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Süd „Sie hatte mit ihrer Ehe abgeschlossen“
Hannover Aus den Stadtteilen Süd „Sie hatte mit ihrer Ehe abgeschlossen“
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11:50 25.11.2013
Die vierjährige Celine stellt eine Kerze vor das Haus in Wülfel. Quelle: Kießler
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Wülfel

Einen Tag nach dem Mord an einer 30-jährigen Erzieherin in Wülfel sitzt der Schock bei Nachbarn und Kollegen noch immer tief. Vor dem Eingang des Mehrfamilienhauses in der Pieperstraße haben Anwohner Blumen, Kerzen und kleine Engelsfiguren abgelegt. „Das konnte niemand ahnen“, erzählt eine Nachbarin. „Zwischen Vanessa und ihrem Mann war eigentlich alles geregelt.“ Den 30-jährigen Türken, der in der Nacht zu Mittwoch seine getrennt von ihm lebende Frau erstach und deren neuen Lebensgefährten schwer verletzte, hatten die Bewohner des Hauses schon länger nicht mehr gesehen. „Vanessa hatte mit der Ehe abgeschlossen“, sagt die Nachbarin. Deshalb habe sie auch eine neue Beziehung angefangen.

Doch für ihren Ehemann, der schon länger am Kronsberg leben soll, war die Ehe mit der Erzieherin offenbar noch nicht zu Ende. Gegen 2 Uhr kletterte er auf das Dach des Wohnkomplexes und drang über den Balkon in die Wohnung seiner Frau ein. Dort griff er sie und ihren 27 Jahre alten Freund an. Selbst die Tatsache, dass sich sein zweijähriger Sohn auch in der Wohnung befand, hielt ihn nicht von seiner brutalen Tat ab. Zunächst war angenommen worden, dass der Freund des Opfers der Vater des Kindes ist.

Ein 30 Jahre alter Mann steht im Verdacht, seine Ehefrau in der Nacht zum Mittwoch in Hannover-Wülfel getötet zu haben.

Der Zweijährige wurde am Donnerstag vom Jugendamt in die Obhut einer sogenannten Bereitschaftsfamilie übergeben. „Das sind Menschen, die immer darauf vorbereitet sind, ein Kind in einer solchen Notsituation aufzunehmen“, erklärt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Währenddessen sitzt der Vater des Jungen unter Mordverdacht in Untersuchungshaft. „Bis wir die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft übergeben können, wird es noch dauern“, sagt Polizeisprecher Holger Hilgenberg. Dennoch werden neue Details der Tat bekannt. So soll der 27 Jahre alte Lebensgefährte versucht haben, von einer Nachbarwohnung aus die Polizei zu rufen. „Die Leute haben ihm aber nicht geöffnet, weil sie Angst hatten“, erzählt eine Anwohnerin. Der junge Mann lief daraufhin schwer verwundet gut 500 Meter bis zur Hildesheimer Straße, wo er von einer Tankstelle aus die Rettungskräfte alarmierte. Dort will man einen Tag nach der Tat nicht über den traumatischen Vorfall reden.

Auch Vanessa S.’ Kollegen aus der Kindertagesstätte St. Eugenius in Mittelfeld sind noch weit von der Normalität entfernt. Am Donnerstag war die Einrichtung der katholischen Kirche in der Region Hannover geschlossen. Heute soll sie mit kleiner Belegschaft wieder geöffnet werden. Dann wollen die Erzieherinnen besprechen, wie sie den Kindern beibringen, dass die beliebte Kollegin nicht mehr kommen wird. „In der nächsten Woche wollen wir dann gemeinsam mit Eltern und Kindern eine Verabschiedung von Frau S. planen“, sagt Thea Heusler, die beim Caritasverband Hannover für den Bereich Kinder und Familie zuständig ist. „Auf diese Weise können wir das Geschehene vielleicht alle besser verarbeiten.“

Von Jörn Kießler

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