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Jüngste Galerie Hannovers lockt mit Treppenhaus voller Bilder

Kunsttreff Jüngste Galerie Hannovers lockt mit Treppenhaus voller Bilder

Nach australischem Vorbild hat die Künstlerin Barbara Schwartz eine Galerie im eigenen Haus eröffnet. Besucher sind jederzeit willkommen, die Gemälde verschiedener Künstler im Schwartzer Treppenhaus zu bewundern. Der Eintritt ist frei und eine Tasse Tee inklusive.

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Jederzeit geöffnet: Die junge Galerie im Treppenhaus bei Barbara Schwartz in der Südstadt.

Quelle: Schwarzenberger

Südstadt. Am Hauseingang der Schlägerstraße 17 prangt ein Emu-Kopf. Links geht es in ein Weingeschäft, geradeaus in Hannovers jüngste Galerie. „Bitte die mittlere Klingel drücken“, hatte Barbara Schwartz am Telefon gesagt. Oben angekommen, gäbe es dann eine Tasse Tee, so die Galeristin. Der Türöffner summt, und schon steht der Besucher mitten im Treppenhaus – und mitten in einer Galerie.

Im Juni hat Schwartz in ihrem Haus die erste Ausstellung gestaltet. Auf zwei Etagen zeigt sie eigene Bilder und auch Werke anderer Künstler. Die Schau steht jedem Kunstinteressierten offen, der Eintritt ist frei. Derzeit zieren Porträts in gedeckten Farben die Treppenhauswände. Es sind Bilder der Hamburger Künstlerin Monika Walentin, die hier auch direkt zu kaufen sind.

Schwartz serviert den versprochenenen Tee und führt ihre Gäste die Treppe hinauf von Bild zu Bild. Sie erklärt die Ausstellungsstücke und nippt nebenbei an ihrem Becher. Die 62-Jährige ist nicht nur Galeristin, sondern seit vier Jahren auch Künstlerin. Aus ihrer eigenen Hand stammen etliche Bleistiftzeichnungen und Aquarelle. Zebraköpfe, eine schlafende Löwin – und ein Emu-Kopf. Den australischen Vogel möge sie besonders gern, sagt Schwartz. Daher ist der Emu jetzt das Symbol der neuen Galerie im Treppenhaus.

„Meine Tochter lebt in Australien“, erklärt die Künstlerin den Hintergrund. Sie selbst bezeichne sich seither als Fan des fernen Kontinents. In Australien gäbe es die kleine ehemalige Silberminenstadt Broken Hill, in der Dutzende Künstler ihre Ateliers haben und gern für neugierige Besucher öffnen. „In Broken Hill braucht man einfach nur zu klingeln, und wenn man Glück hat, ist einer der Künstler da“, berichtet Schwartz. Die australische Lockerheit nahm sich die Südstädterin zum Vorbild und beschloss, im eigenen Haus eine Galerie zu eröffnen. In der Schlägerstraße 17 geht es nun zu wie in Broken Hill: Die Besucher klingeln, und ist die Künstlerin daheim, gibt es kostenlosen Kunstgenuss – und Tee. Wer lieber auf Nummer sicher gehen will, kann vorher nachfragen, per Telefon unter der Nummer 35 32 45 55.

Die eigene Galerie birgt für Schwartz einen praktischen Vorteil. „Als Künstler hat man es schwer, Ausstellungsmöglichkeiten zu bekommen“, sagt Schwartz. Daher stellt sie nicht nur eigene Bilder in wechselnder Folge aus, sondern lädt auch andere Künstler ein. Ab Mittwoch, 24. August, wird die hannoversche Malerin Kerstin Theuer – Kunstlehrerin an der Ricarda-Huch-Schule – mit Tierstudien und Stilleben in der Galerie im Treppenhaus vertreten sein. Schwartz selbst wird dann ihre australischen Landschaften zeigen.

Das Malen wurde Barbara Schwartz nicht in die Wiege gelegt. Sie entstammt der alteingesessenen hannoverschen Weinhändlerfamilie Hildebrandt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Familienunternehmen zu jenen ausgebombten Firmen, die im Leineschloss ein Notquartier bezogen. In dem Gebäude, das später den Niedersächsischen Landtag beherbergen sollte, wurde Schwartz 1949 geboren. Sie wurde Lehrerin und arbeitet bis heute als Psychoanalytikerin mit Kindern und Jugendlichen. „Kreativ war ich aber schon immer“, sagt sie. Sie spielte in einem Kabarett, töpferte und schreibt bis heute Bücher. Derzeit arbeitet sie an einem Hannover-Krimi. Das Kreative sei ihr Ausgleich. „Denn Therapiearbeit zeigt ja nicht immer unmittelbare Erfolge.“ Ganz im Gegensatz zur Kunst.

Marcel Schwarzenberger

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