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Kinder sprechen über Tod und Trauer

Mittelfeld Kinder sprechen über Tod und Trauer

Der Hospizdienst des Diakoniewerks Kirchröder Turm gestaltete mit Mädchen und Jungen der Mira-Lobe-Grundschule eine Projektwoche über ein trauriges Thema.

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Quelle: Sonja Weiße

Hannover. Mit einem ungewöhnlichen Thema haben sich 15 Schüler der Mira-Lobe-Grundschule beschäftigt: Anstelle von Rechnen und Lesen stand eine Woche lang der Tod auf dem Stundenplan. Vier ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes des Diakoniewerks Kirchröder Turm sprachen mit den Kindern über Krankheit, Sterben, Trauer - und Trost. „Eine unserer Schülerinnen hat einen Elternteil verloren, das war für uns der Anlass, diese Projektwoche durchzuführen“, sagt Lehrer Steffen Meier.

Die Mädchen und Jungen sahen zum Beispiel Filme an, befragten einen Arzt und malten auf, wie sie sich ein Leben nach dem Tod vorstellen. Am Ende der Woche präsentierten die Kinder ihren Eltern die Ergebnisse in einem Bühnenprogramm.

„Ich bin selber als Kind durch einen Todesfall in der Familie traumatisiert worden. Damals hat leider keiner meine Fragen beantwortet“, erklärt Elizabeth Heinemeyer, eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, ihr Engagement. Waltraud Passoter, ehemals hauptberufliche und mittlerweile ehrenamtliche Mitarbeiterin des Hospizdienstes des Diakoniewerks, ergänzt: „Es ist wichtig, von Trauer erzählen zu können.“ Dass die Frauen in der kurzen Zeit tatsächlich schnell das Vertrauen der Kinder erwerben konnten, zeigt sich, als ein Junge in der Pause zu Waltraud Passoter geht und sie kurz liebevoll an sich drückt.

Durch den reformpädagogischen Ansatz der Mira-Lobe-Schule hätten solche Themen ohnehin Platz im Unterricht, sagt Steffen Meier. Das bestätigt auch Waltraud Passoter. „Wir haben gemerkt, dass die Kinder hier bereits Erfahrung darin haben, miteinander über ihre Gefühle zu sprechen“, sagt sie. Bei einem traurigen Film hätten dann auch zwei Jungen begonnen, sich gegenseitig zu kraulen, um sich zu trösten.

Trotz des traurigen Themas hat den Kindern die Projektwoche gut gefallen. „Wir durften unsere Kuscheltiere mitnehmen“, erzählt Drittklässlerin Natalie. Auch das gemeinsame Singen habe ihr gut gefallen. Ihrer Mitschülerin Letizia gefiel es besonders, dass ein Arzt zu Besuch war, den die Kinder ausfragen konnten. Zum Beispiel wollten sie wissen, warum Krebskranken die Haare ausfallen und warum Wachsen wehtut.

Das Diakoniewerk Kirchröder Turm bietet das Projekt mit dem Titel „Hospiz macht Schule“ gemeinsam mit anderen Hospizdiensten seit etwa einem Jahr an. Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich an Ute Küßner vom Ambulanten Palliativ- und Hospizdienst der Diakoniestationen Hannover in der Sallstraße wenden, entweder unter Telefon 1 31 71 11 oder per E-Mail an u.kuessner@aphd.de.

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