Helmut Düster ist verärgert. Der ehrenamtliche Feld- und Forsthüter hat in den vergangenen Wochen das Vorgehen der Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün bei Baumpflegearbeiten in der Südstadt beobachtet. „Das ist keine Pflegearbeit, sondern ein unsinniges Ausdünnen der Straßenbäume“, empört er sich. Die Aufgabe des Baumpflegepersonals ist es, aus Gründen der Verkehrssicherheit regelmäßig das Totholz zu entfernen, das herabfallen und Passanten gefährden könnte, heißt es im Fachbereich. Darüber hinaus muss das sogenannte Lichtraumprofil – eine Baumhöhe von 4,50 Metern über der Fahrbahn – freigehalten werden. Düster, dem als Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Umweltschutz die Natur besonders am Herzen liegt, ist der Ansicht, dass die Baumpflegeteams der Stadt dieses Jahr unnötig viel Grün entfernt haben. „Starke, gesunde Äste mit einem Durchmesser bis zehn Zentimeter, die gar nicht in den Verkehrsraum hineinragen, werden einfach mit abgesägt“, meint er.
Seinen Unmut hat der Rentner dem zuständigen Fachbereich schriftlich mitgeteilt. Eine zufriedenstellende Antwort hat er seiner Einschätzung nach nicht erhalten. In dem Schreiben der Stadt heißt es lapidar, „dass Bäume von den Mitarbeitern der Stadt Hannover grundsätzlich nicht ausgedünnt werden“. Die im Zuge des Sommerschnitts durchgeführten Arbeiten verteidigt die Stadt als „notwendige Maßnahmen“. Helmut Düster kann diesen Standpunkt nicht teilen. Etliche kahle Bäume in der Hildesheimer Straße und der Lutherstraße würden eine andere Sprache sprechen. „Das Grün am Straßenrand sorgt für Sauerstoff, Luftreinhaltung, Lärmdämmung und dient einfach der Verbesserung der Lebensqualität“, betont Düster. Daher müsse es oberstes Gebot sein, so viel Grün wir möglich zu erhalten.
Viktoria Hübner