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Jugendeinrichtungen arbeiten am Limit

Döhren-Wülfel Jugendeinrichtungen arbeiten am Limit

Eine umfangreiche Studie analysiert die Kinder- und Jugendarbeit in Döhren-Wülfel. Sie zeigt Stärken und Schwächen auf – und kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Geld erforderlich ist.

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Sportlicher Schwerpunkt: Im Jugendzentrum Döhren wird unter anderem Kickboxen trainiert.

Quelle: Michael Wallmueller

Hannover. Die Statistiker haben es genau ermittelt: 13 502 Menschen leben im Stadtbezirk - und 3367 von ihnen sind junge Leute im Alter zwischen sechs und 17 Jahren. Um diese Gruppe dreht sich alles in einer umfangreichen Konzeptstudie, die alle mit der Kinder- und Jugendarbeit befassten Institutionen des Stadtbezirks in Kooperation mit der städtischen Jugendverwaltung erarbeitet haben. Grundsätzlich, so lautet das Fazit, sind die Einrichtungen in Döhren-Wülfel gut frequentiert und bei den jungen Nutzern sehr beliebt. Allerdings sind nicht alle Stadtteile ausreichend versorgt - und sämtliche Träger arbeiten finanziell und personell an ihrem Limit. Als mögliche Lösung schlagen die Einrichtungen vor, die Arbeit besser zu vernetzen. Doch ohne zusätzliches Geld, da sind sie sich einig, sei das nicht zu schaffen.

Sechs Kinder- und Jugendeinrichtungen gibt es im Stadtbezirk, vier davon werden von der Stadt getragen, zwei von freien Trägern, die städtische Zuschüsse erhalten. Zu finden sind sie in Döhren (städtischer Spielpark und Jugendzentrum), Mittelfeld (städtisches Jugendzentrum und Lückekindertreff; Nachbarschaftstreff Wülferoder Weg) und Wülfel (Kleiner Jugendtreff).

Laut Statistik leben in Döhren 1068 junge Leute im Alter zwischen sechs und 17 Jahren - die meisten im Vergleich zum gesamten Stadtbezirk. Die Reihe setzt sich fort mit Mittelfeld (949), Seelhorst (467) und Wülfel (440). Die Studie bewertet die Kinder- und Jugendarbeit in den jeweiligen Stadtteilen auch im Hinblick auf die Sozialstruktur.

Der Spielpark Döhren gilt schon als Institution

Zufriedenheit in Döhren: Etwa ein Drittel der in Döhren lebenden Kinder und Jugendlichen hat einen Migrationshintergrund; mit 19 Prozent ist die Zahl der jungen Empfänger von staatlicher Unterstützung deutlich niedriger als etwa in Mittelfeld und Wülfel. Eine herausragende Stellung im Stadtbezirk und darüberhinaus hat das Jugendzentrum Döhren. Angebote wie Kampfsport, Hip-Hop, Konzerte und Tanzevents ziehen junge Leute aus dem ganzen Stadtgebiet an, überwiegend zwischen 14 und 21 Jahren. Als „Institution“ gilt auch der Spielpark Döhren, in dem vor allem Sechs- bis 14-Jährige anzutreffen sind.

Gute Versorgung in Mittelfeld: Knapp 40 Prozent der jungen Leute in Mittelfeld beziehen staatliche Transferleistungen, fast die Hälfe stammt aus Familien mit Migrationshintergrund. Die bestehenden Einrichtungen, das Jugendzentrum und der Lückekindertreff erreichten mit ihrer Arbeit die entsprechenden Zielgruppen und leisteten einen wichtigen Bildungsbeitrag, heißt es in der Studie. Gleichwohl sollten die Angebote ausgebaut werden, um den Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien eine stärkere Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Problemlage in Wülfel: Obwohl Teile des Stadtteils als sozialer Brennpunkt gelten - knapp ein Drittel der Kinder und Jugendlichen erhält staatliche Unterstützung - fehlen Angebote für junge Leute. Einzige Anlaufstelle für die Wülfeler Kinder und Jugendlichen, die zu knapp 44 Prozent aus ausländischen Familien kommen, ist der gerade mal 120 Quadratmeter große Kleine Jugendtreff in der Hildesheimer Straße, den die DLRG mit einer halben hauptamtlichen Stelle betreibt. Die „geringe räumliche und personelle Ausstattung“ macht auch den Verfassern der Studie Sorge. Allerdings fehlen bisher Zusagen der Stadt, die jährlichen Zuschüsse zu erhöhen oder größere Räume bereitzustellen - wie der Bezirksrat Döhren-Wülfel fordert. Einfacher wird die Arbeit nicht: Stadtkämmerer Marc Hansmann hat angekündigt, dass Jugendprojekte stadtweit zehn Prozent der Sachkosten einsparen sollen. Davon sind alle freien Träger betroffen, die bei der Stadt Beihilfen oder Zuwendungen beantragt haben.

Details der Studie will die Stadt nicht bewerten

Perspektiven für Seelhorst: Mittlerweile leben in dem schnell wachsenden Stadtteil mit seinen Neubaugebieten für Ein- und Zweifamilienhäuser Familien mit 467 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren. Gleichwohl tauchen in dem Konzept keine Überlegungen auf, dort eine Einrichtung für junge Leute anzusiedeln. Derzeit gebe es keinen Bedarf und keine sozial erschwerten Kriterien, heißt es in dem Papier. Das lässt der Bezirksrat nicht unkommentiert: Auf Antrag der Grünen fordert das Gremium, auch Seelhorst in künftige Planungen einzubeziehen.

Ziele für Waldheim und Waldhausen: Belastbare Aussagen zum Bedarf an Angeboten für Kinder und Jugendliche wünscht sich der Bezirksrat auch für Waldheim, wo 228 Sechs- bis 17-Jährige leben, und Waldhausen mit 215 Vertretern der relevanten Altersgruppe. Einen ersten Erfolg haben die Stadtteilpolitiker erzielt: Der Jugendhilfeausschuss der Stadt hat beschlossen, die Vorschläge des Bezirksrats aufzunehmen.

Urteil der Jugendlichen: Eine eigene Sicht auf die Einrichtungen haben die Kinder und Jugendlichen im Stadtbezirk. Im Zuge der Studie wurden exemplarisch 473 junge Leute befragt. Sie verteilten überwiegend gute Noten für die bestehenden Angebote. 32 Prozent der Jungen oder männlichen Jugendlichen sind mindestens einmal in der Woche in einem der Jugendzentren oder im Spielpark anzutreffen, bei ihren weiblichen Pendants sind es 27 Prozent - ein vergleichsweise hoher Wert. Allerdings erfasst die Studie nicht, ob sich die jungen Leute, etwa in Wülfel, weitere Angebote in direkter Nähe des Wohnorts wünschen würden.

Details der Studie will die Stadt nicht bewerten. Die Jugendkonzepte für mehrere Stadtbezirke lägen nun vor, sagt Sprecherin Konstanze Kalmus. Sie würden nach und nach abgearbeitet.

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