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Süd Kleingärtner bangen um ihre Kinder
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Kleingärtner bangen um ihre Kinder
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07:17 25.08.2011
Spielen verboten – auch ohne Warnschild: Jan-Philpp, Lea-Sophie, Zoe und Nils-Fabian an der umstrittenen Treppe. Quelle: Rainer Surrey
Kirchrode

Vor rund vier Monaten hat die Deutsche Bahn (DB) die Treppe angelegt, um Bauarbeitern künftig den Zugang zum Gleisbett zu erleichtern. Doch die Kleingärtner beobachten seitdem vor allem Kinder, die auf den Bahndamm steigen und dabei den Zügen gefährlich nahe kommen. Nach eigenen Angaben hat der Kleingärtnerverein Langefeld die Bahn mehrfach auf das Sicherheitsproblem aufmerksam gemacht und eine Absperrung verlangt. Bislang ohne Erfolg.

Auf der Bahnstrecke, die die Lange-Feld-Straße in Kirchrode kreuzt, sind vor allem ICEs und Güterzüge unterwegs. „Die Kinder sind fasziniert von den großen und schnellen Zügen. Schon etliche Male habe ich spielende Kinder auf der Treppe gesehen und sie zurückgepfiffen“, berichtet Kleingärtnerin Martina Windel. So wie ihre Vereinskollegen wirft Windel der DB vor, sich die denkbar ungünstigste Stelle für die Treppe ausgesucht zu haben: Sie liegt direkt neben dem Parkplatz des Vereins. Da diese Fläche zum Pachtgrundstück der Kolonie gehört, haben die Kinder der Kleingärtner ungehinderten Zugang – und damit auch zu der Treppe.

Da die Treppe frei zugänglich ist, habe man die DB schon kurze Zeit nach dem Bau der Treppe im April um Nachbesserung gebeten. „Ein Gitter, ein Zaun oder auch nur eine Kette davor könnten helfen. Aber es gibt ja noch nicht einmal ein Schild, das auf die Gefahr hinweist“, sagt eine Kleingärtnerin, die namentlich nicht genannt werden will. Einmal sei ein DB-Mitarbeiter erschienen und habe ein rot-weißes Absperrband zwischen zwei Bäume am Fuß der Treppe gebunden. „Das hat einen halben Tag gehalten“, erzählt Marina Windel, Mutter von drei Kindern.

Die DB war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Grundsätzlich kann das Unternehmen nach eigenem Ermessen entscheiden, an welchen Gleisabschnitten Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen. Es besteht keine gesetzliche Pflicht, Gleise durch Absperrungen zu sichern. Vielmehr gilt das grundsätzliche Verbot für alle Unbefugten, Bahngleise zu betreten. Und Eltern stehen in der Pflicht, ihren Kindern dieses Verbot zu vermitteln, ebenso wie etwa bei Baustellen.
Im Fall der Lange-Feld-Straße haben die Kleingärtner jedoch einen Weg gefunden, sich endlich Gehör zu verschaffen. Sie haben sich an das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) gewandt.

Das EBA überwacht die von der DB getroffenen Sicherheitsmaßnahmen und kann das Unternehmen im Einzelfall auf Mängel hinweisen und auf eine Überprüfung drängen. Genau das haben die Laubenpieper erreicht. „Wir haben den Standort überprüft und sind mit der Bahn in Kontakt getreten“, berichtet EBA-Sprecher Moritz Huckebrink. Ob die DB nun reagiere, sei abzuwarten. Die Kleingärtner hoffen indes, dass die DB dann nicht wieder nur mit ein paar Metern Absperrband anrückt.

Michael Soboll

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