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Kinderkrankenhaus auf der Bult nimmt Kindern Angst

Aktion Kinderkrankenhaus auf der Bult nimmt Kindern Angst

Spritzen, Operationen und lauter unbekannte Begriffe - für Kinder ist ein Aufenthalt im Krankenhaus häufig mit Angst und Unsicherheit verbunden. Das Kinderkrankenhaus auf der Bult will nun in einem Rundgang Kindern die Angst vorm Arzt nehmen.

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Ein Wärmebett für Frühchen – im Kinderkrankenhaus gibt es viel zu sehen.

Quelle: Nico Herzog

Hannover. Emma steht vor dem Fenster mit dem grünen Rahmen, drückt ihre Nase an das Glas bis es beschlägt und staunt: „Das Baby ist ja kleiner als meine Puppe“, sagt die Achtjährige und spricht damit aus, was alle denken.

Auf dem Balkon des Kinderkrankenhauses auf der Bult drängen sich neun Schüler dicht an dicht. Die Drittklässler der Peter-Petersen-Schule beobachten von außen gespannt, wie ein Baby auf der Früh- und Neugeborenenstation versorgt wird.
Im Rahmen der seit 20 Jahren stattfindenden Führung erkundeten die Schüler gestern das Kinderkrankenhaus auf der Bult. Erlaubt war dabei fast alles: Anfassen, Fragen stellen, beobachten und ausprobieren. „Ihr müsst nur leise sein“, mahnte Kinderkrankenschwester Claudia Gruschka die neugierigen Kinder vor dem Rundgang. Seit 24 Jahren arbeitet Gruschka in dem Krankenhaus. Erst in der Chirurgie, dann in der Ambulanz. Und gelegentlich, so wie gestern, führt die 43-Jährige neugierige Schüler über die Station.

Der Rundgang beginnt in der Eingangshalle. Während die Schüler sich noch über zurückliegende Verletzungen austauschen, schiebt Schwester Claudia ein Wärmebett für Frühgeborene heran. „Der Brutkasten hat die gleiche Temperatur wie der Bauch der Mutter – 37 Grad“, erklärt sie, bevor Hendrik die im Wärmebett liegende Puppe mit einem Stethoskop abhören darf. „Das ist eine Übung“, sagt Schwester Claudia, „denn gleich gehen wir ins Behandlungszimmer.“

Dort angekommen, testet Hendrik sein eben erlangtes Wissen mit dem Stethoskop an Freund Stig. Danach wird Stig an ein EKG angeschlossen. Drei Elektroden in Deutschlandfarben kleben auf seiner Brust. Der Puls beträgt 102 Schläge pro Minute und wird auf einem Monitor in grüner Schrift angezeigt. „Ich bin wohl doch ein wenig aufgeregt“, gibt Stig zu. „Aufgeregt brauchen die Kinder beim Rundgang allerdings nicht zu sein“, sagt Claudia Gruschka. Ziel der Führung sei es schließlich, ihnen die Angst vor dem Arzt zu nehmen.

Neben dem Behandlungszimmer, der Babystation und der Kinderchirurgie ist der Gips-Raum an diesem Tag eine weitere Station. „Meine Eltern haben mich schon öfters mit einem Verband verarztet“, sagt Lilly und gibt Schwester Claudia ihre rechte Hand. Fachmännisch verbindet diese die Hand mit einem Gips-Armband.

Nach einer Stunde ist der Rundgang beendet. Neun Kinder mit weißen Verbänden an Fingern und Armen sitzen wieder in der Eingangshalle. Angst vor dem Arzt haben die meisten nun nicht mehr. „Es sei denn, es piekst zu sehr“, sagt Lilly. Klassenkamerad Jost nickt: „Der Arzt darf aber auch nicht unfreundlich sein.“ Ob nun Angst vor dem Arzt oder nicht, am Ende ist sich die Runde einig darüber, dass der Besuch der Früh- und Neugeborenen-Station das Beste war. Da, wo die Patienten kleiner als Puppen sind.

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