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Marodes Schulzentrum wird nur häppchenweise saniert
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Bemerode Marodes Schulzentrum wird nur häppchenweise saniert

Das Schulzentrum Bemerode ist einer der größten Sanierungsfälle in Hannover. Rund 25 Millionen Euro würde eine Komplettrenovierung des maroden Gebäudekomplexes kosten, schätzt die Stadt. Dafür fehlt jedoch das Geld. Der Schulträger bessert die Mängel deswegen nur häppchenweise nach.

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Eine Komplettrenovierung des Schulzentrums Bemerode würde rund 25 MIlionen Euro kosten.

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Bemerode. 674 Schüler, die in der Außenstelle der IGS Kronsberg untergebracht sind, müssen in einer Dauerbaustelle unterrichtet werden. Die Schulleitung drängt auf eine dauerhafte Lösung, doch die ist nicht in Sicht.

„Fast täglich stehen bei uns Handwerker vor der Tür und führen irgendwelche Arbeiten durch“, sagt IGS-Außenstellen-Leiter Rudolf Kleine-Huster. Er wartet seit 2007 auf eine Grundsanierung - so lange ist ein Teil der IGS an der Wilhelm-Goehrs-Straße ansässig. „Der Gebäudezustand ist ausreichend, aber nicht gut“, lautet die Zensur des Pädagogen. Die Energieeffizienz des fast 30 Jahre alten Gebäudes bewertet er sogar als „katastrophal“.

Die Schüler hätten sich mittlerweile schon daran gewöhnt, dass gelegentlich eine Heizung ausfällt oder es durch die Decke tropft. Letzteres habe er erst vor Kurzem wieder in einem Naturwissenschaftsraum erlebt. „Die Kinder können damit ganz souverän umgehen. Sie stellen einen Eimer drunter und rufen den Hausmeister“, berichtet Kleine-Huster. Die Stadt gebe sich bei der Behebung der Mängel zwar viel Mühe. „Es dauert aber manchmal zu lange“, sagt der Lehrer.

Auch die Stadtverwaltung weiß, dass der Zustand des Schulgebäudes dringend verbessert werden muss. Die Verwaltung hat das Gebäude schon 2007 in den „Pool der sanierungsbedürftigen Schulen“ aufgenommen. Für eine Grundsanierung gibt es aber keinen Zeitplan. Immerhin: „Die Stadt führt laufend Instandsetzungsmaßnahmen durch“, sagt Rathaussprecher Klaus Helmer. Als nächstes größeres Vorhaben sei eine Dachsanierung der Sporthalle im Bereich der Geräteräume geplant. Außerdem kündigt er eine Verbesserung der WC-Anlagen im ersten Obergeschoss an. Dort war es zu „erheblichen Geruchsbelästigungen“ gekommen - bei veralteten Sanitäranlagen mit Trockenurinalen ist das kein Wunder.

Der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode sorgt sich schon seit mehreren Jahren um den Schulbetrieb in der Außenstelle. Die Lokalpolitiker plädieren dafür, das Gebäude mit Baujahr 1974 überhaupt nicht mehr zu nutzen. Die 1320 Schüler der IGS Kronsberg sollen lieber an einem einzigen Standort unterrichtet werden, finden die Abgeordneten aller Fraktionen. Sie fordern eine Erweiterung der Hauptstelle an der Straße Kattenbrookstrift. Einen Bauplatz dafür gäbe es direkt südlich des Schulgeländes.

So weit will Schulleiterin Anneli Keßler noch nicht gehen. Sie wünscht sich erst einmal einen Runden Tisch, um überhaupt über die weitere Zukunft der IGS Kronsberg zu sprechen. „Es hat bisher kein Dialog mit der Schule stattgefunden“, sagt Keßler. Sie fordert eine grundsätzliche Positionierung der Stadt für eine Komplettsanierung oder einen Neubau. Diese steht bisher noch aus.

Eine Nebenstelle zu haben, findet die Schulleiterin nicht grundsätzlich schlecht. Auf keinen Fall will sie eine Zusammenlegung, wenn diese zu einer Raumnot führt. „Wir sind eine der größten Schulen in Hannover und brauchen Platz, um komfortabel arbeiten zu können“, sagt Keßler. Viel Raum gibt es in der Hauptstelle derzeit nicht. Eine Aula etwa fehlt. Außerdem wird die Schule zum Schuljahr 2013/14 wachsen: Dann haben alle 13 Jahrgänge fünf Klassen.

Auch Nebenstellen-Leiter Kleine-Huster sieht einen Neubau nicht ohne Sorgen. „Ich rechne nicht damit, dass wir bei einem Neubau wieder so viele Fachräume bekommen“, sagt er. Hier sei die Schule vergleichsweise gut ausgestattet. Das Gebäude müsse an vielen Stellen aber attraktiver gestaltet werden. „Die Architektur ist der heimliche Erzieher der Kinder“, sagt der Pädagoge.

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HAZ-Redakteur/in Christian Link

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