrtheaters gewesen. „Dann hätte ich aufgehört“, sagt Korén.

Die Südstadtkirchengemeinde hat ihr sanierungsbedürftiges Gemeindezentrum, wie berichtet, an die hannoverschen Projektentwickler Dirk Felsmann und Gert Meinhof verkauft. Der Vertrag wurde vor knapp zwei Wochen beim Notar unterzeichnet. Rechtsgültig wird er aber erst, wenn auch die Landeskirche zustimmt. Informierte Kreise schätzen dies indes als reine Formsache ein, hatte die Landeskirche den Kaufvertrag doch maßgeblich mit ausgearbeitet. Darin sichern die beiden Investoren zu, dass die ansässigen Einrichtungen ihre Räume weiterhin nutzen können. Die oberen Stockwerke des Gebäudes sollen zu elf Mietwohnungen umgebaut werden.

Für den Verkauf an Felsmann und Meinhof hatte sich auch der Bezirksrat Südstadt-Bult stark gemacht. „Wir glauben, dass die Investoren unsere Erwartungen erfüllen und die Nutzer bleiben können“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Oliver Kluck. Er erinnert daran, dass der Bezirksrat vor Jahren lange nach einem Treffpunkt für die Südstadt gesucht und sich dann für das Gemeindezentrum der damaligen Athanasiuskirche entschieden habe. Kluck macht deutlich, dass ein Verkauf an Investoren, die das Gebäude abgerissen und ein reines Wohnhaus errichtet hätten, von der Politik wohl durchkreuzt worden wäre: „Wir hätten den Bebauungsplan nicht leichtfertig geändert.“ Auf dem Gelände sind nach derzeit gültigem Baurecht nur Kirchengebäude erlaubt. „So wie es jetzt ist, ist es wunderbar“, sagt Kluck.

Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne lobt zudem das Vorgehen der Projektentwickler. Diese hätten im Vorfeld mit allen Beteiligten ernsthaft und intensiv über ihr Vorhaben gesprochen. Die Erfahrungen, die beide mit dem Umbau von Gebäuden hätten, seien ein sicheres Fundament für den Fortbestand des Hauses und seiner Nutzer, allen voran das Uhu-Theater. „Die Südstädter wissen, was sie an ihrem Uhu-Theater haben - das wollen wir behalten“, sagt Pollähne. Der CDU im Bezirksrat ist auch wichtig, dass das Gebäude einer ehemaligen Kirche erhalten bleibt, in der viele Südstädter getauft und konfirmiert wurden oder geheiratet haben. „Das ist ein Stück Südstadtgeschichte“, sagt Fraktionschefin Ute Krüger-Pöppelwiehe. Die nun gefundene Lösung sei gut für alle.

Zufrieden ist auch der Trägerverein des Kulturbüros, das im Gemeindezentrum Büro, Werkraum sowie zwei Veranstaltungsräume hat und den großen Saal häufiger nutzt. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir unsere Arbeit dort weiterführen können“, sagt Vorsitzender Thomas Siekermann, der auch für die FDP im Bezirksrat sitzt. Er sei glücklich über die Lösung und gespannt, wie das Haus nach dem Umbau sein werde. „Man hat wieder Hoffnung für die Zukunft.“

Das Haus der Religionen soll künftig sogar mehr Platz erhalten - so, wie die Einrichtung es sich erhofft hat. „Wir freuen uns, dass der Investor auf unsere Wünsche eingehen will“, sagt Vorsitzender Prof. Wolfgang Reinbold. „Denn wir brauchen einfach mehr Platz.“ Der Raum, auf den man bisher regelmäßig zugreifen könne, biete nur 30 bis allerhöchstens 50 Menschen Platz. Für Veranstaltungen der interreligiösen Einrichtung meldeten sich aber häufig Gruppen zwischen 60 und 100 Teilnehmern an.

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