Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Kunst-Genuss an der Ecke
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Kunst-Genuss an der Ecke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 18.06.2015
Ansichtsstücke: David Tollmann stellt seine großformatigen Bilder in der Weinbar aus – und verkauft sie auch. Das Mobiliar ist vorwiegend in Handarbeit entstanden und entsprechend individuell. Quelle: Benjamin Behrens
Hannover

SÜDSTADT. Ihre Bar ist erst seit Kurzem geöffnet. Doch David Tollmann und Iwan Issajew packen schon wieder Kartons. Die beiden Geschäftspartner geben aber nicht etwa schon wieder auf - sie wollen gerade erst richtig loslegen mit ihrer Toll-Mann-Bar, die sie in den Räumen der ehemaligen Eckkneipe Taverne an der Simrockstraße 9 eingerichtet haben. Ein paar Startschwierigkeiten bleiben ihnen und ihrem dritten Geschäftspartner Thorsten Sauer allerdings nicht erspart. Die 22 Barhocker halten nicht, was sie versprechen. Bereits nach ein paar Tagen brechen die Schrauben aus den Sitzflächen.

„Die sollten eigentlich für Gastronomie geeignet sein, aber sechs haben schon den ersten Abend nicht überlebt“, sagt Issajew verärgert. Also zurück in den Karton und als Retoure an den Hersteller. „Schade, die sahen cool aus“, findet Tollmann. Die kupferfarbenen Hocker wären einige der wenigen Einrichtungsgegenstände in der Bar gewesen, die nicht in eigener Handarbeit entstanden sind. „Wir haben alles selbst gebaut - von den Regalen über die Theke bis zu den Tischen“, sagt der Enkel des Künstlers Günter Tollmann, dessen Skulptur Winkelelemente in der Breiten Straße am Aegi steht.

Praktisch, dass der 27-Jährige einen Freund hat, dessen Firma Überrollbügel für Autos schweißt. Dort entstand auch ein großer Teil des Mobiliars. Die etwas angestaubte Optik der Taverne jedenfalls ist verschwunden. Im Thekenbereich liegen die roten Backsteinwände frei. Eine kleine Treppe führt in einen Sitzbereich mit aus Europaletten gebauten Tischen, weißen Wänden und gepolsterten Holzbänken. Und überall in der Bar verteilt hängen die Ergebnisse von David Tollmanns zweiter Leidenschaft neben der Gastronomie - der Malerei. Es sind vor allem großformatige Werke. „Kann man kaufen, der Preis ist sympathieabhängig“, sagt Tollmann grinsend.

Die Barbetreiber setzen ohnedies auf die Sympathie in der Nachbarschaft. Sie möchten eine Szenebar sein, aber trotzdem für ein breites Publikum offen. „Wir sind Südstädter und wollen unsere Nachbarn kennenlernen“, sagt Tollmann. Da ist es selbstverständlich, dass bei der Bestellung nach dem Vornamen gefragt und nicht nach Tischnummern bedient wird. „Die Leute öffnen sich dann einfach mehr.“

Die Getränke und Speisen gibt es zu moderaten Preisen. Alkoholfreies kostet maximal 3 Euro, Bier wird ab 2,80 Euro serviert. Dass es aus Hannover kommt, ist für die Lokalpatrioten Ehrensache: Herrenhäuser und das Südstädter Mashsee-Bier werden frisch gezapft. Auch Longdrinks und Spirituosen sind zu haben. Und wer Lust auf etwas Besonderes hat, zahlt etwas mehr - und bestellt einen 20 Jahre alten armenischen Weinbrand für 14 Euro. Vor allem aber versteht sich die Tollmann-Bar als Weinbar, wie es der Schriftzug an der Fassade verkündet. Die Karte liefert eine breite Auswahl. „Wir arbeiten vorwiegend mit jungen Winzern zusammen, die hervorragende Weine liefern“, verspricht Tollmann. Die Preise variieren zwischen 4,50 bis 7 Euro pro Glas.

Auch wer Hunger hat, ist in der Bar richtig. Im Angebot sind Salate, Käse- und Aufschnittplatten sowie geräucherter Fisch; die Preise starten bei 6 Euro. Alle Produkte stammten aus der Region und würden vor Ort frisch zubereitet, sagt David Tollmann, der bereits zehn Jahre Gastroerfahrung mitbringt: Er hat bei 11a-Wirt Christoph Elbert gekocht und bei Cocktail-Meister Thomas Immenroth Barkeeper gelernt.

Geöffnet ist die Toll-Mann-Bar ab 17 Uhr, am Wochenende ab 14 Uhr. Reservierungen sind möglich unter Telefon 37 39 19 28.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Verkauf des Gemeindezentrums der Südstadtkirchengemeinde an zwei hannoversche Investoren sind Nutzergruppen und Lokalpolitiker erleichtert - denn das Haus soll als Stadtteilzentrum erhalten bleiben.

Margret Jans-Lottmann 18.06.2015

Jedes Jahr treffen sich Tanzspezialisten zur Gala aus 1001 Nacht in Döhren. Organisiert wird die Veranstaltung von Tanzlehrerin Nasra Eid – und die Gäste tanzen mit.

18.06.2015
Süd Parkplatzproblem in der Südstadt - Filmteam geht auf Südstädter zu

Eine Produktionsfirma dreht in in dem dichtbesiedelten Stadtteil - und nimmt dabei Parkplätze in Beschlag. Allerdings bieten die Filmemacher den Südstädtern Ausweichmöglichkeiten auf Supermarktparkplätzen an.

17.06.2015