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Bemerode

Gesperrt wegen Rutschgefahr


Der TSV Bemerode braucht dringend mehr Sportplätze – nun soll ein langfristiges Konzept erarbeitet werden. Lange schon ist der Platz auf der Bezirkssportanlage für die derzeit rund 2400 Mitglieder knapp, doch jetzt schlägt der Turn- und Sportverein (TSV) Bemerode von 1896 Alarm.
TSV Bemerode

Dieser Schuss sitzt – doch nicht jedem Sportler kann der TSV derzeit die Chance zum Toreschießen bieten.

© Hoff

Der Verein wächst seit Langem stetig, die Anlage indes wurde den deutlich gestiegenen Platzbedürfnissen in den vergangenen Jahren nicht angepasst. Dabei hatte bereits im Jahr 1997 – und damit lange Zeit vor der Entstehung des Wohngebiets auf dem Kronsberg mit dem Zuzug vieler junger Familien – der Oberbürgermeister die Entscheidung getroffen, weitere Sportflächen für den Sportverein zu bauen. Auch die Mittel wurden dafür bereitgestellt – geschehen ist allerdings nichts. Nun ist zusätzlich das einzige große Kunstrasenfeld der Anlage derart abgenutzt, dass es bei nasser Witterung wegen akuter Rutschgefahr gesperrt muss. Training und Punktspiele der Hockey- und der Fußballsparte mussten aus diesem Grund bereits abgesagt werden.

Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, hatte Vereinsvorstand Manfred Duttke in der vergangenen Woche Vertreter des Stadtsportbunds, des Landessportbunds, der Stadtverwaltung und zahlreiche Bezirksratspolitiker zum informativen Gespräch und anschließender Diskussion in die Vereinsgaststätte eingeladen. Anhand von Zahlen und Statistiken stellte Duttke die derzeitige Situation und die künftige Entwicklung im Stadtteil sowie im Verein dar. Daraus ging hervor, dass sowohl Bemerode als auch der Sportverein in den kommenden Jahren weiter wachsen werden.

Gegenwärtig sind nur rund 14 Prozent der Einwohner Bemerodes Mitglied im TSV, immerhin mehr als ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen aus dem besonders kinderreichen Stadtteil trainiert im Verein. Im gesamten Stadtgebiet Hannovers treiben etwa 20 Prozent aller Menschen in Vereinen Sport. „Eigentlich wollen wir jeden im Verein haben. Doch im Moment müssen wir sagen: Bitte nicht hier“, hob Duttke hervor. Belegen konnte er zudem, dass die Bezirkssportanlage schon jetzt im Verhältnis zu der Mitgliederzahl im Sommer- wie im Winterbetrieb viel zu wenig Platz bietet. „Dass trotzdem überhaupt so viele Menschen gleichzeitig auf dem Gelände und in den Hallen im Stadtteil trainieren können, ist eine logistische Meisterleistung der Spartenleiter“, betonte der Vorstand.

Zur Lösung des Problems schlug er folgende Varianten vor: Zunächst müsse die Oberfläche des abgenutzten Kunstrasenplatzes erneuert werden. Außerdem sollte man über den Bau eines weiteren Kunstrasenplatzes mit Flutlichtanlage oder die Erweiterung der Anlage um ein halbes Spielfeld – für Spiele von Kindern und Jugendlichen – nachdenken. Zudem brächte der Bau einer eigenen Halle eine deutliche Erleichterung in den Wintermonaten.

Nach dem anschließenden regen Meinungsaustausch zwischen den Beteiligten stand fest: Trotz leerer Kassen soll ein kleines Team aus Vertretern von Stadt- und Landessportbund, Verein, Stadtverwaltung und Politik so schnell wie möglich ein langfristiges Konzept erarbeiten, um dem Mitgliederansturm zu begegnen. „Das Problem brennt uns unter den Nägeln“, fasste CDU-Bezirksratsfrau Hildegard Moennig zusammen.

Sigrid Krings

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