Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Kritik an die zukünftige Kinder- und Jugendbücherei
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Kritik an die zukünftige Kinder- und Jugendbücherei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:05 05.11.2010

Die Pläne der Stadt, die Südstadtbücherei künftig nur noch als Kinder- und Jugendbibliothek zu führen, sind im Bezirksrat Südstadt-Bult scharf kritisiert worden. „Das ist doch eine Mogelpackung“, sagte Thomas Siekermann (FDP) in der jüngsten Sitzung des Gremiums, nachdem Carola Schelle-Wolff, Chefin der städtischen Bibliotheken, das neue Konzept vorgestellt hatte. Demnach soll die Bücherei künftig nur noch Kindern und Jugendlichen bis zu einem Alter von 15 Jahren vorbehalten sein. Ältere Jugendliche und Erwachsene müssen ihren Lesestoff dann in der Zentralbücherei an der Hildesheimer Straße ausleihen. Die Stadt will mit dieser Neuerung allerdings weniger ihre Sympathie für Kinder unter Beweis stellen, sondern vielmehr Geld sparen.

Die Südstadtbibliothek soll, wie berichtet, in den Gebäudekomplex der ehemaligen Sehbehindertenschule umziehen. Diese wird zurzeit von einer Bauherrengemeinschaft zum Wohnprojekt „Südstadtschule“ mit mehreren Wohneinheiten und zwei Büros umgebaut. Die Kinder- und Jugendbibliothek zählt zum ersten Bauabschnitt, im Januar 2011 soll die kind- und behindertengerecht ausgestattete Einrichtung in das frühere Foyer der Schule an der Schlägerstraße umziehen. Mit 465 Quadratmetern habe die Bibliothek dann eine „akzeptable Größe“, sagte Schelle-Wolff.

Die von der Stadtverwaltung gezogene Altersgrenze von 15 Jahren für die neue Kinder- und Jugendbibliothek stieß im Bezirksrat allerdings auf deutliche Ablehnung. Die Südstadt habe so viele Gymnasien wie kein anderer Stadtteil, sagte Siekermann. Also sollten auch ältere Gymnasiasten die Jugendbibliothek nutzen können. So sah es auch Ludwig Diener von der SPD: „Es sollte dort auch für 18-Jährige Angebote geben.“ Sein Fraktionskollege Ewald Nagel bezeichnete das Konzept zudem als „unausgereift“.

Schelle-Wolff war in der Sitzung bemüht, die Vorteile des neuen Konzepts herauszustreichen, gab aber zu, dass man „Neuland“ betrete. Die Angebote für Teenager und junge Erwachsene seien derart unterschiedlich, dass es letztendlich doch auf eine voll ausgestattete Bücherei hinausliefe, wenn man Literatur für beide Gruppen parat haben wolle. Eine solche Bibliothek solle die Südstadtbücherei künftig aber nicht mehr sein. Schelle-Wolf kündigte jedoch an, dass die Stadt im Gegenzug den Jugendbereich in der Zentralbibliothek mittelfristig ausbauen werde.

Für die Kinder- und Jugendbibliothek will die Stadt neue Möbel für Bücher und digitale Medien anschaffen. „Wir richten auch kleine Leselandschaften ein“, erläuterte Schelle-Wolff. Zudem sind ein Gruppenarbeitsraum sowie Internetarbeitsplätze vorgesehen; auch ein kabelloser Internetzugang soll möglich sein. „Schüler können mit eigenen Laptops arbeiten“, sagte die Leiterin. Angebote zu Leseförderung, Medien- und Internetkompetenz soll es ebenfalls geben. Gut 70 Prozent der Medien sind für Kinder gedacht, weitere 25 Prozent für Jugendliche, die älter als zwölf Jahre sind. „Und schließlich sind fünf Prozent für Eltern vorgesehen.“

Ab dem kommenden Frühjahr will die Südstadtbibliothek Eltern mit Kleinkindern Kurse zur Sprachförderung und Sprecherziehung anbieten. Zudem sind Kooperationen mit Südstädter Kindergärten und Grundschulen geplant. Die allein auf Erwachsene zugeschnittenen Angebote, die es bislang in der Stadtteilbibliothek gibt, sollen künftig in den Räumen der Athanasiusgemeinde stattfinden. Organisiert werden diese dann vom städtischen Kulturbüro, dem Schelle-Wolff ebenfalls vorsteht. Noch offen ist, ob die alte Bücherei an der Krausenstraße schon im Dezember schließt oder so lange geöffnet bleibt, bis die neuen Räume bezogen sind. „Das hängt vom Baufortschritt ab“, sagte Schelle-Wolff.

Marcel Schwarzenberger

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Atelier „Two Lives Einklang“ aus der Südstadt gestaltet zusammen mit Schülern und Praktikanten Keramik-Karten und bietet diese zum Verkauf an. Etwa die Hälfte des Erlöses geht an die HAZ-Weihnachtshilfe.

04.11.2010

Die Stadtverwaltung hat Anwohner und Politiker bei einem ersten Ortstermin in der Bölschestraße im Stadtteil Bult versetzt. Der Bezirksrat drängt jedoch auf eine Kompromisslösung für die umstrittene Parksituation und will einen neuen Termin ansetzen.

04.11.2010

Ein Umbau an der Einmündung der Straße Am Südbahnhof verhindert nun, dass Autofahrer von der Marienstraße nach rechts in den Südbahnhof einbiegen können.

Michael Zgoll 04.11.2010