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Süd Kletterturm am Kronsberg ist eröffnet
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Kletterturm am Kronsberg ist eröffnet
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11:04 07.10.2010
Ganz schön hoch: Die ehemalige Kirchentags-Pyradmide ist eine Herausforderung. Quelle: Soboll

Nein, Angst habe er nicht gehabt, sagt der zehnjährige Nawid, als er seinen Helm absetzt und das Seil aus dem Karabinerhaken vor seinem Bauch fädelt. „Schließlich war ich schon vier Mal oben und kenne mich aus.“ Die roten Wangen und der stolze Blick verraten allerdings, dass Nawid auch dieses Mal all seinen Mut zusammennehmen musste, um den „Kronsberg life tower“ zu besteigen. Und damit ist er bei der Eröffnung des 20 Meter hohen Kletterturms in der Oheriedentrift nicht alleine. Trotz schlechten Wetters sind etliche Kinder und Erwachsene gekommen, um die Chance zu nutzen, das Kronsberg-Viertel einmal von oben zu sehen.

Bereits seit zwei Jahren steht der „Kronsberg life tower“ auf dem Gelände des gleichnamigen Vereins, direkt neben der Stadtbahnhaltestelle Feldbuschwende. Mit seinen zwölf ineinander verdrehten Holzbalken, die haushoch in den Himmel ragen, erinnert der Turm allerdings eher an ein riesiges Mikadospiel als an ein Sportgerät. Und tatsächlich wurde er nicht als Klettergerüst geschaffen, sondern ist ein umfunktioniertes Kunstwerk: Die hannoversche Architektin Katrin Schuh hatte das Gebilde einst als „Monument der Fragen“ konstruiert. Unter diesem Motto lud es beim evangelischen Kirchentag 2005 auf dem Georgsplatz dazu ein, beschriftete Stoffbahnen daran zu befestigen.

Nach dem Kirchentag nahm sich ein Dutzend engagierter Bemeroder des Gerüsts an: Die Balken wurden demontiert, in Kronsberg wieder aufgebaut und mit einer Holzwand und 120 Klettergriffen bestückt. Die neue Nutzung verlangte allerdings einige Veränderungen, denn nun sollte das Monument nicht nur Stoffbahnen tragen, sondern Gipfelstürmer aus Fleisch und Blut. Dazu mussten die Statik neu berechnet, die Balken einbetoniert und das außergewöhnliche Sportgerät vom Technischen Überwachungsverein abgesegnet werden. „Diese Prozedur hat sich so lange hingezogen, dass wir den Turm erst jetzt eröffnen konnten“, sagt Carmen Schulz, Mitglied des Vereins „Kronsberg life tower“.

Der Verein wurde 2005 von Mitgliedern der hannoverschen Adventgemeinde gegründet. Ziel war es, dem ehemaligen Kirchentags-Kunstwerk neues Leben einzuhauchen und die Kinder des Stadtteils dafür zu begeistern. „Knapp 30 Prozent der Menschen in Kronsberg sind Kinder und Jugendliche. Denen wollen wir sinnvolle Aktivitäten anbieten“, sagt der Vereinsvorsitzende Torsten Heidenblut. Während sich die Turmeröffnung verzögerte, rief der Verein eine Pfadfindergruppe ins Leben, legte auf dem von der Stadt gepachteten Gelände einen Gemüsegarten an und organisiert regelmäßig Beachvolleyball-Spiele.

Nach dem gelungenen Auftakt soll es im Frühjahr nächsten Jahres eine eigene Klettergruppe geben, kündigt Heidenblut an. Damit niemand ohne Aufsicht den Turm besteigt, beginnt die Kletterwand erst in einer Höhe von 3,50 Meter und kann nur mit einer Leiter erreicht werden. Hat man diese Schwelle überwunden, kennt der zehnjährige Nawid schon den besten Weg: „Am besten klettert man auf der rechten Seite. Da kommt man am leichtesten nach ganz oben.“ Doch bis es so weit ist und die Klettergruppe an den Start geht, müssen sich die Kinder aus der Umgebung noch gedulden, um die Dächer des Kronsberg-Quartiers von oben zu sehen.

Michael Soboll

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