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Kommt eine Entschleunigung am Maschsee?

Nach Diskussion Kommt eine Entschleunigung am Maschsee?

Ein folgenschwerer Unfall am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer am Montagabend hat eine neue Debatte über die Verkehrsführung während der Maschseefest-Tage entfacht. Jetzt sind Tempo 30 oder die Sperrung des Rudolf-von Bennigsen-Ufers für die Dauer des Festes im Gespräch.

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Ob direkt am See oder auf der anderen Seite des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers – zur Zeit des Maschseefestes kommen sich Fahrradfahrer und Fußgänger häufiger in die Quere.

Quelle: Nico Herzog

Hannover. HAZ-Leser kritisieren, dass auf dem „neuen Radweg“ (siehe Grafik), der im Jahr 2009 als Ausweichstrecke geschaffen wurde, zu wenig Platz für die Radlerströme bleibt. Die Strecke direkt am See ist wochentags ab 17 Uhr, an Wochenenden ab 14 Uhr für Radfahrer gesperrt, aber noch immer, so eine weitere Kritik, drängeln sich dort Radfahrer durch die Reihen der Festbesucher.

In Höhe Geibelstraße war es am Montag zu einem Zusammenstoß zwischen einer 28-jährigen Radfahrerin (nicht einer Fußgängerin, wie zunächst berichtet) und einem unbekannten Rennradfahrer gekommen. Die Frau stürzte zu Boden und zog sich dabei erhebliche Verletzungen zu. Die Polizei hatte zunächst davon gesprochen, die Frau sei leicht verletzt worden. Inzwischen wurde bekannt, dass sie sich sowohl das Handgelenk als auch einen Ellenbogen brach und noch in der Nacht operiert wurde.

„Im Grunde ist die Verkehrsführung am Maschsee widersprüchlich“, sagt Michael Dette, Verkehrsexperte der Grünen. Eigentlich sollten möglichst viele Festbesucher mit dem Rad anreisen und nicht mit dem Auto, um einen Kollaps auf den Südstädter Straßen zu vermeiden. „Aber für diese Radfahrer gibt es nicht genug Platz.“ Deshalb schlägt Dette vor, entweder die Straße Rudolf-von-Bennigsen-Ufer während des Maschseefests für den Durchgangsverkehr zu sperren oder eine Tempo-30-Regelung einzuführen. „Dann könnten Radler gefahrlos auf die Fahrbahn ausweichen“, sagt er. Zudem wünscht er sich, dass die Stadt für die Dauer des Festes keine Parkplätze mehr am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer anbietet, sodass Autofahrer, die sich nach freien Stellflächen umsehen, nicht mehr den Verkehr behindern.

Zumindest mit seiner Forderung nach Tempo 30 findet Dette Anklang bei seinen Kollegen im Rat. „Für einen begrenzten Zeitraum, wochentags ab 17 Uhr und am Wochenende ab 14 Uhr, halte ich das für sinnvoll“, sagt CDU-Baupolitiker Dieter Küßner. Einer vollständigen Sperrung erteilt er jedoch eine Absage. Auch FDP-Verkehrspolitiker Wilfried Engelke hält ein reduziertes Tempo prinzipiell für richtig, er befürchtet aber, dass die Regelung über die Dauer des Festes hinaus bestehen bleiben könnte. „Rot-Grün ist das zuzutrauen“, sagt er. Besser wäre es, das Radfahrverbot auf der Uferseite rigoros durchzusetzen. „Politessen sollten jeden Verstoß mit einem Knöllchen ahnden“, fordert er. Oliver Förste, Fraktionschef der Linken, kann beiden Vorschlägen Dettes etwas abgewinnen. „Auch eine Vollsperrung wäre in Ordnung“, sagt er.

Auf rigorose Ablehnung trifft der Vorstoß des Grünen beim Koalitionspartner SPD. „Sperrt man das Rudolf-von-Bennigsen-Ufer, verstopft der Verkehr die Nebenstraßen“, sagt SPD-Verkehrsexperte Thomas Hermann. Auch ein Tempolimit hält er für unnötig. „Die derzeitige Regelung bedarf keiner Zusätze“, sagt Hermann. Auch Parkplätze sollte die Stadt weiter am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer vorhalten, um etwa mobilitätseingeschränkten Menschen die Zufahrt zum Fest zu ermöglichen.
Nach Einschätzung der Polizei gibt es beim Miteinander von Fußgängern und Radfahrern am Maschsee trotz des Festes keine Auffälligkeiten. Aus polizeilicher Sicht bestehe kein Anlass für eine Änderung der Verkehrsführung, hieß es.

Vivien-Marie Drews und Andreas Schinkel

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