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Eine Schule mit Courage

IGS Kronsberg Eine Schule mit Courage

Aktionstag zur Reichspogromnacht: Die Schüler der IGS Kronsberg setzen ein Zeichen gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit.

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Die Sechstklässler der IGS Kronsberg lassen vor dem Neuen Rathaus Luftballons mit ihren Wünschen in den Himmel aufsteigen.

Quelle: Rainer Surrey

Bemerode. Sie sind den ganze Vormittag in der Stadt unterwegs gewesen, haben das Jüdische Mahnmal am Opernplatz besucht, waren in der Marktkirche und an dem Platz, an dem einst die Synagoge in Hannover stand. Nun sind Hagen und Elias im Neuen Rathaus angekommen und stehen gemeinsam mit ihren Mitschülern aus der sechsten Klasse vor dem Stadtmodell der Nachkriegszeit. Dort erklären Lea und Patricia aus dem 13. Jahrgang den jüngeren Mitschülern, wie das Leben in Hannover nach dem Zweiten Weltkrieg wieder begann. Damit endete für rund 180 Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Kronsberg der Aktionstag „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“.

Die Schüler hatten sich dafür einen sinnfälligen Tag ausgesucht: Es war der 8. November, der Tag, bevor sich die Zerstörung der Neuen Synagoge zum 75-mal jährt. Am 9. November 1938 wurde sie angezündet und brannte völlig aus. Später wurden die Gebäudereste gesprengt und abgetragen. Doch es ging an diesem Aktionstag nicht nur um Hass und die Zerstörung von damals. Vielmehr ging es auch um das Heute. „Es gibt immer wieder Menschen, die andere beleidigen oder belästigen, nur weil sie eine andere Hautfarbe haben oder vielleicht langsamer sind“, sagte Bürgermeister Bernd Strauch, der die Kinder und Jugendlichen im Neuen Rathaus empfing. Er lobte das Projekt, in dem die Schüler sich auch einen Tag lang mit der Nazidiktatur und deren Auswüchsen vor Ort beschäftigten. „Ihr seid eine ganz besondere Schule, die sich so mit dem Thema auseinandergesetzt hat“, betonte Strauch. Er wünsche sich, dass es viele Nachahmer gäbe, die zur „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ werden.

Und weil es manchmal hilfreich ist, Wünsche nicht nur zu äußern, sondern ihnen eine symbolische Form zu geben, ließen die Jungen und Mädchen auf dem Trammplatz Luftballons steigen. An diese hatten die Schüler Postkarten mit Wünschen geknotet. Elias und Hagen schrieben auf ihre Postkarten. „Ich wünsche mir, dass es meiner Familie immer gut geht.“ Und: „Ich wünsche mir, dass es nie wieder Krieg gibt.“

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