Die Montessori-Schule aus dem Heideviertel hat ihren Hut als möglicher Nachnutzer der TiHo-Mensa und des Sportplatzes an der Menschingstraße in den Ring geworfen. Die Berichterstattung im Stadt-Anzeiger hat das Gelände imStadtteil Bult in den Fokus der Einrichtung gerückt: „Wir sind auf der Suche nach neuen Räumen für unsere Schule, unseren Kindergarten und unser Kinderhaus“, sagt Wim Ruijsendaal, Leiter des Bildungshauses Montessori Hannover.
So nennt sich die Privatschule aus dem Osten der Stadt seit einiger Zeit – in deutlicher Abgrenzung zu der ebenfalls privaten Einrichtung in Langenhagen. Die dortige Montessori-Schule war in die Schlagzeilen geraten, weil sie ältere Kinder ohne Genehmigung beschult hatte und weil sie die ehemalige Sehbehindertenschule in der Südstadt trotz unklarer Finanzierung kaufen wollte.
Das Bildungshaus am Bevenser Weg nahe der Medizinischen Hochschule und des Hermann-Löns-Parks sucht neue Räume, weil immer mehr Eltern ihre Kinder ander Montessori-Schule mit ihrer speziellen Pädagogik anmelden möchten. „Unserer Räumlichkeiten reichen nicht mehr aus, daher haben wir die TiHo-Mensa im Auge. Ein denkmalgeschütztes Haus, erhaltungswürdig und wert, mit neuem Leben gefüllt zu werden“, erklärt Ruijsendaal. Dort könnten die derzeit 80 Kinder aus Krippe, Kindergarten und Grundschule eine neue Heimat finden, wenn die Tierärztliche Hochschule die Mensa – wie berichtet – vermutlich im kommenden Jahr verlässt und das Zentrum für Hochschulsport den Sportplatz samt Turnhalle zugunsten eines Hallenneubaus am Moritzwinkel aufgibt.
Für das Gebäude am Robert-Koch-Platz plant das Bildungshaus eine energetische Sanierung, einen Abriss der einsturzgefährdeten und seit Jahren brachliegenden kleinen Squash-Halle sowie einen neuen Anbau. Gleichzeitig tritt die Schule mit der erklärten Absicht an, dass Sportplatz und Halle erhalten bleiben und nachmittags dem Breitensport zur Verfügung stehen sollen. Somit könnten die Elterninitiative der Bultkicker und der SV Arminia den Platz weiterhin für ihr Training nutzen.
Vor allem ist der Schule an einem guten Kontakt zur Nachbarschaft gelegen. „Wir wollen nicht in Konkurrenz zum bestehenden Kindergarten der Melanchthon-Gemeinde treten“, erklärt André Chales de Beaulieu, Sprecher des Vereins Montessori-Region Hannover. Gleichwohl könnten eine Krippe und ein Kindergarten für die Eltern der Bult eröffnet werden. Das Bildungshaus will demnächst Kontakt mit dem Melanchthon-Kindergarten aufnehmen und ausloten, ob sich beide Angebote imStadtteil Konkurrenz machen würden. Bereits begonnen haben Gespräche mit Verwaltung und Politik, ob und wie die Pläne des Montessori Bildungshauses im Stadtteil Bult umgesetzt werden können.
von Daniela Beyer
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Kommentare
Montessori will in die Mensa ziehen R.Schlingmann – 24.02.09
Eine echte Montessorischule, die von einem Elternverein getragen wird, wie die aus dem Heideviertel, ist in Südstadt/Bult willkommen. Die Langenhagener Schule mit Montessorieelementen von Herrn Berger nicht.Der Erhalt des Sportplatzes ist zwar wichtig, aber wenn das Bildungshaus in die Sehbehindertenschule einziehen würde, wäre das auch keine schlechte Lösung, da es eine Kooperation mit der Südstadbibliothek geben könnte und evtl auch noch Räume für die Kulturarbeit in der Südstadt genutzt werden könnten. Aber hier hat die Südstädter Politik alle Chancen vergeben.