Der zehn Meter hohe, noch luftige Kirchenbau mit üppig sprießendem Grün, der aus rund 3000 Weidenruten besteht, heißt nun ganz offiziell Annakirche. „Dies ist ein Ort der Offenheit, der Weite, der Begegnung und der Spiritualität, in der nicht nur Gottesdienste, sondern auch Hochzeiten gefeiert werden sollen“, sagte Pastor Michael Hartlieb, Vorsteher des Annastifts in seiner Predigt zur Einweihung.
Die Kirche, die auch eine Pflanze ist, hat einen Durchmesser von 18 Metern und bietet Platz für 300 Besucher. Sie besteht aus zwölf fünf Meter hohen Weidenbögen, die dem Kronenkreuz der Diakonie nachempfunden sind; darüber wurde eine Krone aus Halbrundbögen gesetzt. Um Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen, wurde der Boden des Bauwerks mit 12.500 Ziegelsteinen gepflastert. Krönung des lebenden Bauwerks ist ein weithin sichtbares Kreuz auf einem stählernen Pfahl, das gleichzeitig als Blitzableiter dient. „Alle Weidenbögen sind geerdet, damit hier kein Blitz einschlagen kann“, erläuterte Landschaftspfleger Martin Bode, der das Bauwerk mit mehr als 300 Freiwilligen aus Vereinen, Unternehmen und Initiativen seit Februar jeweils an den Wochenenden fertiggestellt hat. Prominenteste Helfer waren Martin Kind, Präsident von Hannover 96, und Sandra Wallenhorst, Europameisterin im Triathlon 2010. Architekt ist der Peiner Baudirektor Wolfgang Gemba, der in Wendeburg im Landkreis Peine bereits eine kleineres Kirchenpendant mitgebaut hat.
Inzwischen haben die Weidenruten bis zu einer Tiefe von 80 Zentimetern Wurzeln geschlagen. Das heißt, die Kirche wächst und wird in spätestens zwei, drei Jahren eine dichte Hülle aus Zweigen und Blättern tragen. „Dieser Tag ist ein Fest für die gesamte Unternehmensgruppe“, bilanzierte Utz Wewel, Geschäftsführer der Diakonischen Dienste Hannover. Zur Einweihung brachte Volker Milkowsi, Vorsteher der Henriettenstiftung, als Geschenk eine Altarbibel mit, das Annastift in Kleefeld steuerte ein Kreuz für den Altar bei, und Rainer Reimann, Vorsteher des Friederikenstifts, kam mit Brot und Weintrauben – stellvertretend für die Abendmahlsutensilien, die noch angefertigt werden müssen.