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Hannover entdeckt das Luxuswohnen

Südstadt Hannover entdeckt das Luxuswohnen

In Hannovers Mietwohnungsmarkt kommt Bewegung. Die Durchschnittsmieten verharren zwar konstant bei 5,50 bis 6,50 Euro, aber im oberen Preissegment tut sich etwas. Erstmals ist jetzt eine Etagenwohnung für 4.000 Euro Miete angeboten worden – ohne goldene Wasserhähne, noch nicht einmal eine Einbauküche ist im Preis inbegriffen.

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In diesem Gebäude gibt es die teuerste Etagenwohnung Hannovers.

Quelle: Surrey

Südstadt. Die Wohnung mit der 4000-Euro-Komplettmiete ist erst zu Jahresbeginn fertiggestellt worden – und auch schon an ein Medizinerpaar vermietet. Sie thront als Penthouse-Doppeletage auf dem neu gebauten Gebäude in der Südstädter Adelheidstraße nahe dem Aegi. 250 Quadratmeter Wohnfläche, zwei Dachterrassen, ein 65 Quadratmeter großes Wohnzimmer, ein Aufzug vom Autostellplatz bis vor die Wohnungstür – die Wohnung lässt kaum Wünsche offen. Das hat seinen Preis – 13,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Für Hannover derzeit ein Spitzenwert – bisher galt schon 12,50 Euro als ambitioniert. Zu haben ist noch die Nachbarwohnung, ebenfalls ein Penthouse. Mit 195 Quadratmetern Fläche kommt der Mieter auf eine Warmmiete von 3162 Euro monatlich (kalt: 13 Euro pro Quadratmeter).

Die Klientel für Mietwohnungen in dieser Preisklasse könnte auch kaufen – will es oft aber nicht, sagt Franz-Christian Keil, Hauptgeschäftsführer der Steuerberaterkammer Niedersachsen. „Es sind Vorstandschefs, deren Arbeitsverträge fünf Jahre dauern und die danach vielleicht wegziehen. Oder Ehepaare, die ihre Villa im Umland verkaufen und in Stadtnähe wohnen möchten, ohne sich um Haus und Garten selbst kümmern zu müssen. Oder Fußballer.“ Tatsächlich soll auch ein 96-Neuzugang aus der Winterpause eine der Wohnungen besichtigt haben.

Schon von außen ist das Gebäude schön anzuschauen.

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Steuerberater-Chef Keil kennt das Haus Adelheidstraße gut – denn das Versorgungswerk seiner Kammer hat es als Geldanlage der Immobilienabteilung der Ärzteversorgung abgekauft, so wie auch den Neubau in der nahen Hedwigstraße. „Hochwertige Immobilien in stadtnahen Lagen sind eine solide und langfristige Anlage für unsere Versorgungskasse“, ist Keil sicher. In der Hedwigstraße liegt der Quadratmeterpreis Kaltmiete bei bis zu 12,50 Euro pro Quadratmeter, nur noch eine Wohnung ist frei.

Derart innenstadtnahe Grundstücke sind derzeit Mangelware. In der Hedwigstraße wurde das Grundstück durch den Abriss einer Kirche frei, in der Adelheidstraße wurde das ehemalige Hotel Stella totalentkernt und zum Wohnhaus umgebaut – faktisch ist es ein Neubau.

Andere Mietwohnobjekte an der Grenze zum Luxuswohnen sind etwa das im Bau befindliche Quartier „Mosaik Eilenriede“ auf dem alten HCC-Parkplatz im Zooviertel oder der Neubau mit Leineblick in der Dreyerstraße (Calenberger Neustadt). Beide Großprojekte mit zusammen mehr als 200 Wohnungen werden von Hochtief entwickelt. Sie sind aber bereits für rund 60 Millionen Euro als Pakete an Investoren verkauft worden, die sie nach Fertigstellung vermieten wollen. Auch hier dürften Mieten im deutlich zweistelligen Eurobereich aufgerufen werden. Sogar am Yachthafen in der List werden in den Neubauten der Ärzteversorgung bis zu zwölf Euro Quadratmetermiete bezahlt. Und in Kürze will das Bauunternehmen Gundlach am Pelikanviertel nahe der Podbi mit dem Bau beginnen – auch dort sollen schicke Neubauten entstehen.

Im Immobilienverband IVD, dem fast alle Makler angehören, beobachtet man nicht nur bei Neubauten ein Anziehen der Preise. „Immer mal wieder versuchen auch Eigentümer von Bestandsgebäuden, nach Sanierungen die Zehneuromarke beim Quadratmeterpreis zu knacken“, sagt Maria del Carmen Weber vom IVD-Landesvorstand. Dass es jetzt auch Angebote im oberen Preissegment gebe, ändere aber nichts daran, dass Hannover insgesamt ein relativ preiswerter Mietmarkt sei. „Gemessen an der Größe der Stadt und der Lebensqualität hier sind die Mietpreise sicherlich nicht zu hoch.“

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